Geklärtes Wasser mündet ins Meer
Clean Oceans Initiative

Clean Oceans Initiative

„Gegen die Plastikflut arbeiten“

Einst als Wundermaterial gepriesen, ist Plastik inzwischen zu einer Seuche unserer Zeit geworden. Geschätzte acht Millionen Tonnen gelangen jedes Jahr in die Weltmeere. Um hier gegenzusteuern, hat die KfW vor zwei Jahren zusammen mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der französischen Entwicklungsbank AFD die „Clean Oceans Initiative“ gegründet. Anlässlich des Jahrestags spricht KfW-Vorstandsvorsitzender Dr. Günther Bräunig über bisherige Erfolge und weiteren Handlungsbedarf der Clean Oceans Initiative.

Wir veröffentlichen das Interview weiter unten auch auf Französisch. Nous publions également l'interview ci-après en français.

Zur Person
Portrait des Vorstandsvorsitzenden der KfW Bankengruppe Dr. Günther Bräunig

Dr. Günther Bräunig ist einer der drei Initiatoren der Clean Oceans Initiative. Zusammen mit EIB-Präsident Dr. Werner Hoyer und Rémy Rioux, dem Generaldirektor der AFD, hat der KfW-Vorstandsvorsitzende vor zwei Jahren die „Clean Oceans Initiative“ ins Leben gerufen. Sie ist Teil seiner KfW-Agenda mit dem Kürzel DNA, das für „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Afrika“ steht. Plastikmüll zählt Bräunig neben dem Klimawandel und dem Verlust an Biodiversität zu den wichtigsten Themen unserer Zeit.

Herr Dr. Bräunig, was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Plastikmüll denken?

DR. GÜNTHER BRÄUNIG: Dass wir viel zu viel Verpackung haben. Überall, wo wir gehen und stehen, sehen wir Plastik. Wir sind umgeben damit. Doch während Plastik bei uns als sauberes, fast ästhetisches Produkt daherkommt, verschmutzt und verpestet es die Umwelt und das Leben von Menschen in anderen Ländern. Wir sehen also zwei unterschiedliche Bilder – und das macht den Umgang damit kompliziert.

Wie groß ist die Herausforderung mit Plastikmüll genau?

Die Aufgabe ist riesig, vor allem weil eine Menge davon in den Weltmeeren landet. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr rund 8 Millionen Tonnen Plastik und 1,5 Millionen Tonnen Mikroplastikteile in die Meere geschwemmt werden; insgesamt schon mehr als 150 Millionen Tonnen. Inzwischen haben sich fünf große Plastikmüllstrudel gebildet. Der größte davon ist vier Mal so groß wie Deutschland. Plastik gelangt vor allem in Ländern, in denen es keine oder nur eine ineffiziente Müllentsorgung gibt, über Wind oder Regen in die Flüsse und von dort in die Meere.

Das Problem ist durch Corona nicht kleiner, sondern eher größer geworden: Schutzkleidung, millionenfacher Gebrauch von Plastikhandschuhen und mehr Essen to go ...

Das ist richtig. Umso wichtiger ist es, die Anstrengungen auch in diesen Zeiten zu verstärken. Sonst ersticken und ertrinken wir in Plastik und überlasten die Weltmeere. Dabei sind sie für unser Überleben essenziell: für das Klima, die Artenvielfalt, als Nahrungsquelle und Wirtschaftsfaktor, Stichwort „Blue Economy“. Sie produzieren 50 Prozent unseres Sauerstoffs, binden 30 Prozent des CO2 und ernähren rund drei Milliarden Menschen. Die Meere versorgen uns mit Dienstleistungen in einem geschätzten Wert von jährlich 2,5 Billionen Euro. Mit anderen Worten: Ihr Wert ist für uns unschätzbar.

Kläranlage Zandvleit Kapstadt

Mithilfe der Clean Oceans Initiative werden veraltete und überlastete Klärwerke in Kapstadt modernisiert. Arbeiter beseitigen den aus dem Wasser gefilterten Unrat, darunter Unmengen an Plastikmüll.

