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KfW Research

Innovationen

Innovationen verbessern den Einsatz von Ressourcen und führen zu besseren Produkten und Dienstleistungen. Für Unternehmen sind Innovationen daher eine wichtige Stellschraube, um sich am Markt zu positionieren und im Wettbewerb zu bestehen. Viele Untersuchungen bestätigen die positiven Wirkungen von Innovationen auf die Unternehmensperformance. Insbesondere ist mit Innovationen die Hoffnung auf die Schaffung neuer und zukunftssicherer Arbeitsplätze verbunden.

Aktuelle Veröffentlichung

Die Entwicklung der FuE-Ausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich (PDF, 261 KB, barrierefrei)

Eine aktuelle Studie im Auftrag von KfW Research untersucht die Entwicklung der Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich .Die zentralen Ergebnisse sind:

  • Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland sind seit 2005 deutlich gestiegen.
  • Die FuE-Ausgaben bezogen auf das BIP liegen vor Ausbruch der Corona-Pandemie mit 3,17 % deutlich höher als in ähnlich großen europäischen Ländern sowie China.
  • Der Anteil des Staats an FuE-Ausgaben sinkt, der Anteil der Wirtschaft steigt auf 64 %.
  • Die FuE-Ausgaben konzentrieren sich auf wenige Wirtschafts­zweige des Verarbeitenden Gewerbes und auf Groß­unternehmen.

Die zu Grunde liegende Studie finden Sie hier:
Studie zur Entwicklung der Forschungs‐ und Entwicklungsausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich (PDF, 6 MB, nicht barrierefrei)

FuE-Ausgaben in Deutschland deutlich gestiegen

  • Seit 1994 steigen die FuE-Ausgaben in Deutschland deutlich stärker als die Wirtschafts­leistung. Vor allem ab 2005 entwickelten sich die FuE-Ausgaben mit 3,4 % p. a. deutlich dynamischer als zuvor.
  • Die FuE-Quote (FuE-Ausgaben bezogen auf das BIP) nahm von 2,1 % (1994) auf 3,17 % im Jahr 2019 zu. Damit liegt die FuE-Quote vor Ausbruch der Corona-Pandemie mit 3,17 % deutlich höher als in ähnlich großen europäischen Ländern.
  • Eine besonders starke Zunahme zeigt sich ab 2008. Grund hierfür ist die Neu­ausrichtung der FuE-Politik im Jahr 2006.

Quelle:
Die Entwicklung der FuE-Ausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich (PDF, 261 KB, barrierefrei)

Deutliches Potenzial zur Steigerung der FuE-Ausgaben

  • Die FuE-Ausgaben in Deutschland sind auf wenige Wirtschafts­zweige des Verarbeitenden Gewerbes konzentriert.
  • In den meisten Wirtschafts­zweigen ist die FuE-Intensität in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern jedoch unterdurchschnittlich.
  • Auch liegen die entsprechenden Ausgaben kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland deutlich unter denen der meisten anderen Industrieländer.
  • Daher existiert in Deutschland ein großes Potenzial für eine Erhöhung der FuE-Ausgaben: Würde in allen Wirtschafts­zweigen zumindest die international durchschnittliche FuE-Intensität erreicht werden, lägen die FuE-Ausgaben in Deutschland um 30 % höher als aktuell.

Quelle:
Die Entwicklung der FuE-Ausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich (PDF, 261 KB, barrierefrei)

Mangel an Fachpersonal und hohe Kosten sind die häufigsten Innovationshemmnisse im Mittelstand

  • Der Mangel an Fachpersonal und hohe Kosten rangieren mit Nennungen von jeweils 34 % auf der vordersten Position unter den Innovationshemmnissen im Mittelstand.
  • Der Fachkräftemangel ist auch jenes Innovations­hemmnis, das gegenüber dem Zeitraum 2004–2006 mit einem Anstieg von 24 Prozentpunkten am stärksten an Bedeutung gewonnen hat.
  • Weitere finanzierungs­bezogene Hemmnisse, wie ein hohes Risiko und fehlende finanzielle Mittel werden ebenfalls häufig genannt.
  • In der Finanzkrise 2008/2009 stiegen die finanzierungs­bezogenen Hemmnisse stark an. Die betreffenden Anteilswerte haben sich ungefähr verdoppelt. Seither verharren die Werte auf diesem hohen Niveau.

