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    KfW Research

    Unternehmensbefragung

    Seit 2001 führt die KfW Bankengruppe gemeinsam mit Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft eine breit angelegte Befragung von Unternehmen zu ihrer Finanzierungs­situation und ihren Finanzierungs­gewohnheiten durch. Ziel der gemeinsamen Untersuchung ist es, durch aktuelle Fakten und Einschätzungen insbesondere auf den Problemfeldern der Themenkreise Banken­beziehungen, Kreditbedingungen und Finanzierungs­gewohnheiten zu einer sachlichen Diskussion beizutragen.

    Die wirtschaftliche Lage der Befragungsteilnehmer ist schwierig

    Besonders der Handel hatte Rückgänge in der Nachfrage zu verzeichnen
    • 46 % der Unternehmen verzeichneten in den vorangegangenen zwölf Monaten Rückgänge in der Nachfrage nach ihren Produkten oder Dienst­leistungen, nur 20 % verzeichneten Zuwächse. Der Abschwung traf den Unternehmens­sektor in der gesamten Breite. Auch für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich keine Wende ab: 40 % erwarten weitere Einbußen. Die Erwartungen sind dabei stark größenspezifisch geprägt: Groß­unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft als Kleinst­unternehmen.

    Kapitalstruktur der Unternehmen steht zunehmend unter Druck

    Die Eigenkapitalquote ist in allen Branchen gesunken
    • Die andauernde konjunkturelle Schwächephase setzt der Kapitalstruktur der Unternehmen zu. Rund 31 % der befragten Unternehmen meldeten im Frühjahr 2026, dass ihre Eigenkapitalquote innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate gesunken sei. Ergebnisse einer multivariaten Analyse zeigen, dass in allen betrachteten Größenklassen die Wahr­schein­lichkeit einer Verschlechterung der Eigenkapital­quote deutlich zugenommen hat.
    • Auch bei den Ratingnoten deutet sich eine Verschlechterung an. So meldeten zuletzt nur rund 14 % der Unternehmen eine Verbesserung ihrer Ratingnote. Dagegen berichteten 25 % der befragten Unternehmen von einer Verschlechterung. Im Gegensatz zur Vorerhebung ist der Saldo aus Verbesserungs- abzüglich Verschlechterungs­meldungen negativ.

    Finanzierungsklima ist aktuell eingetrübt

    Der Kreditzugang hat sich leicht verschlechtert
    • Das Finanzierungsklima hat sich im Vergleich zur Vorerhebung weiter verschlechtert. Beurteilten im Jahr 2024 noch rund 32 % der Unternehmen den Kreditzugang als leicht, waren es in der aktuellen Befragung lediglich 24 %. Etwa 26 % schätzen die Aufnahme eines Kredits derzeit als schwierig ein. Die befragten Unternehmen führen die wahrgenommene Verschlechterung des Finanzierungs­klimas vor allem auf verschärfte Kreditvergabe­konditionen zurück.

    Kreditnachfrage hat im Jahr 2025 weiter nachgelassen

    Die Nachfrage nach Krediten ist zurückgegangen.
    • In den zwölf Monaten vor Befragungsbeginn haben 45 % der Unternehmen Kreditver­handlungen geführt – ein Rückgang um rund 4 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorerhebung im Jahr 2024. Dieser Trend zeigt sich in allen Branchen und Größen­klassen. Eine langfristige Betrachtung zeigt, dass die Kreditnachfrage aktuell deutlich unter den Werten von Mitte der 2010er-Jahre liegt.
    • Am häufigsten wurden in den vergangenen zwölf Monaten langfristige Kredite nachgefragt. Rund 51 % aller Unternehmen in Kredit­verhandlungen führten diese zu Krediten mit Laufzeiten von mindestens 5 Jahren. Etwa 44 % der Unternehmen haben sich in ihren Kreditverhandlungen um mittelfristige Kredite und rund 43 % der Unternehmen um kurzfristige Kredite bemüht.

    Eingetrübtes Finanzierungsklima zeigt sich auch im gestiegenen Anteil gescheiterter Kreditverhandlungen.