Wo auf der Liste der großen Herausforderungen würden Sie den Plastikmüll einsortieren?

Meiner Ansicht nach kommt er gleich nach dem Klimawandel. Beides sind sehr schwerwiegende Themen, die wegen der CO2-Bindung der Meere auch noch zusammenhängen. Allerdings ist der Klimawandel wegen der Notwendigkeit, unsere gesamte Wirtschaft und unser Leben fundamental zu verändern, noch umfassender.

Der Klimawandel bewegt inzwischen sehr viele Menschen; das hat sich etwa bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen gezeigt, bei denen die Erderwärmung das Wählerverhalten offenbar entscheidend beeinflusst hat. Wie ist das beim Plastikmüll – haben Sie den Eindruck, dass sich die breite Öffentlichkeit auch dieser Problematik bewusst ist?

Leider nein. Ich denke, dass die Wahrnehmung in großen Teilen der Bevölkerung noch sehr unterentwickelt ist. Hier genauso wie in anderen Ländern. Viele können sich ein Leben ohne Plastik überhaupt nicht vorstellen. Daran müssen wir unbedingt arbeiten, noch mehr informieren und aufklären.

Vor zwei Jahren haben Sie zusammen mit der EIB und der AFD die „Clean Oceans Initiative“ (COI) ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Die Idee entstand bei einem Gespräch zwischen Werner Hoyer und mir. Wir waren uns schnell einig, dass Förderbanken hier positive Impulse setzen können. Die AFD war wenig später auch dabei. Zu dritt haben wir die COI dann bei der Weltbanktagung auf Bali 2018 offiziell verkündet. Das ist jetzt genau zwei Jahre her.

Welchen Beitrag soll diese Initiative leisten?

Mit der COI können wir nicht die Welt retten, sprich: das Problem umfassend lösen. Aber wir können einerseits dazu beitragen, das Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Das haben wir in den vergangenen zwei Jahren immer wieder und bei verschiedenen Gelegenheiten getan. Und wir können durch unsere konkreten Projekte gegen die Plastikflut arbeiten.

Müllhalde Ägypten

Auch in Ägypten soll weniger Plastikmüll ins Mittelmeer gelangen. Die KfW unterstützt das Schwellenland dabei, eine moderne Abfallwirtschaft aufzubauen.

Welche Projekte fördern Sie im Rahmen der COI?

Zusammen unterstützen wir derzeit 21 Projekte, davon neun von der KfW, in den Bereichen Abfallmanagement, Abwassermanagement und Regenwassermanagement. Letzteres ist wichtig, weil bei Starkregen große Mengen an Plastikmüll in Flüsse und Meere gelangen. Wasserablaufsysteme können hier Entlastung schaffen, sodass Wassermassen, und mit ihnen Abfall, nicht ungehindert ins Meer gelangen.

Wo finden sich solche KfW-Projekte?

In Südafrika modernisieren wir zum Beispiel Kläranlagen. Denn in Schwellen- und Entwicklungsländern fließt der weitaus größte Teil des Abwassers bis heute ungeklärt und ungefiltert in Bäche, Flüsse und dann ins Meer. Außerdem nutzen wir grüne Kreditlinien, zum Beispiel am Jangtse-Fluss, einem der am meisten verschmutzten Gewässer weltweit. Hier unterstützt die KfW einen staatlichen Finanzintermediär, der Kommunen entlang des Flusses Finanzierungen gewährt, damit sie grüne Infrastruktur aufbauen können: etwa geregeltes Abfallmanagement oder moderne Abwassersysteme.

Welche Bilanz ziehen Sie insgesamt nach zwei Jahren Clean Oceans Initiative? Was wurde erreicht?

Eine ganze Menge. Wir hatten uns vorgenommen, bis zum Jahr 2023 2 Milliarden Euro in Projekte zur Reduzierung des Plastikmülls in den Weltmeeren zu investieren. Heute, nach zwei Jahren, haben wir mit knapp 1,3 Milliarden Euro schon deutlich mehr als die Hälfte zugesagt. Und die KfW hat mit fast 500 Millionen einen großen und von den drei Institutionen den größten Anteil daran. Nordafrika und Asien machen über 50 Prozent der KfW-Zusagen aus. Dort sind wir auch deutlich sichtbar. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit den bisherigen Leistungen der COI.