Quelle:
Mittelständische Unternehmenstypen im Innovationssystem: Aktivitäten, Hemmnisse und Erfolge (PDF, 243 KB, barrierefrei)

Beachtliche Innovationserfolge auch von innovativen mittelständischen Unternehmen ohne FuE

  • Kontinuierlich forschende Unternehmen erbringen das Gros der Innovations­anstrengungen und des Innovationserfolgs des Mittelstands.
  • Doch auch innovative Unternehmen ohne FuE tragen bedeutend zum Innovations­erfolg mittelständischer Unternehmen bei:
    Sie erzielen 34 % des Umsatzes mit Produkt­innovationen und 42 % der Kostensenkungen durch Prozess­innovationen

Quelle:
Mittelständische Unternehmenstypen im Innovationssystem: Aktivitäten, Hemmnisse und Erfolge (PDF, 243 KB, barrierefrei)

Innovative Mittelständler mit einer höheren Produktivität

  • Von Innovationen gehen zahlreiche positive Wirkungen auf das innovative Unternehmen aus: Sie wachsen schneller, sowohl was den Umsatz als auch die Anzahl der Beschäftigten betrifft.
  • Außerdem schaffen innovative Unternehmen häufiger hochqualifizierte Arbeitsplätze.
  • Nicht zuletzt weisen innovative Unternehmen eine höhere Produktivität auf. Die Produktivität (=Umsatz je Beschäftigten) liegt in innovativen Unternehmen um 6.100 EUR pro Kopf höher als in vergleich­baren Unternehmen ohne Innovationen. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass diese Unternehmen durch wiederholte Innovations­aktivitäten in der Vergangenheit jeweils kleine Produktivitäts­fortschritte erzielen konnten, die sich über einen längeren Zeitraum zu einen deutlichen Produktivitäts­vorsprung aufsummiert haben.

Quelle:
Innovationen steigern Wachstum und Produktivität und verbessern die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten in mittelständischen Unternehmen (PDF, 237 KB, nicht barrierefrei)

Kombinierer von Digitalisierung und Innovation

Unternehmen, die Digitalisierung mit Innovationen kombinieren, gehen ihre Digitalisierung tiefgreifender und umfassender an als Unternehmen, die ausschließlich Digitalisierungsprojekte umsetzen, ansonsten aber vergleichbar sind

  • Mittelständler, die Innovations- und Digitali­sierungsprojekte angehen, geben mit 54 TEUR knapp zwei Drittel mehr für ihre Digitali­sierung aus als reine Digitalisierer
  • Die zuerst genannten Unternehmen führen auch jedes der abgefragten Digitalisierungs­projekte häufiger durch als reine Digitalisierer. Dies gilt insbesondere für anspruchsvolle Vorhaben, wie die Digitali­sierung von Produkten und Dienst­leistungen, der Einführung von digitalen Marketing- und Vertriebs­konzepten sowie der Digitalisierung des Workflows.
  • Von den abgefragten Digitalisierungs­aspekten führen Mittelständler mit Innovations- und Digitalisierungs­kategorien im Durchschnitt rund 2,4 Kategorien gleichzeitig durch, während dieser Wert bei den reinen Digitali­sierern nur 1,7 beträgt

Quelle:
Innovationen und Digitalisierung in Unternehmen bedingen sich gegenseitig (PDF, 196 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierer mit Innovationen wachsen schneller als reine Digitalisiserer

  • Sowohl was Umsatz- als auch Beschäf­tigung angeht, wachsen Digitalisierer mit Innovationen am schnellsten
  • Digitalisierer mit Innovationen sowie reine Digitalisierer wachsen deutlich schneller als Unternehmen ohne Innovationen und Digitalisierungs­maßnahmen

Quelle:
Innovationen und Digitalisierung in Unternehmen bedingen sich gegenseitig (PDF, 196 KB, nicht barrierefrei)

Entwicklung von Innovationen in der Corona-Krise

  • Zwar hat die Corona-Pandemie anfänglich zu einem Innovations­schub geführt. Mit zunehmender Dauer der Krise führt die finanzielle Belastung der Unternehmen aber dazu, dass sie Ihre Innovations­aktivitäten drosseln.
  • Bis Mai 2021 haben 27 % der Mittel­ständler ihre Innovations­anstrengungen zurückgefahren. Dem stehen nur 12 % mit gestei­gerten Innovations­anstrengungen gegenüber. Vor allem kleine Unternehmen und Unternehmen, die stark von Corona betroffen sind, agieren zurückhaltend.