    Auch die gescheiterten Kreditverhandlungen sind gestiegen
    • Besonders große Probleme traten im vergangenen Jahr bei kurzfristigen Krediten auf: Bei fast jeder vierten Verhandlung kam es zu keinem Abschluss (23,4 %), ein deutlicher Anstieg um 5 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung im Frühjahr 2022. Auch bei mittelfristigen Krediten scheiterte mehr als jede fünfte Verhandlung. Gespräche über langfristige Kredite scheiterten dagegen etwas weniger häufig (18 %).
    • Die in früheren Erhebungen beobachteten deutlichen Unterschiede in der Erfolgsquote von Kreditver­handlungen nach Größenklassen zeigen sich in der aktuellen Befragung nur noch bei langfristigen Krediten. Bei kurz- und mittelfristigen Laufzeiten scheiterte in allen Größenklassen jeweils etwas mehr als ein Fünftel der Verhandlungen. Bei langfristigen Krediten waren größere Unternehmen hingegen deutlich erfolgreicher: Lediglich bei 11 % der Unternehmen mit entsprechenden Verhandlungen blieb der Abschluss vollständig aus.

    Nachhaltigkeit wurde bei Kreditverhandlungen nicht häufiger adressiert, aber dafür konkreter

    Unveränderte Nachfrage nach der Nachhaltigkeit
    • Das Thema Nachhaltigkeit spielte bei Kreditverhand­lungen im vergangenen Jahr eine ähnlich große Rolle wie in der Erhebung 2024. Jedes vierte Unternehmen (25 %), welches in den zwölf Monaten vor der Befragung Kreditverhandlungen geführt hat, gab an, dass in den Verhandlungen das Thema Nachhal­tigkeit adressiert wurde. In der Erhebung 2024 lag der Anteil mit 27 % in einer ähnlichen Größen­ordnung; ein spürbarer Anstieg ist seither nicht zu erkennen. Vergleichsweise häufig spielten Nachhaltig­keits­aspekte bei Kreditver­hand­lungen von größeren Unternehmen eine Rolle.
    • Nachhaltigkeit wird in Kreditgesprächen zwar nicht häufiger, aber deutlich konkreter adressiert: Von den Unternehmen, die angaben, in Kreditgesprächen auf Nachhaltigkeit angesprochen worden zu sein, wurden nahezu alle (97 %) nach spezifischen Nachhaltigkeits­informationen oder -indikatoren gefragt. Am häufigsten wurden klassische Verbrauchsdaten wie Energie- und Stromverbrauch sowie der Anteil erneuerbarer Energien abgefragt, gefolgt von einer Nachhaltigkeits­strategie sowie Angaben zu Treibhausgasen.

    Unternehmen hielten sich bei Investitionen zurück

    Besonders im Bau gab es Zurückhaltung bei den Investitionsprojekten

    • Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds haben mit rund 57 % etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Investitionen im vergangenen Jahr getätigt. Gegenüber der letztmaligen Erhebung dieser Angaben im Jahr 2021 (bezogen auf das Investitionsjahr 2020) entspricht dies jedoch einem Rückgang um 9 Prozentpunkte. Der aktuelle Wert liegt zudem auch deutlich unter dem Niveau des Krisenjahres 2009 (68 %). Dies signalisiert eine spürbare Investitions­zurückhaltung, die über die früherer Rezessionsphasen hinausgeht.
    • Der Investitionsschwerpunkt lag klar im Inland – 93 % der Unternehmen mit Investitionen tätigten diese ausschließlich in Deutschland. Lediglich 2 % investierten ausschließlich im Ausland. Bei großen Unternehmen spielt das Ausland als Investitionsstandort jedoch eine wichtigere Rolle.
    • Der Schwerpunkt der Investitionen lag mit 52 % auf Ersatzinvestitionen, also dem Erhalt und der Erneuerung bestehender Anlagen und Infrastruktur. Nachgeordnet folgten wachstums­orientierte Motive: 42 % der Unternehmen investierten in die Digitalisierung, und 41 % tätigten Erweiterungs­investitionen zum Kapazitätsaufbau. Für 38 % war die Senkung von Kosten ein wichtiges Ziel. Investitionen in Klima- und Umweltschutz waren mit 18 % zwar relevant, aber nicht treibende Kraft der Investitions­tätigkeit im gesamten Unternehmenssektor.

