Work-Life Balance
Achten Sie auf die richtige Balance
"Selbst zu arbeiten, und zwar ständig!" - so lautet eine launige Definition des Begriffes Selbstständigkeit. Klar muss jedem Gründer sein, dass er zunächst viel Zeit und Energie ins junge Unternehmen stecken wird. Dabei ist die Freude daran, endlich selbst etwas zu bewegen und entscheiden zu können, sicher größer als die Trauer um verlorene Feiertage oder Wochenenden. Doch auf längere Sicht wird das so nicht funktionieren. Wohl kaum ein Mensch kann ganz ohne Zeit für sich selbst, für die Familie oder Freunde auskommen. Auch ein unternehmerisches Wachstum ist ohne persönliche Weiterentwicklung nur schwer denkbar.
Die richtige Balance zwischen Privatem und Geschäftlichem, darauf sollten Sie also - am besten von Anfang an - achten. Schließlich sind Sie Ihr bestes Kapital!
Was heißt Balance?
Zunächst bedeutet dies: Ihre privaten und persönlichen Ziele definieren Sie genauso klar wie Ihre unternehmerischen. Nichts von alledem wird sich nämlich "einfach so" ergeben, Sie müssen schon etwas dafür tun. Zunächst, indem Sie darüber nachdenken, Ihre Ziele klären und ihnen somit Raum geben. Also etwa, wo Sie in fünf Jahren stehen wollen:
- Single oder Familie
- Land- oder Stadtleben
- (eigenes) Haus oder Wohnung
- Reisen und Hobbys
- und, und, und ...
Balancieren Sie - täglich!
Zweitens, indem diese Ziele in Ihre gesamte unternehmerische Planung - und zwar gleichberechtigt - einfließen. So werden Sie sehr schnell feststellen, inwieweit Ihre Ziele miteinander kompatibel sind. Man kann sich unternehmerisch nichts vornehmen, was man menschlich nicht zu tragen bereit ist! Nutzen Sie Zeitplansysteme, um den Überblick zu behalten. Private Termine gehören ebenso selbstverständlich in Ihre Aktivitätenpläne wie alles Geschäftliche.
Sechs Schritte zur Zielformulierung
1. Das anvisierte Ziel muss positiv formuliert sein.
Verzichten Sie auf "Ich werde nicht mehr ..."-Sätze.
2. Sie müssen das Ziel selbst erreichen können.
Bei "Ich werde Lotto-Millionär" wird's wahrscheinlich schwierig.
3. Das Ziel muss konkret und nachvollziehbar sein.
"Bald möchte ich mehr Zeit für mich haben" ist ziemlich schwammig.
4. Das Ziel muss erfahrbar sein.
Woran werden Sie merken (sehen, hören, fühlen), dass Sie ein Ziel erreichen? Sie brauchen also ein echtes Erfolgserlebnis.
5. Wie geht es Ihnen, wenn Sie das Ziel erreicht haben?
Gehen Sie auf Phantasiereise. Suchen Sie sich dazu ein stilles Plätzchen und schließen Sie die Augen. Jetzt stellen Sie sich vor, es wäre der Tag X im Jahr Y. Welche Szenen und Emotionen tauchen vor Ihrem geistigen Auge auf?
6. Machen Sie den Ressourcen-Check!
Was "kostet" Sie die Zielerreichung? Welche Ressourcen müssen Sie nutzen? Auf wen oder was müssen Sie verzichten? Welche Kompromisse sind nötig? Sind Sie bereit, dies zu investieren?