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Digitalisierung

Chancen und Herausforderungen für Mittelstand und Gründer

Digitale Technologien stellen als „General Purpose Technologien“ eine wichtige Quelle für Neuerungen in breiten Teilen der Wirtschaft dar. Sie gelten daher als zentraler Treiber für Wettbewerbs­fähigkeit und Wachstum. Aus gesamt­wirtschaftlicher Sicht gilt die Digitalisierung als Hoffnungs­träger für ein Wieder­ansteigen der seit Jahren in vielen Industrieländern rückläufigen Produktivitäts­raten.

Aktuell veröffentlicht

European SME Survey 2019
European SME Survey 2019

Gemeinsam mit den europäischen Förderbanken Bpifrance, BGK, ICO und der British Business Bank hat KfW Research mehr als 2.500 Mittelständler in fünf europäischen Ländern zur Digitalisierung befragt.

Going Digital – The Challenges Facing European SMEs  (PDF, 7 MB, nicht barrierefrei)

Weitere Veröffentlichungen zum Thema Digitalisierung von KfW Research

Höhere Digitalisierungsanstrengungen großer Mittelständler

  • Unternehmen jeder Größenklasse haben den Anteil der Digitalisierer gegenüber der Vorperiode gesteigert.
  • Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt der Anteil der Digitalisierer deutlich.
  • Da große Mittelständler auch mehr für ihre Digitalisierung ausgeben, droht eine Spaltung in große, stark digitalisierte und kleine, bei der Digitalisierung abgehängte Unternehmen.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2018  (PDF, 880 KB, nicht barrierefrei)

Eigene Forschung und Entwicklung (FuE) befördert die Digitalisierung

  • Unternehmen mit eigener FuE sind Vorreiter bei der Digitalisierung. Sie führen Digitalisierungs­vorhaben mehr als doppelt so häufig durch als Unternehmen ohne FuE.
  • Vor allem tief greifende Digitalisierungs­vorhaben, die die Arbeitsabläufe in Unternehmen verändern, werden von FuE-treibenden Unternehmen besonders häufig durchgeführt.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2018  (PDF, 880 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierung der Schnittstellen zum Unternehmensumfeld am häufigsten

  • Der Kontakt zu Kunden und Zulieferern wird von Mittelständlern am häufigsten digitalisiert. Nahezu gleich häufig werden IT-Strukturen erneuert und neue Anwendungen eingeführt.
  • Die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen rangiert auf der letzten Position.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2018  (PDF, 880 KB, nicht barrierefrei)

15 Mrd. EUR gibt der Mittelstand für Digitalisierung aus

  • Gegenüber dem Vorjahr steigen die aggregierten Digitalisierungsausgaben im Mittelstand um 1 Mrd. EUR.
  • Große Mittelständler geben rund das 24-fache der kleinen Mittelständler für ihre Digitalisierung aus.

Quelle:
KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2018  (PDF, 880 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierungshemmnisse nehmen zu

  • Die drei am häufigsten genannten Digitali­sierungs­hemmnisse sind die Anforderung an Datensicherheit bzw. Datenschutz (46 %), fehlende IT-Kompetenzen im Unternehmen in Verbindung mit mangelnder Verfügbarkeit von IT-Fachkräften auf dem Markt (38 %) und Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation (36 %).
  • Auf den weiteren Positionen folgen: Schwierigkeiten bei der Umstellung bestehender IT-Systeme (35 %) und eine mangelnde Qualität der Internetverbindung (30 %).
  • Anteil der Unternehmen, der keine Hemmnisse bei der Digitalisierung wahrnimmt, sinkt von 21 auf 13 %.

