Gründungswege

Finden Sie Ihre Erfolgsspur

Der Traum vom eigenen Unternehmen: Hier führen verschiedene Möglichkeiten zum Ziel. Welcher Einstieg ist für Sie persönlich der richtige?

  • Neugründung mit einer eigenen Geschäftsidee:
    Als Einzelunternehmer/Einzelunternehmerin, wenn Sie gern die Zügel in der Hand halten.
    Im Unternehmer-Team, wenn Sie gemeinsam mehr erreichen können.
  • Übernahme/Beteiligung, wenn Sie ein funktionierendes Unternehmen weiterführen wollen.
  • Franchising, wenn Sie keine eigene Geschäftsidee erarbeiten wollen.

Die Kraft der eigenen Idee - Neugründung als Einzelunternehmer

Mit einer eigenen Idee ein Unternehmenskonzept entwickeln und dabei alle Fähigkeiten und Talente einbringen: Für die meisten Existenzgründer liegt der besondere Reiz in dem hohen Maß an Selbstverwirklichung. Als Einzelunternehmer halten Sie die Fäden in der Hand, haben aber auf der anderen Seite eine Multi-Management-Aufgabe zu bewältigen: Einkauf, Controlling, Marketing, Vertrieb. Sie können und müssen alle Entscheidungen allein treffen und verantworten. Und Sie müssen sich daran gewöhnen, ohne den bisher gewohnten sozialen Austausch auszukommen.

Coaching -Tipp:
Gegen die drohende Vereinsamung hilft der regelmäßige Austausch mit anderen Einzelunternehmern oder der Eintritt in eine Bürogemeinschaft. Achten Sie zudem auf eine fundierte Beratung durch Experten, damit Sie nicht schon in der Gründungsphase betriebsblind werden.

Gemeinsam sind wir stark - Neugründung im Team

Im Team eine Geschäftsidee zur Marktreife zu bringen, hat auf den ersten Blick vor allem drei Vorteile: ein Plus an Kreativität, Kompetenz und Finanzmitteln. Darin liegt jedoch gleichermaßen die Herausforderung. Um ein Unternehmen erfolgreich zu gründen (und zu führen), müssen unterschiedliche Lebenswege, fachliche Qualifikationen und individuelle Talente gebündelt werden. Es gilt, daraus eine schlagkräftige Strategie zu entwickeln, die von allen Team-Mitgliedern überzeugt (und überzeugend) repräsentiert wird.

Die häufigsten Knackpunkte in Teams:

  • unklare Aufgabenverteilung
  • Uneinigkeit bei der Strategie
  • Kompetenzgerangel
  • mangelnde Kommunikation

Coaching-Tipp:
Das beste Rezept für Teams: Eigene Klarheit und offene Kommunikation - von Anfang an! Achten Sie darauf, dass sich Ihre Kompetenzen sinnvoll ergänzen. Nur wenn alle mehr erreichen, können Sie ein erfolgreiches Unternehmen führen.

Dem Mutigen schlägt die Stunde - Neugründung aus der Arbeitslosigkeit

Eigentlich kein eigener Gründungsweg, denn auch hier wollen Sie durch eine Existenzgründung Ihren Lebensunterhalt verdienen. Alle persönlichen und unternehmerischen Anforderungen sind absolut deckungsgleich zu einer Gründung aus dem Angestelltenverhältnis heraus. Die Besonderheit liegt vielmehr in der Startfinanzierung durch die Agentur für Arbeit, die wir hier nur kurz skizzieren:

Der Gründungszuschuss

Haben Sie bis zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch III, können Sie einen Gründungszuschuss erhalten. Wichtig ist, dass Sie bei Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit noch einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 90 Tagen haben.

Ziel des Gründungszuschusses ist die Förderung von Unternehmensgründungen durch Arbeitslose. Der Gründungszuschuss ist eine Förderung, die in einer ersten Förderphase den Lebensunterhalt und die soziale Sicherung der Gründer sicherstellen soll sowie in einer zweiten Phase nur noch den Sozialversicherungsschutz beinhaltet.

Surf-Tipp: Einzelheiten zum Gründungszuschuss finden SIe auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Das Einstiegsgeld

Wenn Sie Arbeitslosengeld II erhalten und eine Gründung planen, können Sie das so genannte Einstiegsgeld beantragen.

Die Förderungsdauer beträgt normalerweise 12 Monate und kann auf 24 Monate verlängert werden. Ob und in welcher Höhe Sie Einstiegsgeld erhalten, entscheidet Ihr persönlicher Ansprechpartner beim Träger der Grundsicherung.

