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Generationenwechsel im deutschen Mittelstand

Das erfolgreiche Management der Unternehmensnachfolge wird mehr und mehr zu einer zentralen Herausforderung für den Mittelstand in Deutschland. Allein bis Ende 2019 planen 236.000 Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) den Rückzug aus ihrem Unternehmen – und wollen das Unternehmen in die Hände eines Nachfolgers legen. Für rund 100.000 dieser Unternehmen wird die Zeit knapp. Dort ist noch kein Nachfolger gefunden oder mit der Suche ist noch nicht begonnen worden.

Zur Studie:
Generationenwechsel im Mittelstand: Bis 2019 werden 240.000 Nachfolger gesucht  (PDF, 213 KB, nicht barrierefrei)

Pressemitteilung



Der anstehende Generationenwechsel wird viele Unternehmen vor Probleme stellen, denn zu gering ist die Zahl nachrückender Existenzgründer, die eine qualifizierte Nachfolge antreten können. Dabei ist der Bedarf an Nachfolgern bereits jetzt hoch und wird zunehmen. Nicht zuletzt durch die rasche Alterung der Inhaber. Bereits jetzt sind 1,4 Mio. Inhaber 55 Jahre oder älter. Ein Viertel wird zum geplanten Rückzugszeitpunkt bereits über 70 Jahre alt sein. Aber nicht überall in Deutschland ist der Generationenwechsel im Mittelstand ein gleich drängendes Problem – es bestehen überraschend große regionale Unterschiede. Der höchste Anteil an älteren Inhabern weist der Mittelstand in Schleswig-Holstein, Thüringen und Baden-Württemberg auf. Dort ist auch die Situation der Nachfolgen angespannter. Anders in Hamburg, Rheinland-Pfalz/Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern; hier stehen kurzfristig weit weniger Unternehmens­nachfolgen an.

Es gibt eine zweite Seite: Nicht jeder Unternehmenslenker mit konkreten Rückzugsgedanken hat vor, sein Unternehmen überhaupt fortführen zu lassen, sondern bevorzugt eine Stilllegung. Aktuell planen die Inhaber von 331.000 noch aktiven Mittelständlern binnen 5 Jahren die Geschäftsaufgabe. Für größere Unternehmen scheint eine Geschäftsaufgabe aber kaum eine Option zu sein, nur 5 % ziehen dies in Betracht. Bei den Kleinstunternehmen liegt der Wert um das Achtfache höher bei 41 %.

Ein zeitnah anstehender Generationenwechsel in der Inhaberschaft, gepaart mit einem hohen Alter des Unternehmers, hat erhebliche Folgen für die Investitionsbereitschaft. Ist die Nachfolge unklar, dann bleiben vermehrt Investitionen aus. Umgekehrt stärkt eine geklärte Nachfolge die Investitionsbereitschaft auch bei hohem Inhaberalter. Am stärksten ausgeprägt ist die Wirkung bei kurzfristig anstehenden Nachfolgen binnen 2 Jahren: Wenn die Nachfolge gesichert ist, dann löst dies ein durchschnittliches Investitionsplus von 40 % im Unternehmen aus.


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