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KfW Research – Dossier

Digitalisierung

Chancen und Herausforderungen für Mittelstand und Gründer

Digitale Technologien stellen als „General Purpose Technologien“ eine wichtige Quelle für Neuerungen in breiten Teilen der Wirtschaft dar. Sie gelten daher als zentraler Treiber für Wettbewerbs­fähigkeit und Wachstum. Aus gesamt­wirtschaftlicher Sicht gilt die Digitalisierung als Hoffnungs­träger für ein Wieder­ansteigen der seit Jahren in vielen Industrieländern rückläufigen Produktivitäts­raten.

Aktuell veröffentlicht

KfW-Digitalisierungsbericht
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019

Digitalisierungsprojekte zunehmend im Mittelstand verbreitet, Digitalisierungsausgaben jedoch seit Jahren unverändert niedrig

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • 40% der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsprojekten.
  • Gesamtinvestment bei 19 Mrd. EUR pro Jahr.
  • Durchschnittliche Digitalausgaben bei 17.000 EUR pro Unternehmen.
  • Corona-Krise wird Digitalisierung beschleunigen.

KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019  (PDF, 895 KB, nicht barrierefrei)

Weitere Veröffentlichungen zum Thema Digitalisierung von KfW Research

Höhere Digitalisierungsanstrengungen großer Mittelständler

  • Unternehmen jeder Größenklasse haben häufiger als in der Vorperiode Digitalisierungs­vorhaben abge­schlossen.
  • Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt der Anteil der Digitalisierer deutlich.
  • Da große Mittelständler auch mehr für ihre Digitalisierung ausgeben, droht eine Spaltung in große, stark digitalisierte und kleine, bei der Digitalisierung abgehängte Unternehmen.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019  (PDF, 895 KB, nicht barrierefrei)

Eigene Forschung und Entwicklung (FuE) befördert die Digitalisierung

  • Unternehmen mit eigener FuE sind Vorreiter bei der Digitalisierung. Sie führen Digitalisierungs­vorhaben mehr als doppelt so häufig durch als Unternehmen ohne FuE.
  • Vor allem tief greifende Digitalisierungs­vorhaben, die die Arbeitsabläufe in Unternehmen verändern, werden von FuE-treibenden Unternehmen besonders häufig durchgeführt. Auch bringen diese Unternehmen häufiger digitalisierte Produkte und Dienstleistungen auf den Markt.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019  (PDF, 895 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierung der Schnittstellen zum Unternehmensumfeld am häufigsten

  • Der Kontakt zu Kunden und Zulieferern wird von Mittelständlern am häufigsten digitalisiert.
  • Auf Position 2 rangiert die Erneuerung von IT-Strukturen und die Einführung neuer Anwendungen.
  • Die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen rangiert auf der letzten Position.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019  (PDF, 895 KB, nicht barrierefrei)

19 Mrd. EUR gibt der Mittelstand für Digitalisierung aus

  • Die durchschnittlichen Digitalisierungsausgaben haben sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert.
  • Große Mittelständler geben rund das 23-fache der kleinen Mittelständler für ihre Digitalisierung aus.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019  (PDF, 895 KB, nicht barrierefrei)

Finanzierung von Digitalisierung

  • Die Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben unterscheidet sich deutlich von der Finanzierung von Investitionen.
  • Bei Digitalisierungsvorhaben dominieren interne Mittel. Investitionen werden hauptsächlich mit internen Mitteln und Bankkrediten finanziert.
  • Die Gründe dafür sind besondere Projektmerkmale von Digitalisierungsvorhaben, die einer Kreditfinanzierung entgegenstehen.

Quelle:
Die Finanzierung von Digitalisierung und Investitionen in mittelständischen Unternehmen im Vergleich  (PDF, 199 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierungshemmnisse nehmen zu

  • Die drei am häufigsten genannten Digitali­sierungs­hemmnisse sind die Anforderung an Datensicherheit bzw. Datenschutz (46 %), fehlende IT-Kompetenzen im Unternehmen in Verbindung mit mangelnder Verfügbarkeit von IT-Fachkräften auf dem Markt (38 %) und Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation (36 %).
  • Auf den weiteren Positionen folgen: Schwierigkeiten bei der Umstellung bestehender IT-Systeme (35 %) und eine mangelnde Qualität der Internetverbindung (30 %).
  • Anteil der Unternehmen, der keine Hemmnisse bei der Digitalisierung wahrnimmt, sinkt von 21 auf 13 %.

Quelle:
KfW-Unternehmensbefragung 2019 – Digitalisierung  (PDF, 593 KB, nicht barrierefrei)

Zugang zu Krediten für Digitalisierungsprojekte schwieriger als für Investitionen

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen seinen Kreditzugang als "schlecht" oder "sehr schlecht" bezeichnet, liegt für Unternehmen, die Kreditverhandlungen über Kredite für Digitalisierungs­vorhaben geführt haben, um gut zwei Drittel höher als für Unternehmen mit Kreditver­handlungen über Investitions­vorhaben (d. h. für Maschinen, Anlagen o. ä.).
  • Kredite für Digitalisierungsvorhaben werden jedoch nur selten nachgefragt.

Quelle:
Unternehmensbefragung 2018 – Digitalisierung nimmt Fahrt auf  (PDF, 545 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierung des Mittelstands im europäischen Vergleich

  • Für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit 20–249 Beschäftigten hat Digitalisierung eine ähnlich hohe Priorität wie für ihre Wettbewerber in Frankreich, Spanien, Polen und dem Vereinigten Königreich. Allerdings gehen sie differenzierter vor und konzentrieren sich auf weniger Digitalisierungs­aktivitäten.
  • Anders als in den übrigen Ländern stellt der Druck des Wettbewerbs für die deutschen KMU eine weniger starke Antriebsfeder bei der Digitalisierung dar: Knapp die Hälfte von ihnen (48 %) ist überzeugt, dass sie neue digitale Technologien nutzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, im europäischen Vergleich liegt dieser Anteil bei 54 %.
  • Fehlende digitale Kompetenzen sind für deutsche Mittelständler ein ähnlich starkes Hemmnis wie für KMU aus anderen Ländern. Dabei fehlen aus Sicht der KMU nicht nur Kenntnisse im Bereich der Software­entwicklung oder Webseiten­programmierung, sondern auch Management­kompetenzen für die Umsetzung digitaler Projekte und zum Teil grundlegende Kenntnisse der Dateneingabe und -verarbeitung.
  • Um ihr digitales Knowhow auszubauen, führen rund 58 % der deutschen Mittelständler interne Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter durch – deutlich mehr als in anderen Ländern. Sie stoßen aber auch deutlich häufiger als ihre europäischen Wettbewerber an Grenzen, wenn es um die Rekrutierung neuer Mitarbeiter geht: In keinem anderen der befragten Länder wird der IT-Fachkräftemangel als so problematisch empfunden wie in Deutschland.

Quelle:
Going Digital – The Challenges Facing European SMEs  (PDF, 7 MB, nicht barrierefrei)

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