Coaching-Tipp:  
Existenznot ist ein schlechter Ratgeber! Nutzen Sie alle Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote, bevor Sie Ihren Businessplan erstellen. Dieser ist zudem zwingende Voraussetzung für die Bewilligung aller Zuschüsse der Agentur für Arbeit. Seit dem 1. Oktober 2008 können Gründer aus der Arbeitslosigkeit eine besondere Förderung im Rahmen des Gründercoaching Deutschland erhalten.

Auf den Erfolgspfaden bekannter Marken wandeln - Franchising

Die Idee des Franchising: Ein Franchise-Geber bietet eine erprobte Geschäftsidee samt Konzept zum Kauf an. Mit dem Erwerb werden Sie Franchise-Nehmer und selbstständiger Unternehmer. Ein "Muss-Kriterium" sind auch hier betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse. Es ist für Franchise-Nehmer zwar leichter, auf der Markterfahrung des Partners aufzubauen, eine Erfolgsgarantie ist das aber nicht.

Als Franchise-Nehmer investieren Sie die Einstiegs- oder Franchise-Gebühr, um das Konzept zu kaufen und Gebühren, die sich am Umsatz orientieren (üblich sind zwischen zwei und zehn Prozent).

Kennzeichen eines guten Franchise-Systems:

  • ein aussagekräftiges Handbuch zur Gründung und Betriebsführung,
  • ein standardisiertes Erscheinungsbild (Corporate Identity), einheitliche Werbeaktionen und günstiger Wareneinkauf,
  • Serviceleistungen wie individuelle Beratung, regelmäßige Schulungen und der Austausch mit "Franchise-Kollegen".

Bringen Sie so viel wie möglich über Ihre/Ihren zukünftigen Partner in Erfahrung. Neben vielen seriösen Konzepten gibt es leider auch einige "schwarze Schafe". Mit dem "Herz- und-Nieren"-Test für Franchise-Geber verschaffen Sie sich Klarheit. Testen Sie aber auch, ob Sie zum Franchise-Nehmer geeignet sind.

Neben der "Tauglichkeit" der Dienstleistung bzw. der Produkte gibt es bestimmte Voraussetzungen, die ein franchise-fähiges Konzept erfüllen muss, damit auch Sie mit Ihrem Engagement erfolgreich sein können. Je mehr Fragen Sie mit "ja" beantworten können, desto solider ist die Franchise-Offerte!

"Herz & Nieren"-Test für den künftigen Franchise-Geber

Nr. Frage Ja Nein
1. Kann der Franchise-Geber bereits ein bis zwei Jahre Markterfahrung nachweisen?
2. Hat die Firma des Franchise-Gebers ausreichende Pilot-Erfahrung (also mehr als einen Betrieb)?
3. Hilft der Franchise-Geber bei der Finanzierung?
4. Ist die Warenwirtschaft stabil?
5. Weist der Franchise-Geber die Eintragung von gewerblichen Schutzrechten nach (Marke, Warenzeichen, Wort-/Bildzeichen)?
6. Sind Entwicklungsmöglichkeiten für den Franchise-Nehmer vorhanden?
7. Gibt es Franchise-Nehmer-Gremien (z. B. Beiräte)?
8. Gibt es vor Vertragsabschluss die Möglichkeit, andere Franchise-Nehmer und ihre Betriebe kennen zu lernen?
9. Verpflichtet sich der Franchise-Geber, Sie vor und nach Eröffnung Ihrer Firma an Schulungen teilnehmen zu lassen?
10 Ist das Handbuch verständlich aufbereitet?
11. Ist im Konzept eine wirkungsvolle Partnerbetreuung vorgesehen?
12. Übernimmt der Franchise-Geber einen Teil der Werbung?
13. Ist die Höhe der Einmalgebühr akzeptabel?
14. Ist das Geschäftseröffnungs-Paket definiert?
15. Besitzt das Franchise-Unternehmen ein spezielles Know-how bzw. etwas Einmaliges?
16. Haben Sie genügend Zeit, den Franchise-Vertrag vor Ihrer Unterschrift zu prüfen?
17. Ist eine Förderung von Franchise-Nehmern des gewählten Systems mit den Förderprodukten der KfW Mittelstandsbank möglich?

Machen Sie den Test! Sind Sie ein Franchise-Nehmer-Typ?

Je mehr Fragen Sie ehrlich mit "ja!" beantworten können, desto eher entsprechen Sie dem Profil eines idealen Franchise-Nehmers.

