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KfW Research

Unternehmensbefragung

Seit 2001 führt die KfW Bankengruppe gemeinsam mit Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft eine breit angelegte Befragung von Unternehmen zu ihrer Finanzierungs­situation und ihren Finanzierungs­gewohnheiten durch. Ziel der gemeinsamen Untersuchung ist es, durch aktuelle Fakten und Einschätzungen insbesondere auf den Problemfeldern der Themenkreise Banken­beziehungen, Kreditbedinungen und Finanzierungs­gewohnheiten zu einer sachlichen Diskussion beizutragen. Seit 2017 wird auch zum Thema Digitalisierung ein großer Fragenblock abgefragt.

Große Unternehmen sind Vorreiter bei der Digitalisierung
  • Knapp zwei Drittel der Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren Digitalisierungs­vorhaben umzusetzen. Nur jedes sechste Unternehmen schließt dies aus.
  • Vorreiter der Digitalisierung sind große Unternehmen (über 50 Mio. EUR Umsatz). Von diesen Unternehmen haben 94 % Digitalisierungs­vorhaben fest eingeplant.
  • Auch bei den kleinen Unternehmen (bis 1 Mio. EUR Jahresumsatz) planen fast zwei von fünf Digitalisierungs­vorhaben durchzuführen.
  • Gegenüber der Vorbefragung hat der Anteil der Digitalisierungsplaner jedoch nicht weiter zugenommen, sondern ist geringfügig gesunken.

Ergreifen von Chancen überwiegt
  • Das Ergreifen von Chancen ist unverändert das mit Abstand wichtigste Motiv für die Digitalisierung (92 % der Nennungen).
  • Allerdings nimmt der Druck zur Digitalisierung aus dem Unternehmensumfeld zu. So steigt die Nennung eines allgemeinen Wettbewerbsdrucks am Markt hin zur Digitalisierung um 6 Prozentpunkte sowie eines Drucks zur Digitalisierung in der Wertschöpfungskette um 7 Prozentpunkte gegenüber der Befragung des Jahres 2017.
Digitalisierung erfasst immer mehr Unternehmen
  • Zwei Drittel der Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren Digitalisierungs­vorhaben umzusetzen. Nur jedes sechste Unternehmen schließt dies aus.
  • Vorreiter der Digitalisierung sind große Unternehmen (über 50 Mio. EUR Umsatz). Von diesen Unternehmen haben 91 % Digitalisierungs­vorhaben fest eingeplant.
  • Auch bei den kleinen Unternehmen (bis 1 Mio. EUR Jahresumsatz) planen fast zwei von fünf Digitalisierungs­vorhaben durchzufuhren.
  • Gegenüber der Befragung von vor zwei Jahren nimmt der Anteil der Unternehmen, der Digitalisierungs­vorhaben plant, um rund die Hälfte zu.
Digitalisierungshemmnisse nehmen zu
  • Die Unternehmen sehen sich bei der Digitalisierung häufiger Problemen gegenüber als noch in der Befragung vor zwei Jahren. Nahezu jedes Digitalisierungs­hemmnis wird aktuell häufiger genannt als damals.
  • Die drei am häufigsten genannten Digitalisierungs­hemmnisse sind die Anforderung an Datensicherheit bzw. Datenschutz (46 %), fehlende IT-Kompetenzen im Unternehmen in Verbindung mit mangelnder Verfügbarkeit von IT-Fachkräften auf dem Markt (38 %) und Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation (36 %).
  • Auf den weiteren Positionen folgen: Schwierigkeiten bei der Umstellung bestehender IT-Systeme (35 %) und eine mangelnde Qualität der Internet­verbindung (30 %).
  • Anteil der Unternehmen, der keine Hemmnisse bei der Digitalisierung wahrnimmt, sinkt von 21 auf 13 %.

Zugang zu Krediten für Digitalisierungsprojekte schwieriger als für andere Investitionen
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen seinen Kreditzugang als "schlecht" oder "sehr schlecht" bezeichnet, liegt für Unternehmen, die Kreditverhandlungen über Kredite für Digitalisierungs­vorhaben geführt haben, um gut zwei Drittel höher als für Unternehmen mit Kreditver­handlungen über Investitions­vorhaben.
  • Kredite für Digitalisierungsvorhaben werden jedoch nur selten nachgefragt.

Unternehmensbefragung 2020 – Kreditzugang

Finanzierungsklima: Unternehmen gut gerüstet vor der Krise
(Juli 2020)

Mehrzahl der Unternehmen bewertete Kreditzugang bis März 2020 als leicht
  • Nur 13,4 % der Unternehmen beurteilten den Kreditzugang als schwierig.
  • Kleine Unternehmen waren deutlich häufiger von Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme betroffen (24,2 %).
Die Finanzierungssituation der Unternehmen lange Zeit nahezu unverändert
  • Bis zum ersten Quartal 2020 beurteilten deutlich weniger Unternehmen ihren Kreditzugang als schwierig als im Jahr 2012.
Innenfinanzierung weiterhin die Nummer 1
  • Auch Bankkrediten sowie Darlehen und Einlagen von Gesellschaftern und Familienangehörigen kommt eine hohe Bedeutung zu.
  • Alternative Finanzierungsformen, wie Mezzanine- oder Beteiligungs­finanzierungen, sowie neuere Finanzierungs­instrumente wie Crowdfinancing, sind dagegen nach wie vor nur von untergeordneter Relevanz.

Zitat der Chefvolkswirtin der KfW

„Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland war bis März unverändert gut. Durch den stetigen Ausbau ihrer Eigenkapital­ausstattung und der damit verbunden Verbesserung ihrer Bonität haben sich die Unternehmen dies zum Teil selbst hart erarbeitet. Die Ausgangslage der Unternehmen war zu Beginn der Corona-Krise somit solide. Doch dem Allzeithoch im Finanzierungsklima folgen nun coronabedingt unsichere Zeiten. Erste Indikatoren signalisieren bereits einen leichten Anstieg der Kredithürden für Unternehmen.“

Dr. Fritzi Köhler-Geib

Stand: August 2020

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Jährliche Befragung zur Finanzierungssituation von Unternehmen in Kooperation mit Wirtschaftsverbänden.

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