Müllsammlerin Jumini

Ein millionenschweres Abfallprojekt der KfW in Indonesien zeigt, dass der Kampf fürs Wasser auch an Land geführt werden muss. Jumini ist eine von rund 150 Abfallsammlerinnen.

Wo könnte die Initiative noch besser werden?

Das Portfolio besteht zu einem großen Teil aus Projekten zu Abwasser- und Regenwassermanagement. Abfall macht noch den kleineren Teil aus. Das lässt sich auch leicht erklären: Politisch steht das Thema in vielen unserer Partnerländer auf nationaler Ebene nicht an erster Stelle. Außerdem sind Abfallprojekte zeit- und planungsaufwendig. Unser Ziel ist daher ganz klar, beim Thema Abfall künftig mehr zu machen.

Hat sich die COI in den zwei Jahren organisatorisch verändert oder ist der Aufbau geblieben, wie er war?

Der Zuschnitt ist geblieben. Aber wir haben inzwischen zwei neue Partner: die spanische Entwicklungsbank ICO, Instituto de Crédito Oficial, und die italienische CDP, Cassa Depositi e Prestiti, sind dazugekommen. Die Initiative war von Anfang an als europäische Antwort auf ein globales Problem gedacht. Wir wollen hier Kräfte bündeln und zusammen mehr bewirken. Das können wir mit den zwei weiteren Mitgliedern noch besser.

Sollen noch mehr Mitglieder dazukommen?

Dass Italien und Spanien jetzt dabei sind, ist gut, weil sie auch zu einer Gruppe nationaler Förderbanken namens „Big 5 + 1“ gehören, die sich regelmäßig austauschen. Mit den beiden neuen Mitgliedern sind wir jetzt eine effizient arbeitende Gruppe. Im Übrigen entwickelt sich die COI zunehmend zu einer Plattform, die mit verschiedenen anderen Partnern kooperiert, um das Thema Abfall und Meeresschutz weiter voranzubringen.

Was geschieht, wenn das Zusage-Ziel erreicht ist?

Wenn wir das Zwei-Milliarden-Ziel erreicht haben, was nach Lage der Dinge vor 2023 geschieht, sollten wir die Initiative verstetigen und die Summe aufstocken. Das dient der Sache und wir können dabei auch noch die Zusammenarbeit innerhalb der Big 5 +1 beschleunigen und intensivieren. Wir sind bereits im Gespräch mit unseren Partnern darüber, wie es mit der COI weitergehen soll.

Die neue Müllkippe von Korce

Auch in Albanien stellen wilde Müllkippen ein großes Problem für das Land, die Anrainerstaaten und das Mittelmeer dar. Die Halden sollen nach und nach geschlossen und durch moderne Deponien ersetzt werden, die den europäischen Standards entsprechen.

Wie fügt sich die Initiative in die größere politische Landschaft zum Beispiel der EU ein?

Die Initiative passt gut zur Politik von Kommissionspräsidentin von der Leyen, die den „Green Deal“ zu ihrem Hauptthema gemacht hat und global mindestens ein Drittel aller EU-Zusagen für Umwelt und Nachhaltigkeit einsetzen möchte. Die KfW hat sich schon vorher mit fünf gleichgesinnten Partnern zusammengeschlossen, um als Ergänzung zur COI eine weitere Initiative zu gründen. Sie heißt „Joint Initiative on Circular Economy“ und soll bis 2023 10 Milliarden Euro in die Kreislaufwirtschaft Europas investieren. Mit einer zirkulären Wirtschaft hier in Europa schonen wir globale Ressourcen, vermeiden Abfall und ermöglichen den Einsatz neuer Technologien. Letztere sollten wir eher exportieren als unser Müllproblem.

Glauben Sie, dass die KfW schon genug für die Nachhaltigkeit macht?