Nr. Frage Ja Nein
1. Es kommt Ihnen darauf an, geschäftlich erfolgreich zu sein und dabei auf den Erfahrungen anderer aufzubauen?
2. Sie fühlen sich wohl, wenn Sie mit anderen offen über Ihre unternehmerischen Interna plaudern können?
3. Sie sind davon überzeugt, dass ein Konzept, das sich geschäftlich an vielen Orten bewährt hat, auch an Ihrem Standort eine ausreichende Zahl von Kunden begeistern kann?
4. Wenn nach Ihrer Meinung etwas nicht funktionieren kann, dann versuchen Sie, andere mit Argumenten zu überzeugen?
5. Wenn Fehler passieren, so analysieren Sie zunächst, was Sie falsch gemacht haben, bevor Sie die Schuld anderen zuschieben?
6. Sie respektieren die unternehmerische Leistung anderer und haben kein Problem damit, bewährte Dinge im Bereich Marketing, Vertrieb und Werbung zu übernehmen?
7. Sie haben kein Problem damit, sich in die Karten schauen zu lassen?
8. Sie sind sich darüber im Klaren, dass Sie sich auch als Franchise-Nehmer nicht 'zurücklehnen' dürfen und von Ihnen ein hoher zeitlicher Einsatz erbracht werden muss?

Welche Bedingungen muss der Franchise-Vertrag für die Förderung durch die KfW erfüllen?

Damit Sie als Franchise-Nehmer Fördermittel beantragen können, müssen grundsätzlich die spezifischen Voraussetzungen des jeweiligen Kreditprogrammes erfüllt sein.

Bei einer Antragstellung in Kreditprogrammen zur Existenzgründungs- oder Wachstumsfinanzierung, in denen die KfW anteilig oder vollständig die Haftung übernimmt (Unternehmerkapital - ERP-Kapital für Gründung, KfW-StartGeld), muss das Franchise-System bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Im Franchise-Vertrag ist die rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit des Franchise-Nehmers, der im eigenen Namen und auf eigene Rechnung handelt, geregelt.
  • Der Franchise-Vertrag sichert dem Franchise-Nehmer eine nachhaltige selbstständige Existenz, in dem er kein nachvertragliches Wettbewerbsverbot enthält oder bei Vereinbarung eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbotes die Vertragslaufzeit unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen mindestens für 10 Jahre (z. B. 5 Jahre Vertragslaufzeit mit einer Verlängerungsoption für 5 Jahre) vereinbart ist.
  • Im Franchise-Vertrag ist deutsches Recht oder das Recht in einem EU/EFTA-Staat ansässigen Franchise-Gebers vereinbart.

Coaching-Tipp:
Lassen Sie den Franchise-Vertrag - bevor Sie ihn unterschreiben - von einem Rechtsanwalt prüfen, der sich auf das Thema Franchising spezialisiert hat. Meistens ist dieser Vertrag ein komplizierter Typenkombinations-Vertrag.

Auf bewährte Konzepte setzen - Übernahme oder Beteiligung

Die Übernahme eines Unternehmens bietet einen großen Vorteil: Während Neugründungen sich den Markt erst erobern müssen, haben etablierte Unternehmen ihren Platz im Markt bereits eingenommen. Allerdings sind bei Firmenübernahmen die Investitionssummen meist erheblich höher als bei Neugründungen.

Eine gründliche Prüfung des Betriebes ist das A und O

Erster Ansprechpartner ist der Alt-Eigentümer, der das Unternehmen meistens auch gegründet hat. Mit ihm klären Sie:

  • Wie war der Markt in der Vergangenheit?
  • Stehen der Branche wichtige Veränderungen bevor?
  • Aus welchen Gründen sind Konkurrenten gescheitert?

Danach sollten Sie selbst Branchen-Recherchen - eventuell über ein Marktforschungsinstitut - anstellen.

Ist der gebotene Firmenwert angemessen?

Unternehmer versuchen erfahrungsgemäß, einen möglichst hohen Preis auszuhandeln, da der Erlös die Altersversorgung darstellt. Ohne Einblick in das tatsächliche Geschehen im Unternehmen dürfen Sie niemals eine Kaufentscheidung fällen. Besorgen Sie sich die Geschäftsunterlagen der letzten drei bis fünf Jahre und arbeiten Sie diese - mit Hilfe eines versierten Steuer- oder Unternehmensberaters - durch. Bestehen Sie darauf, sich einige Monate vor Ihrem Einstieg in die Firma einzuarbeiten. Die größten Schwächen bei Betriebsübernahmen sind Informationsdefizite und mangelnde Vorbereitung. 

Coaching-Tipp:
Verzichten Sie nach der Übernahme keinesfalls auf den Rat des ausgeschiedenen Firmenchefs. Denn er kennt die Eigenarten von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern.

Checkliste Existenzgründung durch Übernahme oder Beteiligung

Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Unternehmen und beim Firmenkauf finden Sie bei den ''Weiterführenden Links''.


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