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Pressemitteilung vom 11.05.2022 / KfW, DEG, KfW Entwicklungsbank

KfW-Zusagen für Entwicklungs- und Schwellenländer 2021 bei 10,1 Mrd. EUR

Trotz erwarteter Herausforderungen durch geopolitische Lage nachhaltige Entwicklungsziele im Blick

  • Auch 2021 anhaltende Unterstützung in der Corona-Pandemie: Fortsetzung der Bekämpfung der mensch-lichen und wirtschaftlichen Folgen weltweit
  • Keine Alternative zur nachhaltigen Transformation der globalen Wirtschaft – KfW als Begleiter
  • KfW Entwicklungsbank weltweit einer der größten Geber für den Schutz biologischer Vielfalt. 2021: 685 Mio. EUR (+27 %)
  • 2022: Unterstützung der Ukraine zur Abfederung der Kriegsfolgen
  • DEG: Entwicklungspolitisch und wirtschaftlich erfolgreiches Jahr 2021 – mehr Mittel für private Investitionen
  • Neue DEG-Geschäftsstrategie: Impact und Klima noch stärker im Fokus

Die KfW verzeichnete im Jahr 2021 ein Zusagevolumen in Höhe von 10,1 Mrd. EUR für insgesamt 468 Vorhaben im Rahmen der Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer (Vorjahr: 12,4 Mrd. EUR). Davon entfielen 8,6 Mrd. EUR (2020: 11 Mrd. EUR) auf die KfW Entwicklungsbank und rund 1,5 Mrd. EUR auf die KfW-Tochter DEG, die bei weiter anhaltender Corona-Pandemie mehr Mittel für die Finanzierung privater Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zusagen konnte als im Vorjahr (2020: 1,4 Mrd. EUR).

Das Corona-Sofortprogramm des BMZ wurde von der KfW Entwicklungsbank in den Jahren 2020 und 2021 mit 6,6 Mrd. EUR unterstützt. Bisher wurden Auszahlungen in Höhe von 4,2 Mrd. EUR für 212 Projekte in 71 Ländern getätigt. Unterstützung erhielten die Partner für Sofortmaßnahmen insbesondere im Gesundheitssektor, im Bereich der Ernährungssicherung, in der sozialen Sicherung sowie zur Aufrechterhaltung der Liquidität für Unternehmen und Staaten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Unterstützung der Impfstoffentwicklung und -produktion in Ruanda, im Senegal und in Südafrika.

Die DEG hat 2021 über ihre Beratungs- und Förderprogramme 62 Mio. EUR für 179 Vorhaben zugesagt. Hier hatten Covid-19-Response-Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit und Prävention erneut einen hohen Anteil.

„Zu der Corona-Pandemie deren Folgen in den Entwicklungsländern noch jahrelang spürbar bleiben werden, kommt der Ukraine-Krieg. Ich sehe die Entwicklungszusammenarbeit immer stärker gefordert. Einerseits vor dem Hintergrund der Folgen des Krieges bei der kurzfristigen Unterstützung für die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern und sobald möglich durch Wiederaufbaumaßnahmen in der Ukraine. Andererseits müssen wir die Bewältigung der langfristigen Aufgaben wie die alternativlose nachhaltige Transformation der globalen Wirtschaft im Blick behalten und mehr denn je die Energiesicherheit mitdenken“, sagte Christiane Laibach, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Die KfW Entwicklungsbank hat kleine und mittelständische vom Krieg betroffene Unternehmen in der Ukraine im Rahmen von kurzfristigen Krisenmaßnahmen mit 150 Mio. EUR unterstützt, um die Kriegsfolgen abzufedern. Weiter hilft sie aktuell dabei, die sozialen Sicherungssysteme aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus ist Unterstützung für Binnenvertriebene geplant.

„Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind vielschichtig und bedrohen auch die Versorgungssicherheit in den Entwicklungsländern. Umso wichtiger ist es, die Resilienz unserer Partner zu stärken, auch im Hinblick auf den Klimawandel als große globale Herausforderung. Vor diesem Hintergrund fokussieren wir uns künftig noch stärker auf impactstarke sowie klimafreundliche Vorhaben. Wir sehen viel Potenzial in der Begleitung von Unternehmen, die mit unserer Unterstützung die Transformation angehen wollen“, ergänzte Roland Siller, Vorsitzender der DEG-Geschäftsführung.

