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Konjunktur

Wirtschaftliches Wachstum verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen: Phasen konjunktureller Unter- und Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten wechseln sich ab. Der Analyse solcher Zyklen und der Prognose konjunktureller Wendepunkte kommt eine wichtige Bedeutung zu. Denn die Konjunktur setzt den wirtschaftlichen Rahmen, in dem private Haushalte, Unternehmen und Staat ihre Entscheidungen etwa im Hinblick auf ihren Konsum oder ihre Investitionen treffen. Auch Geld- und Fiskalpolitik sollten je nach Phase im Konjunkturzyklus unterschiedlich ausgerichtet sein. KfW Research analysiert die Konjunktur in Deutschland und der Eurozone und veröffentlicht vierteljährlich eigene Prognosen zum realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Aktuelle Kommentare von KfW Research

29.11.2019 | Arbeitsmarkt Deutschland

Stephanie Schoenwald, KfW-Ökonomin

„Die deutsche Wirtschaft wird aus dem Konjunkturtal so schnell nicht heraus kommen. Die Weltwirtschaft befindet sich auf einem Abkühlungskurs mit sinkenden Produktions­zuwächsen. Das betrifft die wichtigsten Absatzmärkte für die deutsche Industrie: die Eurozone, die USA, Großbritannien und China. Auftrieb gibt es aber immer noch vom inländischen Konsum und von den Wohnungsbau­investitionen. Das ist vor allem der stabilen Beschäftigungs­entwicklung und den deutlichen Lohnerhöhungen zu verdanken. Die Stundenlöhne dürften 2019 um rund 3 % steigen. Das bedeutet eine Erhöhung der Reallöhne um 1,5 %. Die Binnennachfrage könnte stärker wachsen, wenn der Fachkräfte­mangel sie nicht bremste. Für viele Betriebe im Bauhandwerk ist es mittlerweile der Normalfall, dass eine ausgeschriebene Stelle ein halbes Jahr oder länger nicht besetzt werden kann.“

Martin Müller, KfW-Ökonom

Konjunktur Deutschland


22. November 2019

Deutschland: Konjunkturelle Hängepartie geht vorerst weiter

Die deutsche Wirtschaft schrammte an einer technischen Rezession vorbei, sie wuchs im dritten Quartal 2019 um 0,1 %. Im Schlussquartal dürfte das Wirtschafts­wachstum ähnlich mager ausfallen. KfW Research erwartet nun ein Realwachstum von 0,5 % für das Gesamtjahr 2019 und 0,9 % für 2020 (Vorprognose: 0,4 % und 0,6 %). Die etwas entschärften Handels­konflikte der USA sowie der vermiedene harte Brexit zu Halloween stehen hinter der Aufwärtsrevision. Die für 2020 erwartete Wachstums­beschleunigung um 0,4 Prozentpunkte ist allein dem Produktionsplus aus vier zusätzlichen Arbeitstagen zu verdanken (Kalendereffekt). Angesichts weiterhin beträchtlicher Unwäg­barkeiten bleibt die Wirtschaft anfällig für negative Überraschungen.

Aktueller KfW-Konjunkturkompass Deutschland  (PDF, 84 KB, nicht barrierefrei)

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Indikatorfamilie KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer größenklassenbezogenen Auswertung der ifo Konjunkturumfragen, aus denen unter anderem der bekannte ifo Geschäftsklimaindex berechnet wird. Dabei werden monatlich rund 9.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt, darunter rund 8.000 Mittelständler.


4. Dezember 2019

Mittelstand im konjunkturellen Niemandsland

Die deutsche Wirtschaft schrammte im Sommer zwar an einer technischen Rezession vorbei, eine neue Richtung ist jedoch noch nicht erkennbar. Im Mittelstand bewegt sich das Geschäftsklima weiter eng an der Nulllinie entlang, die für den langfristigen Durchschnitt und mithin für das konjunkturelle Niemandsland steht. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage fallen ungeachtet ihres trendmäßigen Rückgangs seit rund einem Jahr noch immer überdurchschnittlich gut aus, bei den Geschäfts­erwartungen dominiert hingegen trotz zuletzt leichter Aufhellung weiterhin der Pessimismus. Die konjunkturelle Hängepartie geht vorerst weiter.

Aktuelles KfW-ifo-Mittelstandsbarometer  (PDF, 134 KB, nicht barrierefrei)

Europäische Konjunktur


5. Dezember 2019

Brexit erneut vertagt, aber Wachstum der Eurozone bleibt vorerst schwach

Von Juli bis September hat die Wirtschaft der Eurozone das gemächliche Tempo des Vorquartals beibehalten, was angesichts rückläufiger Stimmungs­indikatoren und einer zeitweisen Zuspitzung der politischen Risiken keine Enttäuschung ist. Insbesondere die französische und spanische Wirtschaft zeigen sich robust, während Italien und das besonders stark vom Industrie­abschwung betroffene Deutschland nur marginal expandieren.

Zuletzt hat der politische Gegenwind auch etwas nachgelassen. Insbesondere ist der noch im Sommer befürchtete harte Brexit am 31. Oktober nicht eingetreten, was uns zu einer Aufwärtsrevision des Winter­halbjahrs veranlasst. KfW Research rechnet nun mit einer Fortsetzung des niedrigen, aber immerhin klar positiven Wachstums im laufenden und kommenden Quartal sowie einer schrittweisen Rückkehr zum Trendwachstum ab dem Frühjahr. Im Gesamtjahr 2019 dürfte die Wirtschafts­leistung der Eurozone um 1,2 % und im Jahr 2020 um 1,0 % zulegen.

Aktueller KfW-Konjunkturkompass Eurozone  (PDF, 87 KB, nicht barrierefrei)

KfW Research Konjunkturuhr

Die KfW Research Konjunkturuhr zeichnet den aktuellen Konjunkturverlauf anhand der Outputgap nach, also der Abweichung der tatsächlichen Wirtschaftsleistung von derjenigen, die bei normaler Auslastung der Kapazitäten in der Eurozone erreicht wird. Sie erlaubt eine einfache Interpretation aktueller Konjunkturdaten und eine Einordnung in die vier Phasen eines Konjunkturzyklus Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession.

Details zur KfW Research Konjunkturuhr  (PDF, 499 KB, nicht barrierefrei)

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