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Pressemitteilung vom 25.03.2021 / KfW

KfW-Bilanz 2020: Hohes operatives Ergebnis – coronabedingte Belastungen drücken Konzerngewinn

  • Historisch hohes Fördervolumen von 135,3 Mrd. EUR
  • Konzerngewinn coronabedingt bei 525 Mio. EUR
  • Effekte aus Corona-Pandemie belasten Konzerngewinn mit rund 800 Mio. EUR
  • Ein Jahr Corona-Hilfe: 54,3 Mrd. EUR für die Wirtschaft
  • Corona-Hilfen führen zu einem Anstieg der Bilanzsumme auf 546,4 Mrd. EUR

Das Fördergeschäft der KfW hat im Jahr 2020 ein Volumen von 135,3 Mrd. EUR (+ 75 %) und damit einen historischen Höchstwert erreicht. Wesentliche Treiber des starken Wachstums waren die Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie im In- und Ausland, die ein Volumen von 50,9 Mrd. EUR (nach Abzug von Storni und Verzichten auf Zusagen in Höhe von 10,8 Mrd. EUR) erreichten, was einem Anteil am gesamten Geschäftsvolumen von 38 % entspricht. Allein in Deutschland hat die KfW im vergangenen Jahr rund eine Million an Krediten, Zuschüssen und anderen Finanzierungen in Höhe von 106,4 Mrd. EUR zugesagt. Auch haben die Förderprogramme im Bereich Energieeffizient Bauen und Sanieren zum Wachstum des Fördervolumens beigetragen (26,8 Mrd. EUR). Die Zusagen der KfW Capital erreichten im Jahr 2020 insgesamt 871 Mio. EUR.

Das Geschäftsfeld Entwicklungs- und Schwellenländer konnte mit einem Volumen von 12,4 Mrd. EUR sein Geschäft um 16 % steigern. Davon entfielen 11 Mrd. EUR auf die KfW Entwicklungsbank und 1,4 Mrd. EUR auf die DEG.

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, das Finanzierungen im Interesse der deutschen und europäischen Wirtschaft bereitstellt, lag mit 16,6 Mrd. EUR trotz der Auswirkungen der Corona-Krise auf den Welthandel zwar deutlich unter dem Rekordwert des Vorjahres (2019: 22,1 Mrd. EUR), konnte aber in der Größenordnung der vorherigen Jahre gehalten werden.

Vor rund einem Jahr hat die KfW in einem beispiellosen Kraftakt und in enger Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, Finanzierungspartnern, Verbänden und Aufsichtsbehörden das größte Hilfsprogramm ihrer Geschichte aufgesetzt - das KfW-Sonderprogramm „Corona-Hilfen“. Das Programm bietet Liquiditätshilfen für Unternehmer aller Größenklassen und bis heute haben 127.000 Unternehmen Anträge im Volumen von 61,5 Mrd. EUR gestellt. Kontinuierlich wurde das Programm erweitert, so dass weitere Zielgruppen im Inland und Ausland Hilfen erhalten haben, darunter Studierende, Start-ups, gemeinnützige Organisationen, sowie die Partnerländer der Finanziellen Zusammenarbeit. Derzeit liegt das Gesamtzusagevolumen bei 54,3 Mrd. EUR (Stand 18.03.2021). Der kontinuierliche Ausbau und die Weiterentwicklung der Förderinfrastruktur, in die alle Finanzierungspartner der KfW sukzessive digital eingebunden wurden, haben sich bewährt. Dank dieser stabilen Struktur konnte im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von einer Million Zusagen umgesetzt werden. Parallel zu der mengenmäßig hohen Anzahl der Corona-Hilfskredite wurden sehr viele Zuschüsse über das KfW-Zuschussportal zugesagt, darunter jeweils mehr als 100.000 Anträge für die Ladeinfrastruktur und das Baukindergeld.

Die Ertragslage der KfW im Geschäftsjahr 2020 war geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die sich insbesondere im ersten Halbjahr 2020 negativ auf das Bewertungsergebnis der KfW auswirkten. Im zweiten Halbjahr 2020 konnte die KfW basierend auf einem guten operativen Ergebnis sowie rückläufigen Belastungen aus der Bewertung eine Ergebniswende erreichen und für das Gesamtjahr einen Konzerngewinn ausweisen. Dieser liegt mit 525 Mio. EUR aufgrund der erhöhten Kreditrisikovorsorge und dem negativen Beteiligungsergebnis deutlich unter dem Vorjahr (1.367 Mio. EUR).

„Die Ertragslage zeigt zwei Seiten. Zum einen konnten wir die gute operative Ergebnisentwicklung fortsetzen, die sogar das Vorjahr übertraf, zum anderen drücken jedoch die coronabedingten Belastungen im Bewertungsergebnis den Konzerngewinn auf 525 Mio. EUR“, sagt Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe. „Die solide Kapitalbasis wird gestärkt und erreicht eine Kernkapitalquote von 24,1 %“.

Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) übertrifft mit 1.855 Mio. EUR den Vorjahreswert (1.677 Mio. EUR). Dabei verzeichnet der Zinsüberschuss (vor Förderaufwand) mit 2.601 Mio. EUR als wesentliche Ertragssäule eine Steigerung um 5 % gegenüber dem Vorjahr (2.484 Mio. EUR). Positiv entwickelt sich der Provisionsüberschuss, der mit 584 Mio. EUR (512 Mio. EUR) einen Beitrag zum Anstieg des operativen Ergebnisses leistet. Hierin enthalten sind auch Vergütungen für die Bearbeitung der stark nachgefragten Corona-Sonderprogramme sowie Bearbeitungsmargen für deren großvolumige Kredite. Der Verwaltungsaufwand bewegt sich dank umfangreicher Maßnahmen mit 1.330 Mio. EUR nur leicht über dem Vorjahr (1.320 Mio. EUR).

Die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Risikovorsorge im Kreditgeschäft mit insgesamt -777 Mio. EUR (-174 Mio. EUR) signifikant geprägt. Die rein pandemiebedingten Ergebnisbelastungen betragen 499 Mio. EUR für latente und akute Kreditrisiken und betreffen insbesondere das internationale Geschäft mit Vorsorgebildung in den Geschäftsfeldern Export- und Projektfinanzierung und Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer. Im ersten Halbjahr ergaben sich negative Effekte in der pauschalen Risikovorsorge (Stages 1+2) vor allem aus dem geänderten makroökonomischen Umfeld und aufgrund Ratingdowngrades, die kumulativ mehr als die Hälfte des gesamten Risikovorsorgeergebnisses ausgemacht haben.

Im Beteiligungsportfolio ergibt sich aus den Bewertungsabschlägen ein negatives Ergebnis von insgesamt 281 Mio. EUR nach einem positiven Ergebnisbeitrag von 95 Mio. EUR im Vorjahr. Die coronabedingten Bewertungsabschläge von insgesamt -348 Mio. EUR resultieren insbesondere aus dem Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer. Das inländische Beteiligungsgeschäft, insbesondere der KfW-Capital, sowie die Wertentwicklungen der Equity-Gesellschaften tragen positiv zum Ergebnis bei.

Der Förderaufwand – im Wesentlichen Zinsverbilligungen aus dem Neugeschäft – sank im Geschäftsjahr 2020 aufgrund des im anhaltenden Niedrigzinsumfeld begrenzten Verbilligungsspielraums nochmals auf 88 Mio. EUR und liegt weiterhin unter den Erwartungen und unter dem Niveau des Vorjahres (159 Mio. EUR).

Die rein IFRS-bedingten Effekte aus der Bewertung von Derivaten, die in wirtschaftlich geschlossenen Risikopositionen ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, haben mit -109 Mio. EUR (-80 Mio. EUR) das Bewertungsergebnis belastet.

Die Bilanzsumme ist im Wesentlichen aufgrund der Auszahlungen in den KfW-Sonderprogrammen gegenüber dem 31.12.2019 (506,0 Mrd. EUR) um 40,4 Mrd. EUR auf 546,4 Mrd. EUR gestiegen. Zur Refinanzierung der Geschäftsaktivitäten hat die KfW an den Kapitalmärkten Mittel in Höhe von 66,4 Mrd. EUR aufgenommen. Im Zuge der Corona-Sonderprogramme wurden mit dem zweckgebundenen Zugang zu den Bundesauktionen über den bundeseigenen Wirtschaftsstabilisierungsfonds sowie der Teilnahme an der gezielten längerfristigen Refinanzierung des Eurosystems über TLTRO III neue Refinanzierungsquellen erschlossen. In diesem Rahmen hat die KfW Mittel in Höhe von 39,0 Mrd. EUR bzw. 13,4 Mrd. EUR aufgenommen.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten liegen zum Jahresende 2020 mit einer Gesamtkapitalquote von 24,3 % bzw. einer (harten) Kernkapitalquote von 24,1 % weiterhin auf einem sehr guten Niveau und haben sich im Jahresvergleich trotz pandemiebedingter Belastungen weiter verbessert (31.12.2019: jeweils 21,3 %).

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Erfolgskennzahlen (in Mio. EUR) 01.01.2020 - 31.12.202001.01.2019 - 31.12.2019
Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand)1.8551.677
Förderaufwand88159
Konzerngewinn5251.367
Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus
Sicherungszusammenhängen
6331.447

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Bilanzkennzahlen (in Mrd. EUR)31.12.202031.12.2019
Bilanzsumme 546,4506,0
Bilanzielles Eigenkapital31,831,4
Geschäftsvolumen673,8610,7

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Aufsichtsrechtliche Kennzahlen
(in %) 1)
31.12.202031.12.2019
(Harte) Kernkapitalquote 24,1 21,3
Gesamtkapitalquote 24,3 21,3

1) Die angegebenen Kapitalquoten berücksichtigen das Ergebnis des jeweils ersten Halbjahres.

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