Entwicklung der Innovatorenquote

  • Der Anteil der Innovatoren (d. h. mit Produkt- oder Prozess­innovationen) beträgt aktuell nur noch 22 %. Damit sinkt der Anteil der Mittel­ständler mit abgeschlos­senen Innovations­vorhaben bis 2017–2019 um knapp die Hälfte (-49 %) gegenüber 2004–2006.
  • Zum Anstieg der Innovatoren­quote am aktuellen Rand führte eine Neu­fassung des Innovations­begriffs der OECD, der auch den KfW-Analysen zugrunde liegt. Zu den Inno­vationen werden nun organisa­torische und Marketing­innovationen gezählt.

Innovatorenquote nach Unternehmensgröße

Große Mittelständler sind innovativer

  • Gut die Hälfte der großen Mittel­ständler schließt im Zeitraum von 2017 bis 2019 erfolgreich Innovations­projekte ab (53 %).
  • Bei den kleinen Unternehmen beläuft sich dieser Anteil nur auf ein Fünftel (20 %).

Aggregierte Innovationsausgaben

Die Innovationsausgaben stagnieren auf niedrigem Niveau.

  • Die Ausgaben für Inno­vationen folgen in den zurück­liegenden sieben Jahren keinem klaren Trend.
  • Aktuell (2019) liegen die Innovations­ausgaben bei 32 Mrd. EUR.

Not macht erfinderisch

Mittelständler reagieren im Frühjahr 2020 mit verstärkter Innovationstätigkeit auf Corona-Krise

  • 27 % aller Unternehmen haben angesichts der Pandemie bereits ihre Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle verbessert. Weitere 16 % planen entsprechende Maßnahmen.
  • Unternehmen, die unter starken Umsatzeinbußen leiden, zeigen sich besonders innovativ (41 %).
  • Zudem sind Unternehmen, die bereits in der Vergangenheit Innovationen hervorgebracht haben, auch in der Krise überdurchschnittlich innovationsaktiv (42 ggü. 30 % bei Unternehmen ohne Innovations­tätigkeit in den zurückliegenden Jahren). Dies zeigt, dass innovative Unternehmen in der Lage sind, kurzfristig auf Krisen zu reagieren.
  • Allerdings stellen diese Innovationen zumeist adhoc umgesetzte Verbesserungen dar. Gerade die Durchführung längerfristiger und damit grundlegender Innovationsvorhaben dürfte jedoch durch die Corona-Krise in vielen Unternehmen bedroht sein.

Externe Evaluation des ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit wurde erfolgreich durch einen externen Evaluator evaluiert.

  • Wie die externe Evaluierung durch das Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim (ZEW) bestätigte, setzt das Programm an den zentralen Hemmnissen an und trägt dazu bei, die Innovationspotenziale mittelständischer Unternehmen in Wachstum umzusetzen.
  • Die geförderten Unternehmen beurteilen das Programm positiv.
  • Darüber hinaus führt die Förderung zu messbaren positiven einzel‐ und gesamtwirtschaftlichen Effekten, wie mithilfe eines modernen statistischen Verfahrens auf der Basis eines Kontrollgruppenansatzes ermittelt werden konnte:
  • Innovations- und Investitionsausgaben sowie das Beschäftigten- und Umsatzwachstum nehmen in den geförderten Unternehmen aufgrund der Förderung zu.
  • Die Förderung mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit zeichnet sich durch eine hohe Effizienz aus.

Finanzierung von Innovationen

Die Finanzierung von Innovationen unterscheidet sich grundlegend von der Finanzierung materieller Investitionen

  • Mittelständler bestreiten 82 % ihrer Innovationsausgaben aus internen Mitteln
  • Nur 9 % der Innovations­ausgaben werden mithilfe von Bankkrediten finanziert
  • Dagegen werden Investitionen nur zu 49 % aus internen Mitteln und zu 34 % aus Bankkrediten finanziert
  • Vor allem Innovationen, die stark auf Forschung und Entwicklung basieren, werden kaum mithilfe von Bankkrediten, sondern zu 88 % aus internen Mitteln finanziert

Publikationen zum Thema Innovation

Alle Ausgaben vom KfW-Innovationsbericht

KfW-Innovationsbericht Mittelstand

Jährlicher Bericht zur Entwicklung der Innovationstätigkeit mittelständischer Unternehmen auf Basis des KfW-Mittelstandspanels.

Stand: Oktober 2022

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