Derzeit fließen knapp 40 Prozent unseres jährlichen Neugeschäfts in die Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten. Das waren 2019 rund 30 Milliarden Euro. Meiner Ansicht nach müssen wir diese Quote weiter ausbauen. Im Moment mag Corona im Vordergrund stehen, aber das Thema kommt wieder, weil es existenziell ist. Ich halte die Nachhaltigkeitsdebatte für alternativlos.

Französische Fassung:

« Travailler contre l’inondation du plastique »

Autrefois considéré comme matériau miracle, le plastique est depuis devenu un fléau de notre époque. Il est estimé que huit millions de tonnes sont rejetées dans les océans chaque année. Pour s’y opposer, la KfW, en collaboration avec la Banque européenne d'investissement (BEI) et l’Agence française de développement (AFD), a fondé il y a deux ans la « Clean Oceans Initiative ». À l'occasion de cet anniversaire, le président du Directoire de la KfW, le Dr Günther Bräunig, évoque les succès de la Clean Oceans Initiative jusqu’à présent et le besoin de poursuivre les interventions.

Interlocuteur
Portrait des Vorstandsvorsitzenden der KfW Bankengruppe Dr. Günther Bräunig

Le Dr Günther Bräunig, l’un des trois initiateurs de la Clean Oceans Initiative. C’est avec le Dr Werner Hoyer, président de la BEI, et Rémy Rioux, directeur général de l'AFD, que le président du Directoire de la KfW a lancé la « Clean Oceans Initiative » il y a deux ans. Cette dernière fait partie de son agenda KfW avec comme sigle DNA (Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Afrika), qui signifie en français « Numérisation, Durabilité et Afrique ». Pour Bräunig les déchets plastiques sont l'une des questions les plus importantes de notre époque, avec le changement climatique et la dégradation de la biodiversité.

Dr Bräunig, que vous vient en premier à l'esprit lorsque vous pensez aux déchets plastiques ?

Que nous avons beaucoup, beaucoup trop d'emballages. Où que nous allions, nous voyons du plastique. Nous en sommes cernés. Quand bien même le plastique serait un produit propre, voire esthétique chez nous, il n’en pollue et contamine pas moins l'environnement et la vie des gens dans d'autres pays. Nous sommes ainsi confrontés à deux images différentes, ce qui complique la question.

Quelle est précisément l'ampleur du défi des déchets plastiques ?

La tâche est gigantesque, surtout dans la mesure où une grande quantité de ces déchets finit dans les océans. Il est estimé qu’environ 8 millions de tonnes de plastique et 1,5 million de tonnes de particules microplastiques sont rejetées chaque année dans les océans. Au total, déjà plus de 150 millions de tonnes. Cinq gyres océaniques se sont déjà formés. Le plus gros d’entre eux est quatre fois plus grand que l’Allemagne. C’est avant tout dans les pays où il n'y a pas d’élimination, ou pas suffisamment efficace, des déchets, que le plastique se retrouve porté par le vent ou la pluie dans les rivières, puis dans les océans.

Le problème n’a pas été freiné par le coronavirus, mais plutôt même accentué : vêtements de protection, utilisation de gants en plastique par millions, encore plus de nourriture à emporter, etc.

C’est juste. Raison de plus pour redoubler d'efforts en cette période également. Sinon, nous allons nous étouffer et nous noyer dans le plastique et saturer les océans. Ces derniers sont essentiels à notre survie : pour le climat, la biodiversité, comme source de nourriture et comme facteur économique. En un mot, ils sont la «Blue economy ». Ils produisent 50 % de notre oxygène, absorbent 30 % du CO2 et nourrissent environ trois milliards de personnes. Il est estimé que les océans sont à l’origine de biens et de services d’une valeur annuelle de 2,5 billions d’euros. En d’autres termes, leur valeur est inestimable.

Kläranlage Zandvleit Kapstadt

Avec l'aide de la «Clean Oceans Initiative », les stations d'épuration vieillissantes et saturées du Cap sont en cours de modernisation. Des préposés retirent des déchets filtrés hors de l'eau, dont de nombreux déchets plastiques.

Où placeriez-vous les déchets plastiques sur une liste de grands défis ?

