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KfW Research
EZB fährt seit 2022 ihre Staatsanleihen-Portfolios deutlich zurück
30. Oktober 2026
Die geldpolitischen Anleiheportfolios APP und PEPP* wurden von der EZB in der Niedrigzinsphase zur Lockerung der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsbedingungen eingesetzt. Seit dem Höhepunkt im Juni 2022 verkleinert das Eurosystem seinen Fußabdruck am Markt für europäische Staatsanleihen kontinuierlich. Dies hat bereits zu einem Abbau der Portfolios um rund 30 % geführt. In den vergangenen Wochen kam mit dem rapiden Anstieg der Renditen auf 10-jährige französische Staatsanleihen die Diskussion auf, ob die EZB das Transmission Protection Instrument (TPI) einsetzen könnte, um zugunsten von Frankreich am Anleihemarkt zu intervenieren. Dafür fehlen wesentliche Voraussetzungen: Bislang ist der Renditeanstieg kaum als ungerechtfertigt und ungeordnet einzustufen. Angesichts politischer Blockaden und sozialer Unruhen ist ein glaubwürdiger Konsolidierungskurs zur Stabilisierung der hohen Staatsschulden derzeit nicht umsetzbar. Die Situation an den Finanzmärkten müsste sich merklich verschlechtern und auf andere Euro-Länder übergreifen, um die EZB zu Markteingriffen zu bewegen.
*APP=Asset Purchase Programmes, PEPP=Pandemic emergency purchase programme
KfW Research
Stephanie Schoenwald, +49 69 7431-6446,
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