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KfW Research

Zukunftstechnologien für Deutschland

Welche Technologien sind für Deutschland am viel versprechendsten? Wo wird im kommenden Jahrzehnt (nach­haltiges) Wachstum herkommen? Mit welchen Technologien kann das Produktivitäts­wachstum wieder angekurbelt werden? Auf welchen bestehenden Stärken kann Deutschland aufsetzen, an welchen Stellen müssen wir zusätzliche Kompetenzen aufbauen? Und: Welche Weichen müssen dafür heute gestellt werden?

KfW Research hat eine Studie beim Fraunhofer-Institut für Innovations- und Systemforschung (ISI), Karlsruhe, in Auftrag gegeben und die Zukunfts­technologien aus deutscher Sicht ermittelt. Der Fokus liegt dabei auf Technologien, die bereits in mittlerer Frist eine hohe Relevanz auf dem Markt erreichen können.

Zusammenfassung:
Zukunftstechnologien für Deutschland: in vielen Feldern gut aufgestellt, aber auch Bedarf zur Nachjustierung  (PDF, 144 KB, nicht barrierefrei)
Vollständige Studie:
Identifizierung und Bewertung von Zukunftstechnologien für Deutschland  (PDF, 2 MB, nicht barrierefrei)

Methodik und Bewertungen der Technologien

Zur Beurteilung der Technologien wurden die technologische Entwicklung und der Beitrag Deutschlands untersucht. Dazu wurde auf transnationale Patente, wissenschaftliche Publikationen und Markenanmeldungen zurückgegriffen.

Patente spiegeln die kurz bis mittelfristige Entwicklung einer Technologie, wissenschaftliche Publikationen die eher langfristige Entwicklung wider. Markenanmeldungen stehen dafür, wie stark eine Technologie aktuell schon am Markt verfügbar ist. Der Grad der Spezialisierung und die Anzahl deutscher Patente, Publikationen und Marken geben dabei die deutsche Position bei einer Technologie wieder.

In der Summe aller Teilindikatoren konnte ein Ranking erstellt werden, im Hinblick darauf, welche Technologien aus deutscher Sicht am viel versprechend­sten sind.

Die zentralen Untersuchungsergebnisse sind:

Deutschland verfügt über ein ausdifferenziertes Technologie­profil mit vielen Anknüpfungs­punkten für die zukünftige Entwicklung; es besteht aber auch Bedarf einer weiteren Anpassung.

  • Die identifizierten Zukunfts­technologien decken eine große Bandbreite ab. Zu ihnen zählen für Kraftfahrzeuge relevante Technologien, Informations-, Umwelt- / Klimaschutz­technologien, Produktions- und Medizintech­nologien sowie Informations­technologien. Bei einer Vielzahl dieser Technologien besitzt Deutschland bereits ausgeprägte Kompetenzen. Die bestehenden Kompetenzen dürfen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt, sondern müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden; zusätzliche Potenziale müssen vor allem bei den Informationstechnologien erschlossen werden.

Ranking von Technologien aus deutscher Sicht:

  • Die technologischen Kompetenzen Deutschlands sind bei den Informations­technologien nur mittelstark ausgeprägt. Da es wenig realistisch erscheint, nur durch verstärkte Forschung und Entwicklung in wenigen Jahren international den Anschluss bei der Entwicklung dieser Technologien zu erreichen, sollte bei diesen Technologien ein besonderes Augenmerk auf den Aufbau von Kompetenzen in ihrer Anwendung – insbesondere in der Produktionstechnik – gelegt werden.
  • Bei den Kraftfahrzeug­technologien sind die deutschen Unternehmen technologisch gut aufgestellt. Diese Technologien setzen bei bereits bestehenden, klassischen deutschen Stärken an. Ein weiteres Engagement in der Forschung ist jedoch erforderlich, vor allem um Kompetenzen in der Elektromobilität aufzubauen. Wesentlich sind auch klare Rahmenbedingungen zu Gunsten von Elektro­mobilität und Anreize beim Kauf von E-Mobilen.
  • Produktionstechnologien zählen zu den traditionellen deutschen Stärken. Eine besondere Herausforderung für deutsche Unternehmen ist der neue Markt der additiven Fertigung und die Integration der Informationstechnik.
  • Umwelt- und Klimaschutz­technologien adressieren direkt gesellschaftliche Bedarfe. Damit sich diese Technologien wirtschaftlich auch auf kürzere Sicht rechnen, ist es wichtig, zuverlässige Rahmen­bedingungen für deren Nutzung zu schaffen, wie etwa die CO2-Steuer. Die Anreize, in Umwelt- und Klimaschutz zu investieren, müssen auf breiter Front gestärkt werden.
  • Zu den Zukunftstechnologien der Medizin zählen beispielsweise neue Impfstoffe, die lange Zeit als ökonomisch wenig attraktiv galten. Mit der Corona-Pandemie haben Impfstoffe eine neue Bedeutung bekommen. Da es in den kommenden Jahren immer wieder ähnlich gefährliche neue Viren geben wird, kann ein erhebliches Wachstums­potenzial angenommen werden.

Informationstechnologien (IT) stellen eine besondere Herausforderung dar: Ihnen kommt eine zunehmende Bedeutung auch für andere Technologiefelder zu; Deutschland ist hier jedoch schlecht aufgestellt.

  • Informationstechnologien verfügen über ein hohes Wertschöpfungs­potenzial. Dies gilt auch deshalb, weil sie nicht nur unmittelbar in der IKT-Branche, sondern in einer Vielzahl von Wirtschaftszweigen Anwendung finden. Bereits heute machen Informations­technologien hohe Anteile an den Patenten vieler anderer Technologiefelder aus.
  • Eine Besonderheit der Informationstechnologien ist, dass sie eng miteinander zusammenhängen („Konvergenz“). Daher ist eine Nischenstrategie – d. h. eine Konzentration auf einzelne Informations­technologien – wenig Erfolg versprechend.
  • Der Kompetenzaufbau bei Informations­technologien muss daher in der Breite erfolgen, um die Digitalisierung zu bewältigen.

Stand: 2. März 2021

Kontakt

KfW Research, KfW Bankengruppe, Palmengartenstr. 5-9, 60325 Frankfurt,

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