Selon moi, juste après le changement climatique. Ce sont deux problématiques très sérieuses, et étroitement liées, en raison de l’absorption du CO2 par les océans. Le changement climatique est cependant une question encore plus vaste en raison de la nécessité de modifier fondamentalement l'ensemble de notre économie et de notre manière de vivre.

Le changement climatique touche maintenant un grand nombre de personnes. Cela a été manifeste au moment des élections locales en Rhénanie du Nord-Westphalie, où le réchauffement climatique a apparemment eu une influence décisive sur le comportement des électeurs. Qu’en est-il pour les déchets plastiques. Avez-vous l'impression que le grand public est également conscient de cette problématique ?

Malheureusement non. Je pense que cette perception est encore peu développée dans une grande partie de la population. Ici, comme dans d'autres pays. Nombreux sont ceux qui ne peuvent absolument pas imaginer une vie sans plastique. C’est ce sur quoi nous devons absolument travailler, encore mieux informer et expliquer.

Il y a deux ans, vous avez mis en route la « Clean Oceans Initiative » avec la BEI et l'AFD. Comment en êtes-vous arrivés là ?

L'idée s’est présentée au cours d'une conversation entre Werner Hoyer et moi. Nous nous sommes rapidement rendu compte que les banques de développement peuvent donner un élan positif à ce niveau. L’AFD est arrivée un peu plus tard. À nous trois, nous avons alors annoncé officiellement la COI au cours de la réunion de la Banque mondiale à Bali en 2018. Cela fait précisément deux ans maintenant.

Quelle doit être la contribution de cette initiative ?

Avec la COI, nous ne pouvons pas sauver le monde, à savoir, résoudre globalement le problème. Cela étant, nous pouvons contribuer à mieux sensibiliser le public à cette problématique. C'est ce que nous n’avons cessé de faire en diverses occasions au cours des deux dernières années. De plus, nous pouvons aussi travailler contre l'inondation du plastique par le biais de nos projets concrets.

Müllhalde Ägypten

En Égypte aussi, moins de déchets plastiques doivent être déversés dans la Méditerranée. La KfW soutient le pays dans la mise en place d'un système moderne de gestion des déchets.

Quels projets soutenez-vous dans le cadre de la COI ?

Nous soutenons ensemble actuellement 21 projets, dont neuf de la KfW, dans les domaines de la gestion des déchets, de la gestion des eaux usées et de la gestion des eaux de pluie. Ce dernier secteur est important dans la mesure où de grandes quantités de déchets plastiques sont rejetées dans les fleuves et les mers au cours de fortes pluies. Les systèmes d'évacuation de l'eau peuvent apporter un soulagement à ce niveau, de manière à ce que les masses d'eau, et avec elles les déchets, ne parviennent pas à la mer sans entrave.

Où se trouvent ces projets de la KfW ?

Nous modernisons par exemple les stations d’épuration en Afrique du Sud. Dans les pays à marchés émergents et en développement, une grande partie des eaux usées s'écoule en effet encore, sans être traitée ni filtrée, dans les ruisseaux, les rivières, les fleuves, puis dans la mer. Nous utilisons également des lignes de crédit vertes comme pour le Yangzi Jiang (Yang-Tsé), l'une des eaux les plus polluées du monde. La KfW soutient ici un intermédiaire financier de l'État qui assure des financements aux municipalités le long du fleuve, pour leur permettre de construire des infrastructures vertes comme la gestion régulée des déchets ou des systèmes d'égouts modernes.

Quel bilan tirez-vous globalement de ces deux premières années de la Clean Oceans Initiative ? Qu’est-ce qui a été atteint ?

Beaucoup de choses. Nous avions pour objectif d'investir 2 milliards d'euros dans des projets visant à réduire les déchets plastiques dans les océans du monde d'ici 2023. Aujourd’hui, au bout de deux ans, avec presque 1,3 milliard d’euros, nous en avons déjà engagé plus de la moitié. Et la KfW, avec près de 500 millions, a une part importante, la plus importante des trois institutions. L'Afrique du Nord et l'Asie représentent plus de 50 % des engagements de la KfW. Nous sommes clairement visibles là aussi. Je suis dans l’ensemble très satisfait des prestations de la COI jusqu’à présent.

