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Existenz­gründungen

Gründungen sind von großer volkswirtschaftliche Bedeutung

Existenzgründer beleben den Wettbewerb und halten so den Effizienzdruck auf etablierte Unternehmen hoch. Durch die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen unterstützen sie den strukturellen und technologischen Wandel. Gründer spielen somit eine wichtige Rolle für Wachstum, Beschäftigung und die Zukunftsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft.

Der Arbeitsmarkt hat die Gründungstätigkeit weiter fest im Griff

  • Trotz eines Konjunkturschubs ist die Zahl der Existenzgründer auch 2017 gesunken. Nur 557.000 Personen haben eine neue selbstständige Tätigkeit begonnen – so wenige wie noch nie.
  • Vor allem Nebenerwerbsgründungen gingen zurück: Die Zahl der Nebenerwerbsgründer sackte um 101.000 auf 323.000 ab (-24 %). Die Zahl der Vollerwerbsgründer verringerte sich dagegen moderat um 13.000 auf 234.000 Personen (-6 %). Zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten auch für den Hinzuverdienst sowie die angespannte Personaldecke bei vielen Unternehmen belasten die Gründungstätigkeit im Nebenerwerb außergewöhnlich stark.

„Strukturelle Qualität“ der Gründungen hat sich verbessert

  • Erfreulich ist, dass die Entwicklung bei volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen Gründungen gegenläufig ist: der Anteil der Chancengründer stieg von 46 auf 60 %, der Anteil der innovativen Gründer von 9 auf 14 %. Auch der Anteil der digitalen Gründer stieg von 21 auf 26 % und der Wachstumsgründer von 17 auf 23 %.
  • An die genannten Gründergruppen sind jeweils bestimmte volkswirtschaftliche Erwartungen geknüpft. Aufgrund ihrer Nähe zu neuen Technologien kommt innovativen und digitalen Gründern die Rolle von Schumpeters „schöpferischem Zerstörer“ zu. Denn insbesondere sie greifen etablierte Märkte an oder kreieren gänzlich neue Märkte und treiben so den strukturellen Wandel voran. Mit Wachstumsgründern ist aufgrund ihres Wunsches mit ihrem Unternehmen „so groß wie möglich“ zu werden die Hoffnung verbunden, dass sie langfristig einen nachhaltigen Beschäftigungsbeitrag leisten.

Beschäftigungseffekt sinkt auf 424.000

  • Neugründer, die also ein gänzlich neues Unternehmen eröffnen (zu unterscheiden von Übernahme- und Beteiligungsgründern), haben 2017 424.000 vollzeitäquivalente Stellen geschaffen, nach 521.000 im Jahr davor (-19 %).
  • Der Rückgang des direkten Beschäftigungseffekts ist zum einen eine Folge der rückläufigen Gründungstätigkeit, zum anderen aber auch durch ein schwächeres Einstellungsverhalten der Neugründer bedingt. Die Zahl der Neugründer fiel insgesamt um 16 % auf 430.000. Wie bei der allgemeinen Gründungstätigkeit war der Rückgang im Nebenerwerb stärker als im Vollerwerb. Der Anteil von Neugründern mit Beschäftigten ging im Vollerwerb auf 30 % (2016: 34 %), im Nebenerwerb auf 8 % (2016: 12 %) zurück. Ein Grund hierfür: Viele Neugründer hatten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.
  • Die Mitarbeitergewinnung war 2017 für Gründer so schwierig wie nie: Jeder zweite Neugründer mit Mitarbeitern hatte Probleme bei der Stellenbesetzung.

Nachfrage nach größeren Finanzierungen bleibt hoch

  • Die Mehrheit der Gründer ist bei ihrem Start in die Selbstständigkeit auf Finanzmittel angewiesen (60 %).
  • 39 % der Gründer greifen ausschließlich auf eigene Mittel zurück..
  • 8 % der Gründer mobilisieren Summen über 25.000 EUR von externen Kapitalgebern. Sie setzten im vergangenen Jahr wieder mehr externe Mittel ein, im Durchschnitt gut 120 000 EUR, so viel wie seit 2012 nicht.

Berlin schiebt sich wieder vor Hamburg

  • Berlin steht im Bundesland-Ranking nach einem Jahr Auszeit wieder vor Hamburg auf Platz 1 –allerdings nur um eine Nasenlänge: Die Gründerquote unterscheidet sich nur im Nachkommabereich.
  • Stadtstaaten profitieren bei Gründungstätigkeit von ihrer Eigenschaft als Ballungsräume. Viele Menschen auf begrenztem Raum: Ballungsräume versprechen kurze Wege. Insbesondere im Dienstleistungsbereich sowie im Handel ist dies von Vorteil, also für Sektoren, in denen die Selbstständigkeit als Erwerbsform stärker verbreitet ist.
  • Rang 3 geht an Niedersachsen, wo die Gründungstätigkeit nur leicht zurückging und das über den gesamten beobachtbaren Zeitraum die stabilste Gründerquote aller Bundesländer aufweist.
  • Brandenburg hat als einziges Bundesland bei der Gründungstätigkeit zugelegt: Möglicherweise verschiebt sich die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit Berlins stärker in dessen Peripherie, wovon Brandenburg direkt profitieren würde.
  • Bundesländer mit einer stärkeren industriellen Prägung weisen meist eine geringere Gründungstätigkeit auf. Dort sind Jobchancen und damit die Opportunitätskosten des Schritts in die Selbstständigkeit relativ hoch.
  • In den ostdeutschen Flächenländern wirkt sich die ältere Bevölkerungsstruktur negativ auf die Gründungstätigkeit aus, da die Gründungsneigung in der Regel mit dem Alter abnimmt. Thüringen und Sachsen am Ende des Rankings haben die älteste Bevölkerung in Deutschland.

Weiterführende Informationen

Das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bündelt Hintergrundinformationen, Online-Tools, Lernprogramme und weitere Praxishilfen rund um das Thema "Existenzgründung".

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Dossier "Digitale Gründer

KfW Stories hat junge Start-ups besucht und mit den Gründern über ihre ersten Schritte, Visionen und Stolpersteine gesprochen.

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