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Digitalisierung

Chancen und Herausforderungen für Mittelstand und Gründer

Die Digitalisierung gilt als wesentlicher Treiber für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft mittelständischer Unternehmen. Sie bietet Chancen, eigene Geschäftsprozesse effizienter und ressourcenschonender zu gestalten und neue Produkt- und Dienstleistungsangebote sowie neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Digitalisierung gilt auch als Hoffnungsträger für ein Wiederansteigen der seit Jahren in vielen Industrieländern rückläufigen Produktivitätsraten.

Digitalisierungsprojekte weit verbreitet

  • Digitalisierungsprojekte konzentrieren sich weniger stark auf einzelne Unternehmensgruppen als Innovationen.
  • Selbst regional aggierende Unternehmen führen Digitalisierungsprojekte rund ein Drittel häufiger durch als Innovationen.
  • Allerdings spielt das Alter des Unternehmers bei Digitalisierungsprojekten eine größere Rolle. Digitalisierungsprojekte werden hauptsächlich von jungen Unternehmern durchgeführt. Mit zunehmenden Alter geht ein Unternehmer Projekte zur Digitalisierung immer seltener an.

Quelle:
Bestimmungsfaktoren des Digitalisierungs- und Innovationsverhaltens im Mittelstand  (PDF, 331 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierung nimmt Fahrt auf

  • 52,7 % der Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren Digitalisierungs­vorhaben umzusetzen.
  • Nur ein Viertel der Unternehmen schliesst dies aus.
  • Gegenüber der Vorjahresbefragung ist der Anteil der Unternehmen mit fest geplanten Digitalisierungs­vorhaben um 11 Prozentpunkte gestiegen; der Anteil der Unternehmen, der dies ausschließt ist dagegen um 9 Prozentpunkte gesunken.

Quelle:
Unternehmensbefragung 2018 – Digitalisierung nimmt Fahrt auf  (PDF, 545 KB, nicht barrierefrei)

Effizienzsteigerung wichtiger als Erschließung neuer Märkte

  • Triebkraft der Digitalisierung ist am häufigsten das Erzielen von Effizienzgewinnen durch die Verknüpfung der IT-Systeme zwischen den Geschäftsbereichen im Unternehmen (56,2 %).
  • Nahezu gleichauf rangiert die Steigerung der Effizienz in der Produktion (55,2 %).
  • Die Erschließung neuer Märkte mit Hilfe neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen wird mit 34 % deutlich seltener genannt

Quelle:
Unternehmensbefragung 2018 – Digitalisierung nimmt Fahrt auf  (PDF, 545 KB, nicht barrierefrei)

Jeder vierte Mittelständler setzt erfolgreich Digitalisierungsprojekte um

  • 26 % der mittelständischen Unternehmen haben im Zeitraum 2014 bis 2016 erfolgreich Digitalisierungsprojekte abgeschlossen.
  • Dieser Anteil steigt mit zunehmender Unternehmensgröße. Er beträgt bei kleinen Unternehmen (unter 5 Beschäftigte) 24 %; bei großen Mittelständlern (50 und mehr Beschäftigte) dagegen 45 %.
  • Die wissensbasierten Dienstleistungen und das FuE-intensive Verarbeitende Gewerbe nehmen Spitzenreiterpositionen ein.

Quelle:
Digitalisierung im Mittelstand: Durchführung von Vorhaben und Höhe der Digitalisierungsausgaben  (PDF, 112 KB, nicht barrierefrei)

Mittelständler geben insgesamt 14 Mrd. EUR für ihre Digitalisierung aus

  • Mit 5,1 Mrd. EUR tragen die großen Mittelständler (50 und mehr Beschäftigte) den größten Teil der Digitalisierungs­ausgaben.
  • Auch kleine Unternehmen tragen mit 4,3 Mrd. EUR einen beträchtlichen Teil dazu bei

Quelle:
Digitalisierung im Mittelstand: Durchführung von Vorhaben und Höhe der Digitalisierungsausgaben  (PDF, 112 KB, nicht barrierefrei)

Interne Mittel dominieren bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten

  • Digitalisierungsvorhaben werden zu 77 % aus den laufenden Einnahmen der Unternehmen finanziert. Bankkredite spielen mit 4 % des Finanzierungsvolumens eine untergeordnete Rolle.
  • Damit unterscheidet sich die Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben deutlich von der Finanzierung von Investitionen in Sachanlagen. Dort machen Bankkredite 21 %, laufende Einnahmen aber nur 58 % des Finanzierungsvolumens aus.
  • Abgesehen von den vergleichsweise kleinen zu finanzierenden Volumen dürfte dies auf die besonderen Charakteristika von Digitalisierungsvorhaben zurückzuführen sein:
  • Die Erfolgschancen sind für externe Geldgeber schwierig zu beurteilen, da Digitalisierungsvorhaben häufig firmenspezifische Anwendungen bzw. Problemlösungen zum Ziel haben und dem Aufbau und der Verbesserung von Knowhow und organisatorischen Abläufen dienen.
  • Digitalisierungsvorhaben setzen sich zu einem großen Anteil aus Aufwendungen für Personal und Vorleistungen zusammen, während nur ein vergleichsweise kleiner Anteil auf materielle Investitionen entfällt. Dies senkt die Möglichkeiten, Sicherheiten aus dem Projekt heraus zu stellen.
  • Beides verringert die Bereitschaft externer Geldgeber, Digitalisierungsvorhaben zu finanzieren.

