KfW Research
Frauen in FührungspositionenBeim Thema Frauen in Führung hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher. Im mittleren Management wie auf Spitzenpositionen, in mittelständischen Unternehmen wie in großen Konzernen – Frauen sind hier zu Lande in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. Die Ursachen sind dabei vielfältig und komplex. Die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf spiegelt sich darin ebenso wider wie gesellschaftliche Rollenbilder oder die Unternehmenskultur.
An der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland sind wieder mehr Frauen anzutreffen. Von den rund 3,87 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande wurden im Jahr 2025 rund 16 % von einer Frau geführt. Auffallend zuletzt: Ein allmählicher Anstieg der Frauenquote auch in den Chefetagen größerer Mittelständler. Dem Aufwärtstrend an den Unternehmensspitzen entgegen steht die Entwicklung mit Blick auf alle weiblichen Führungskräfte generell. In jedem dritten Unternehmen nehmen Frauen Führungsaufgaben wahr, der zweite kleine Rückgang in Folge. Über alle Hierarchieebenen in den Unternehmen hinweg ist jede vierte Managementposition weiblich besetzt. Frauen bleiben damit weiter deutlich unterrepräsentiert. Auch im europäischen Maßstab weist Deutschland einen eher geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen auf.
Frauen als Führungskraft in jedem dritten Unternehmen im Mittelstand
Der Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit einer Frau an der Spitze liegt aktuell bei 16,0 %. Die Anzahl frauengeführter Unternehmen im Mittelstand liegt aktuell bei rund 621.000.
Im Jahr 2025 waren wiederholt generell weniger Führungspositionen weiblich besetzt. Darunter fallen u. a. Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitung sowie Geschäftsführung, Vorstand oder Inhaberschaft. So wurde bei 34,3 % aller mittelständischen Unternehmen mindestens eine Führungsposition von einer Frau bekleidet (-1,3 Prozentpunkte). Der Anteil weiblicher Führungskräfte an sämtlichen Managementpositionen in Unternehmen mit Mitarbeitenden stieg auf 24,4 %. Gemessen am Frauenanteil an allen Erwerbstätigen (46,9 %) im Jahr 2024 sind Frauen bei Führungspositionen im Mittelstand weiterhin unterrepräsentiert.
Generell gibt es einen starken Zusammenhang zwischen einer Frau an der Unternehmensspitze und einer ausgeprägten weiblichen Führungsquote im Unternehmen. Chefinnen-Unternehmen im Mittelstand hatten im Jahr 2025 einen annähernd 5-mal höheren Anteil weiblicher Führungskräfte als männergeführte KMU (76 vs. 14 % im Durchschnitt).
Frauen sind im Mittelstand besonders in Wirtschaftszweigen in unterschiedlichen Dienstleistungssegmenten aktiv bzw. selbstständig. Neun von zehn Chefinnen lenken ein mittelständisches Dienstleistungsunternehmen (88 % bzw. rund 536.000 KMU im Jahr 2025). Etwa 4 % Prozent aller frauengeführter Unternehmen sind im Verarbeitenden Gewerbe verortet (ca. 26.000). Die Frauenquote lag im Verarbeitenden Gewerbe bei rund 13 % (Jahresdurchschnitt 2023–2025). Im Baugewerbe steht nur bei rund 7 % der Unternehmen eine Frau an der Spitze.
Frauengeführte KMU haben im Durchschnitt eine geringere Unternehmensgröße als männergeführte KMU, denn Dienstleistungsunternehmen sind in aller Regel kleiner. Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Mitarbeiterzahl frauengeführter Unternehmen bei etwa 7,2 (Erwerbstätige, inklusive Inhaberinnen). Männergeführte Unternehmen waren mit durchschnittlich 10,0 Mitarbeitern demnach um etwa 39 % größer.
Die wirtschaftliche Bedeutung der frauengeführten Mittelständler in Deutschland ist nicht zu unterschätzen – bewegt sich allerdings eher seitwärts und nimmt in der Gesamtsicht nicht zu. Entscheidend ist dabei der beschriebene Unternehmenstyp, den Frauen in aller Regel führen: Der starke Fokus auf kleinere Unternehmen aus Dienstleistungssektoren trägt wesentlich dazu bei, dass frauengeführte KMU gemessen an ihrem Anteil an allen KMU von aktuell ca. 16 % einen unterproportionalen Beitrag zur gesamten Wirtschaftskraft im Mittelstand leisten. Einige Indikatoren aus dem Jahr 2024 verdeutlichen dies. Frauengeführte Mittelständler (16 % aller KMU):
Die höchsten Bildungsabschlüsse der Inhaberinnen und Inhaber mittelständischer Unternehmen zeigen am aktuellen Rand weiterhin eine recht konstante Verteilung. Gegenwärtig verfügen sowohl bei den Frauen als auch den Männern an den Unternehmensspitzen 48 % über einen tertiären Bildungsabschluss (Berufsakademie / Fachhochschul- / Hochschulabschluss).
Bis auf eine Ausnahme (Frauen im Coronajahr 2021) zeigt die Struktur der Bildungsabschlüsse insgesamt wenig Variation. Dazu gehört auch, dass bei den frauengeführten Unternehmen deutlich weniger Abschlüsse als Meisterin / Technikerin zu verzeichnen sind. Die Differenz beträgt hier über die Jahre gesehen im Mittel rund 13 Prozentpunkte. Spiegelbildlich gibt es in frauengeführten KMU mehr abgeschlossene Lehren, Gesellenprüfungen oder Fachschulabschlüsse (durchschnittlich +10 Prozentpunkte gegenüber männergeführten Unternehmen im Mittelstand).
Aufholjagd nicht in Sicht: weniger Frauen an der Spitze und in Führungspositionen im Mittelstand (März 2025)
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Frauen in Führungspositionen – im internationalen Vergleich hinkt Deutschland hinterher (Februar 2019)
Stand: März 2026
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