Müllsammlerin Jumini

Un projet de gestion des déchets de plusieurs millions de la KfW en Indonésie montre que la lutte pour l'eau doit aussi être menée sur terre. Jumini fait partie des quelque 150 collecteurs de déchets.

Où l'initiative pourrait-elle être améliorée ?

Le portefeuille se compose en grande partie de projets de gestion des eaux usées et des eaux de pluie. Les déchets constituent encore la plus petite partie. Cela peut s'expliquer assez facilement : sur le plan politique, la question ne figure pas en tête des priorités nationales dans nombre de nos pays partenaires. Les projets concernant les déchets prennent, de plus, beaucoup de temps et nécessitent de gros efforts de planification. Notre objectif est donc très clairement d’en faire plus à l'avenir sur les déchets.

L’organisation de la COI a-t-elle changé au cours des deux années ou la structure est-elle restée la même ?

La répartition n’a pas changé. Mais nous avons désormais deux nouveaux partenaires : les banques de développement espagnole et italienne, l'ICO (Institutio de Crédito Oficial) et la CDP (Cassa Depositi de Prestiti). L’initiative a été conçue dès le début comme une réponse européenne à un problème global. Nous voulons ici unir nos forces et en faire davantage ensemble. Nous pouvons le faire encore mieux avec les deux nouveaux membres.

D’autres membres doivent-ils s'y joindre ?

Que l'Italie et l'Espagne soient désormais présentes est une bonne chose dans la mesure où elles appartiennent également à un groupe de banques nationales de développement nommé le « Big 5 + 1 », qui échangent régulièrement. Avec les deux nouveaux membres, nous sommes désormais un groupe de travail efficace. La COI se développe de plus en plus en une plateforme coopérant avec divers autres partenaires pour faire avancer la question des déchets et de la protection de l’environnement marin.

Que se passera-t-il lorsque l'objectif de l'engagement sera atteint ?

Quand nous aurons atteint l'objectif des deux milliards, ce qui en l'état actuel des choses se produira avant 2023, nous devrions consolider l'initiative et en augmenter le montant. Cela sert la cause et nous pouvons également encore accélérer et intensifier la coopération au sein du «Big 5 +1 ». Nous sommes déjà en discussion avec nos partenaires sur la manière de poursuivre avec la COI.

Die neue Müllkippe von Korce

En Albanie aussi, les décharges sauvages constituent un problème majeur pour le pays, les pays voisins et la Méditerranée. Elles doivent être progressivement fermées et remplacées par des décharges modernes répondant aux normes européennes.

Comment l'initiative s'inscrit-elle dans un paysage politique plus large comme celui de l'UE ?

L’initiative s'inscrit bien dans la politique de la présidente de la Commission européenne, Ursula von der Leyen, qui a fait du «Green Deal » son thème principal et souhaite utiliser au moins un tiers de tous les engagements de l'UE au niveau mondial pour l'environnement et la durabilité. La KfW s'est déjà associée à cinq partenaires de même sensibilité pour mettre en place une autre initiative, en complément de la COI. Cette initiative, nommée «Joint Initiative on Circular Economy » (JICE), doit investir 10 milliards d'euros dans l'économie circulaire en Europe d'ici 2023. Avec une économie circulaire ici en Europe, nous préservons les ressources mondiales, évitons le gaspillage et permettons l'utilisation de nouvelles technologies. Nous devrions exporter ces dernières plutôt que notre problème de déchets.

Pensez-vous que la KfW en fait déjà assez pour la durabilité ?

À l'heure actuelle, un peu moins de 40 % de nos nouvelles activités annuelles est consacré au financement de projets de protection de l'environnement et du climat. Cela représentait environ 30 milliards d'euros en 2019. Je pense que nous devons continuer à renforcer ce taux. Pour le moment le coronavirus est peut-être au premier plan, mais le sujet reviendra parce qu'il est existentiel. Je crois qu’il n’y a pas d’alternative au débat sur la durabilité.

Veröffentlicht auf KfW Stories am 15. Oktober 2020.