    Vielfältige Gründe, warum Unternehmen nicht investiert haben

    Besonders die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hält die Unternehmen von Investitionen ab
    • Unternehmen, die im vergangenen Jahr nicht investiert haben, nennen vor allem die unsichere gesamtwirtschaftliche Lage als Hauptgrund (47 %). Zudem engten stark gestiegene Kosten, insbesondere für Energie, Material und Löhne (43 %), die Spiel­räume für Investitionen ein. 37 % sahen im vergangenen Jahr keinen unmittelbaren Investitions­bedarf, während finanzielle Restriktionen ebenfalls stark bremsten: fehlende Eigenmittel (34 %) und ungünstige Finanzierungs­konditionen (28 %). Büro­kratische Anforderungen wirkten für 23 % hemmend, und ein hoher Verschuldungsgrad stellte für 17 % eine Hürde dar.

    Viele Unternehmen sehen grundsätzlich Investitionsbedarfe, aber Investitionspläne sind dennoch eher verhalten

    Der Groß- und Außenhandel hat die meisten Investitionspläne
    • Rund 92 % der Befragten sehen für ihr Unter­nehmen grundsätzlich Investitionsbedarfe. Die größten zukünftigen Investitionsbedarfe sehen die Unternehmen in der Digitalisierung (53 %). Nahezu ebenso wichtig sind investitions­getriebene Kosten­senkungen (51 %). Auf Platz drei stehen Ersatz­investitionen (43 %). Deutlich weniger Unternehmen sehen Bedarf für Erweiterungs­investitionen (32 %), was auf eher moderate Wachstums­aussichten hindeutet. Investitionen in Klima- und Umweltschutz sind nur für 20 % besonders dringlich.
    • Trotz hoher Investitionsbedarfe planen nur 61 % der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten zu investieren. Eine Aufbruchs­stimmung ist somit nicht sichtbar. Zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede: Besonders aktiv sind Groß- und Außenhandel (79 %) sowie Verarbeitendes Gewerbe (69 %). Deutlich zurückhaltender sind Bauwirtschaft, Einzelhandel und Handwerk; Hier wollen jeweils nur etwa die Hälfte investieren, was auf anhaltende Unsicherheit hindeutet.
    • Der Schwerpunkt bleibt im Inland: 91 % planen ausschließlich in Deutschland zu investieren, nur 5 % ausschließ­lich im Ausland. Im Segment der größeren Unternehmen planen im Vergleich zum letzten Jahr etwas mehr Unternehmen Investitionen im Ausland.

    Unternehmen brauchen für Investitionen bessere Rahmenbedingungen

    Bürokratieabbau wünschen sich die meisten Unternehmen
    • Um (mehr) Investitionen tätigen zu können, brauchen Unternehmen in erster Linie bessere Rahmen­bedingungen, allen voran einen deutlichen Büro­kratieabbau (35 %). Wichtig sind nach Aussage der Unternehmen zudem bessere Finanzierungs­bedingungen (22 %). Steuerliche Entlastungen (17 %) und eine verlässlichere Auftragslage (16 %) werden ebenfalls als entscheidende Faktoren genannt. Weitere Forderungen umfassen niedrigere und planbare Energiepreise (14 %), mehr (politische) Planungs­sicherheit (13 %) und leichter zugängliche Förderprogramme (12 %).

    Zitat des Chefvolkswirts der KfW

    KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher
    „Es gibt derzeit bei den deutschen Unternehmen eine spürbare Investitions­zurückhaltung, die nochmal stärker ausgeprägt ist als in früheren Rezessions­phasen. Was wir in Deutschland brauchen, ist eine echte Aufbruchstimmung. Die Unternehmen wünschen sich, das zeigt unsere Befragung, vor allem den Abbau von Bürokratie, besseren Zugang zu Finanzierung und eine Reduzierung von Steuern und Abgaben. Diese Themen müssen zügig in Angriff genommen werden, teilweise werden sie es ja bereits.“

    Dr. Dirk Schumacher

    Stand: Juli 2026

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    Unternehmensbefragung

    Jährliche Befragung zur Finanzierungssituation von Unternehmen in Kooperation mit Wirtschaftsverbänden.

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