Quelle:
Digitalisierung im Mittelstand: Status Quo, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen  (PDF, 567 KB, nicht barrierefrei)

Zugang zu Krediten für Digitalisierungsprojekte schwieriger als für andere Investitionen

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen seinen Kreditzugang als "schlecht" oder "sehr schlecht" bezeichnet, liegt für Unternehmen, die Kreditverhandlungen über Kredite für Digitalisierungs­vorhaben geführt haben, um gut zwei Drittel höher als für Unternehmen mit Kreditver­handlungen über Investitions­vorhaben
  • Kredite für Digitalisierungsvorhaben werden jedoch nur selten nachgefragt

Quelle:
Unternehmensbefragung 2018 – Digitalisierung nimmt Fahrt auf  (PDF, 545 KB, nicht barrierefrei)

Digitalisierung beschleunigt Internationalisierung im Mittelstand

  • Aus Sicht mittelständischer Unternehmen (20–499 Beschäftigte) wird es durch die Digitalisierung einfacher für sie, sich in die Wertschöpfungsketten ihrer Kunden zu integrieren – im Inland wie im Ausland. Dies gilt für Dienstleister noch stärker als für Industrieunternehmen, da sie ihre Leistungen häufiger elektronisch erbringen können und seltener auf den physischen Transport von Produkten angewiesen sind.
  • Knapp zwei Drittel der mittelständischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gehen davon aus, dass die Digitalisierung die Erschließung europäischer Absatz- und Beschaffungsmärkte für sie leichter machen wird.
  • Zudem erwarten rund 50 % der Industrie- und 44 % der Dienstleistungs­unternehmen eine verstärkte Kooperation mit Unternehmen aus dem europäischen Ausland. Einige Unternehmen erwarten von der Digitalisierung sogar Impulse für ihre Investitionstätigkeit im Ausland.

Quelle:
Mittelständische Wertschöpfungsketten werden internationaler – Europa bleibt wichtig  (PDF, 145 KB, nicht barrierefrei)

Gründer sind eine treibende Kraft der "digitalen Revolution"

Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat zuletzt zwar einen Tiefpunkt erreicht, ist aber innovativer geworden: Es gab 6 % mehr Gründer, die technologische Innovationen herausbringen. Dies ergab eine Analyse von KfW Research mit dem Titel "Digitale Gründer werden ihrer Vorreiterrolle gerecht".

Für die deutsche Volkswirtschaft ist dies eine gute Nachricht: "Digitale" Gründer schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze, tragen überdurchschnittlich zur Innovationskraft bei und stärken Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.

Von den untersuchten "digitalen" Gründern geben 12 % an, dass ihr Angebot eine überregionale Marktneuheit ist, weil es das Angebot zumindest in Deutschland noch nicht gab. Bei "nicht-digitalen" Gründern sind es nur 5 %. Zudem sind 19 % der "digitalen" Gründer innovativ – das heißt, sie führen Forschung und Entwicklung durch, um ihr Produkt technologisch zu verfeinern. Der Anteil bei den "nicht-digitalen" Gründern liegt lediglich bei 10 %.

Die stärkere Innovationsorientierung und die größeren Zielmärkte ziehen allerdings auch einen größeren Bedarf an Anschlussfinanzierungen nach sich: "Diese gilt es sicherzustellen, damit die 'digitalen' Unternehmen ihre Innovationskraft ausspielen und ihre besondere volkswirtschaftliche Rolle ausfüllen können“, sagt Dr. Zeuner.

"Digitale Gründer beleben Deutschlands Innovationskraft", KfW-Pressemitteilung v. 23. Januar 2017

"Digitale Gründer werden ihrer Vorreiterrolle gerecht" (Januar 2017)

KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner zum Thema Digitalisierung

"Künstliche Intelligenz wird zur Schlüsseltechnologie"

KfW-Chefökonom Jörg Zeuner traf Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb zu einem Gespräch über Defizite und Chancen in mittelständischen Unternehmen.

Jörg Zeuner im Gespräch mit Dietmar Harhoff

"Mittelständler verunsichert die fehlende IT-Kompetenz"

KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner über die Gründe für die zögerliche Digitalisierung des Mittelstandes und wie man den Wandel unterstützen kann

Interview Dr. Jörg Zeuner mit VDI-Nachrichten (Online) v. 2. März 2017

Digitalisierung auf KfW Stories

Dossier "Digitale Gründer

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Dossier "Digitalisierung"

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