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Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft

Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und prägen durch Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die Vielzahl an kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – dazu zählen kleine Handwerksbetriebe genauso wie Selbstständige oder traditionsreiche Familienunternehmen – , eine ausgewogene Branchenstruktur, die zahlreichen regional verankerten Firmen und ihre Innovationen sind wichtige Faktoren für die kontinuierliche Modernisierung und Zukunftsfähigkeit eines Landes. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Mittelstand ist Jobmotor und Ausbilder der deutschen Wirtschaft

  • Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schaffen Jobs: Im Jahr 2017 waren insgesamt 31,3 Mio. erwerbstätige Personen in mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Damit liegt der Anteil, den KMU an allen Erwerbstätigen auf sich vereinen, bei 70,4 %. Noch nie hatten so viele Menschen ihren Arbeitsplatz im Mittelstand.
  • Rund 1,2 Mio. junge Menschen haben im Jahr 2017 in mittelständischen Unternehmen eine Ausbildung absolviert – neun von zehn Auszubildenden in Deutschland. Damit konnte im Mittelstand der zuletzt zu beobachtende Trend sinkender Azubizahlen gebremst werden. Die Ausbildungstätigkeit hat sich in der Gesamtsicht damit noch stärker als ohnehin schon in den Mittelstand verlagert.

Mittelstand hat seine Eigenkapitalausstattung kontinuierlich verbessert

  • Im Jahr 2017 betrug die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand 31 %. Seit 2002 ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand um fast 13 Prozentpunkte gestiegen. Das sorgt für eine anhaltend hohe Eigenfinanzierungskraft und Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten.
  • Größere Mittelständler weisen eine im Vergleich zu kleineren Unternehmen höhere Eigenkapitalausstattung auf. Dennoch haben auch Kleinstunternehmen ihre Eigenkapitalquote stetig gesteigert. Eine negative Eigenkapitalquote weisen nur 8 % der Unternehmen auf.

Bankkredite machen etwa ein Drittel der KMU Finanzierung aus

  • Der Mittelstand finanzierte im Jahr 2017 seine Investitionen zu 31 % über Bankkredite. Dabei haben in etwa 480.000 KMU den Weg zu Banken oder Sparkassen für Kreditverhandlungen über Investitionskredite gesucht. Rund die Hälfte der Unternehmen hat eine Kreditnachfrage von höchstens 60.000 EUR.
  • Etwa die Hälfte der Mittelstandsfinanzierung wird über Eigenmittel erbracht (51 %). Dazu zählen Rücklagen, Gewinne oder Cash Flow. Im Jahr 2017 entspricht dies einer Finanzierungshöhe von 108 Mrd. EUR. Niemals zuvor setzten Mittelständler so viele Eigenmittel zur Investitionsfinanzierung ein.
  • Auf Fördermittel entfallen 12 % der Investitionsfinanzierung. Eher untergeordnete Bedeutung haben beispielsweise Beteiligungskapital, Mittelstandsanleihen oder Mezzanine-Kapital (zusammengefasst als sonstige Quellen). Diese sind für viele KMU aufgrund hoher Transaktionskosten nicht interessant.

Auslandsengagement variiert mit Unternehmensgröße und Branche

  • Im Jahr 2017 hat ein Fünftel aller Mittelständler Auslandsumsatz erzielt. Diese rund 780.000 international aktiven Unternehmen erzielten insgesamt 577 Mrd. EUR in ausländischen Märkten. Das entspricht rund 45 % der gesamten deutschen Exporte.
  • Den größten Internationalisierungsgrad hat das FuE-intensive Verarbeitende Gewerbe (68 %). Auslandsaktive Unternehmen erzielen fast 29 % ihres gesamten Umsatzes im Ausland. Europäische Märkte sind dabei für die meisten KMU wichtiger als das außereuropäische Ausland.

Mittelstand ist überwiegend klein und dienstleistungsorientiert

  • 87 % der mittelständischen Unternehmen weisen lediglich einen Jahresumsatz von bis zu 1 Mio. EUR auf. Weniger als 0,3 % der Mittelständler hat einen Jahresumsatz von über 50 Mio. EUR. 81 % der KMU hat weniger als 5 Mitarbeiter.
  • Drei Viertel der Unternehmen findet sich in Dienstleistungsbranchen. Den höchsten Anteil mit 32 % weisen die unternehmensnahen Dienstleistungen auf. Nur rund 7 % der KMU sind im Verarbeitenden Gewerbe tätig.
  • Rund 3 Mio. KMU haben ihren Sitz in Westdeutschland (82 %), bei rund 690.000 Mittelständlern, die ihren Sitz in Ostdeutschland haben.

Demografische Entwicklung hinterlässt sichtbare Folgen im Mittelstand

  • Die allgemeine demografische Entwicklung vollzieht sich im Mittelstand sehr rasch: Im Jahr 2016 waren bereits 39 % aller Unternehmensinhaber und Selbstständigen 55 Jahre oder älter. Zugleich lenken immer weniger junge Inhaber mittelständische Unternehmen. Das Durchschnittsalter eines Unternehmensinhabers im Mittelstand liegt aktuell bei rund 51 Jahren (2002: 45 Jahre).
  • Zugleich rücken immer weniger junge Existenzgründer nach. Die Gesamtzahl der Gründer hat seit der Jahrtausendwende stark nachgelassen, von vormals jährlich über 1,5 Mio. (2001) auf nur noch 557.000. Demgegenüber stehen zwischen 500.000–600.000 Mittelständler, die in den kommenden Jahren die Übergabe oder den Verkauf des Unternehmens an einen Nachfolger planen.

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