Quelle:
KfW-Unternehmensbefragung 2019 – Digitalisierung  (PDF, 593 KB, nicht barrierefrei)

Zugang zu Krediten für Digitalisierungsprojekte schwieriger als für Investitionen

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen seinen Kreditzugang als "schlecht" oder "sehr schlecht" bezeichnet, liegt für Unternehmen, die Kreditverhandlungen über Kredite für Digitalisierungs­vorhaben geführt haben, um gut zwei Drittel höher als für Unternehmen mit Kreditver­handlungen über Investitions­vorhaben (d. h. für Maschinen, Anlagen o. ä.).
  • Kredite für Digitalisierungsvorhaben werden jedoch nur selten nachgefragt.

Quelle:
Unternehmensbefragung 2018 – Digitalisierung nimmt Fahrt auf  (PDF, 545 KB, nicht barrierefrei)

Interne Mittel dominieren bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten

  • Digitalisierungsvorhaben werden zu 77 % aus den laufenden Einnahmen der Unternehmen finanziert. Bankkredite spielen mit 4 % des Finanzierungs­volumens eine untergeordnete Rolle.
  • Damit unterscheidet sich die Finanzierung von Digitalisierungs­vorhaben deutlich von der Finanzierung von Investitionen in Sachanlagen. Dort machen Bankkredite 21 %, laufende Einnahmen aber nur 58 % des Finanzierungs­volumens aus.
  • Abgesehen von den vergleichsweise kleinen zu finanzierenden Volumen dürfte dies auf die besonderen Charakteristika von Digitalisierungs­vorhaben zurückzuführen sein.
  • Die Erfolgschancen sind für externe Geldgeber schwierig zu beurteilen, da Digitalisierungs­vorhaben häufig firmen­spezifische Anwendungen bzw. Problem­lösungen zum Ziel haben und dem Aufbau und der Verbesserung von Knowhow und organisatorischen Abläufen dienen.
  • Digitalisierungsvorhaben setzen sich zu einem großen Anteil aus Aufwendungen für Personal und Vorleistungen zusammen, während nur ein vergleichsweise kleiner Anteil auf materielle Investitionen entfällt. Dies senkt die Möglichkeiten, Sicherheiten aus dem Projekt heraus zu stellen.
  • Beides verringert die Bereitschaft externer Geldgeber, Digitalisierungs­vorhaben zu finanzieren.

Quelle:
Digitalisierung im Mittelstand: Status Quo, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen  (PDF, 567 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierung des Mittelstands im europäischen Vergleich

European SME Survey

  • Für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit 20–249 Beschäftigten hat Digitalisierung eine ähnlich hohe Priorität wie für ihre Wettbewerber in Frankreich, Spanien, Polen und dem Vereinigten Königreich. Allerdings gehen sie differenzierter vor und konzentrieren sich auf weniger Digitalisierungs­aktivitäten.
  • Anders als in den übrigen Ländern stellt der Druck des Wettbewerbs für die deutschen KMU eine weniger starke Antriebsfeder bei der Digitalisierung dar: Knapp die Hälfte von ihnen (48 %) ist überzeugt, dass sie neue digitale Technologien nutzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, im europäischen Vergleich liegt dieser Anteil bei 54 %.
  • Fehlende digitale Kompetenzen sind für deutsche Mittelständler ein ähnlich starkes Hemmnis wie für KMU aus anderen Ländern. Dabei fehlen aus Sicht der KMU nicht nur Kenntnisse im Bereich der Software­entwicklung oder Webseiten­programmierung, sondern auch Management­kompetenzen für die Umsetzung digitaler Projekte und zum Teil grundlegende Kenntnisse der Dateneingabe und -verarbeitung.
  • Um ihr digitales Knowhow auszubauen, führen rund 58 % der deutschen Mittelständler interne Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter durch – deutlich mehr als in anderen Ländern. Sie stoßen aber auch deutlich häufiger als ihre europäischen Wettbewerber an Grenzen, wenn es um die Rekrutierung neuer Mitarbeiter geht: In keinem anderen der befragten Länder wird der IT-Fachkräftemangel als so problematisch empfunden wie in Deutschland.

Quelle:
Going Digital – The Challenges Facing European SMEs  (PDF, 7 MB, nicht barrierefrei)

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