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KfW Research – Dossier

Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft

Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und prägen durch Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die Vielzahl an kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – dazu zählen kleine Handwerksbetriebe genauso wie Selbstständige oder traditionsreiche Familienunternehmen – , eine ausgewogene Branchenstruktur, die zahlreichen regional verankerten Firmen und ihre Innovationen sind wichtige Faktoren für die kontinuierliche Modernisierung und Zukunftsfähigkeit eines Landes. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Mittelstand ist Jobmotor und Ausbilder der deutschen Wirtschaft

  • Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schaffen Jobs: Im Jahr 2019 waren insgesamt 32,3 Mio. erwerbstätige Personen in mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Damit liegt der Anteil, den KMU an allen Erwerbstätigen auf sich vereinen, bei 71,3 %. Noch nie hatten so viele Menschen ihren Arbeitsplatz im Mittelstand wie in den letzten Jahren.
  • Traditionell hat der Mittelstand eine besondere Bedeutung für das duale Ausbildungs­system. Insgesamt gehen in Deutschland die Azubi-Zahlen zurück, da die Schülerzahlen sinken und der Akademi­sierungstrend anhält. Die Berufsausbildung verlagert sich dabei immer mehr in den Mittelstand: Mittlerweile sind ca. 90 % aller 1,3 Mio. Auszubil­denden in KMU beschäftigt.

Mittelstand hat seine Eigenkapitalausstattung kontinuierlich verbessert

  • Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand 32 %. Seit 2002 ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand um fast 14 Prozentpunkte gestiegen. Die Unternehmen haben somit gut für Krisenzeiten vorgesorgt.
  • Größere Mittelständler weisen eine im Vergleich zu kleineren Unternehmen höhere Eigenkapitalausstattung auf. Dennoch haben auch Kleinstunternehmen ihre Eigenkapitalquote stetig gesteigert. Eine negative Eigenkapitalquote weisen nur 4 % der Unternehmen auf.

Bankkredite machen etwa ein Drittel der KMU Finanzierung aus

  • Der Mittelstand finanzierte im Jahr 2019 seine Investitionen zu 36 % über Bankkredite. Dabei haben insgesamt 485.000 KMU Bankkredite zur Finanzierung ihrer Investitionen aufgenommen. Etwas mehr als 40 % aller aufgenommenen Investitionskredite haben einen maximalen Betrag von 20.000 EUR.
  • Die Hälfte der Mittelstands­finanzierung wird über Eigenmittel erbracht. Dazu zählen Rücklagen, Gewinne oder Cashflow. Im Jahr 2019 entsprach dies einer Finanzierungshöhe von 110 Mrd. EUR.
  • Auf Fördermittel entfielen nur 8 % der Investitions­finanzierung. Eher untergeordnete Bedeutung haben beispielsweise Beteiligungs­kapital, Mittelstands­anleihen oder Mezzanine-Kapital (zusammengefasst als sonstige Quellen). Diese sind für viele KMU aufgrund hoher Transaktionskosten nicht interessant.

Mittelstand ist überwiegend klein und dienstleistungsorientiert

  • 86 % der mittelständischen Unternehmen weisen lediglich einen Jahresumsatz von bis zu 1 Mio. EUR auf. Rund 0,3 % der Mittelständler hat einen Jahresumsatz von über 50 Mio. EUR. 81 % der KMU hat weniger als 5 Mitarbeiter.
  • Drei Viertel der Unternehmen findet sich in Dienstleistungsbranchen. Den höchsten Anteil mit 34 % weisen die unternehmens­nahen Dienstleistungen auf. Weniger als 7 % der KMU sind im Verarbeitenden Gewerbe tätig.
  • Rund 3 Mio. KMU haben ihren Sitz in Westdeutschland (82 %), bei rund 694.000 Mittelständlern, die ihren Sitz in Ostdeutschland haben.

Demografische Entwicklung hinterlässt sichtbare Folgen im Mittelstand

  • Die allgemeine demografische Entwicklung vollzieht sich im Mittelstand sehr rasch: Im Jahr 2018 waren bereits 44 % aller Unternehmensinhaber und Selbstständigen 55 Jahre oder älter. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es lediglich 20 %. Zugleich lenken immer weniger junge Inhaber mittelständische Unternehmen. Das Durchschnitts­alter eines Unternehmens­inhabers im Mittelstand liegt aktuell bei rund 52 Jahren (2002: 45 Jahre).
  • Zugleich rücken immer weniger junge Existenzgründer nach. Die Gesamtzahl der Gründer hat seit der Jahrtausendwende stark nachgelassen, von vormals jährlich über 1,5 Mio. (2001) auf nur noch 605.000. Demgegenüber stehen rund 152.000 Mittelständler, die in den kommenden zwei Jahren die Übergabe oder den Verkauf des Unternehmens an einen Nachfolger planen.

Auslandsengagement variiert mit Unternehmensgröße und Branche

  • Im Jahr 2018 waren ein Fünftel aller Mittelständler – rund 800.000 Mittelständler – international aktiv. Diese Unternehmen erwirtschafteten insgesamt 595 Mrd. EUR in ausländischen Märkten. Das entspricht rund 45 % der gesamten deutschen Exporte.
  • Den größten Internationali­sierungsgrad hat das FuE-intensive Verarbeitende Gewerbe (37 %). Auslandsaktive Unternehmen erzielen fast 28 % ihres gesamten Umsatzes im Ausland. Europäische Märkte sind dabei für die meisten KMU wichtiger als das außereuropäische Ausland.

Kontakt

KfW Research, KfW Bankengruppe, Palmengartenstr. 5-9, 60325 Frankfurt,

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