KfW Research
Chinesische Billigpreise treiben das Handelsbilanzdefizit der Eurozone
17. Juli 2026
Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Waren ist ein entscheidender Treiber für das nahezu rekordhohe Handelsbilanzdefizit der Eurozone gegenüber China. Der seit Ende 2022 stark fallende Durchschnittswertindex belegt, wie stark China andere Handelspartner unterbietet. Dieser Preissturz ließ chinesische Importe im selben Zeitraum deutlich um rund 30 % steigen. Die Gründe für den Preisvorteil sind vielfältig. Ein Faktor ist der künstlich schwach gehaltene Yuan gegenüber dem Euro, der chinesische Exporte im Euroraum vergünstigt. Selbst die jüngsten Aufwertungsphasen des Yuan können diesen Wechselkursvorteil nicht ausgleichen. Zudem führen massive Überkapazitäten der chinesischen Unternehmen zu Absatzproblemen im Inland und starkem heimischen Preisdruck, Billigexporte in den Weltmarkt sind die Folge. Während in den vorgelagerten Rohstoffbranchen die Erzeugerpreise zuletzt stiegen und der Druck dort nachlassen dürfte, hält der deflationäre Preisdruck in den Verarbeitenden Sektoren an. Flankiert wird dies durch staatliche Beihilfen. Industrieunternehmen erhalten in China deutlich höhere Subventionen als westliche Konkurrenten.
KfW Research
Dr. Jenny Körner, +49 69 7431-57189,
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