1. KfW Entwicklungsbank

Im Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank gingen die Zusagen 2021 im Vergleich zum Vorjahr zurück, in etwa auf das Niveau von 2019 (8,8 Mrd. EUR). 2021 stellte die KfW im Auftrag der Bundesregierung 8,6 Mrd. EUR (2020: 11 Mrd. EUR) für Finanzierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern bereit. Die Rekordzusage des Jahres 2020 enthielt einen wesentlichen Teil des Corona-Sofortprogramms.

Projekte im Bereich Klima- und Umweltschutz förderte die KfW Entwicklungsbank mit 3,7 Mrd. EUR. Dabei wurden 12,5 Millionen Menschen bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels direkt unterstützt, weitere 114 Millionen indirekt – zum Beispiel durch Versicherungen. 1,2 Millionen Menschen erhielten erstmals oder verbesserten Zugang zu moderner Energieversorgung. Die Zusagen im Bereich Schutz der Biodiversität beliefen sich 2021 auf rund 685 Mio. EUR – was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 27 % bedeutet – für 165 Schutzgebiete.

„Klimaschutz sehen wir in einem engen Zusammenhang mit Biodiversität – ein unschätzbares globales Gut. Sie steht für die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie der Ökosysteme unseres Planeten. Ihr Erhalt ist die Voraussetzung und Garant für das Gleichgewicht der Natur und bildet unsere natürliche Lebensgrundlage, etwa in Form von Nahrungsmitteln, Energiequellen, Arzneimitteln und vielem mehr. Mit der Unterstützung von insgesamt mehr als 800 Schutzgebieten ist die KfW einer der größten Geber weltweit für den Erhalt biologischer Vielfalt“, sagte Christiane Laibach.

Die Neuzusagen der KfW Entwicklungsbank für Afrika erreichten 2,2 Mrd. EUR und machen 27 % der Gesamtzusagen aus. Asien liegt mit 24 % bei einem Zusagevolumen von rund 2 Mrd. EUR.

3,6 Mrd. EUR der Zusagen im Jahr 2021 stammen aus dem Bundeshaushalt, 4,6 Mrd. EUR sind KfW-Mittel. Weitere Mittel wurden im Auftrag anderer Geber ausgereicht, hauptsächlich für die EU-Kommission (rund 430 Mio. EUR).

Die Zusagen für soziale Infrastruktur (Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Staat und Zivilgesellschaft) beliefen sich auf rund 4,3 Mrd. EUR. In diesem Bereich gibt es unter anderem folgende Wirkungen: Mehr als 9 Millionen Menschen erhalten durch die Vorhaben zu neuem oder hochwertigerem Trinkwasser, rund 3 Millionen Menschen profitieren von einer verbesserten Sanitär- und Abwasserentsorgung und 2 Millionen sind besser vor Starkregen und Überflutung geschützt.

An zweiter Stelle stehen die Zusagen für wirtschaftliche Infrastruktur (Energie, Finanzsektor und Transport) in Höhe von 1,6 Mrd. EUR. Dies trägt unter anderem dazu bei, dass rund 1,2 Mio. Menschen einen erstmaligen oder verbesserten Zugang zu moderner Energieversorgung erhalten werden. Vom Auf- und Ausbau nachhaltiger städtischer Verkehrssysteme profitieren 1,8 Mio. Menschen. Die Zusagen für Digitalisierung steigen stetig. Das Gesamtportfolio beträgt mittlerweile 4 Mrd. EUR mit Projekten in 150 Ländern.

2. DEG

Die KfW-Tochter DEG stellte Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern rund 1,5 Mrd. EUR für die Finanzierung privater Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern bereit (2020: 1,4 Mrd. EUR). Bei weiteren Kapitalgebern konnte die DEG 507 Mio. EUR und damit über 30 % mehr als im Vorjahr mobilisieren. Finanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen und den Mittelstand bildeten mit 737 Mio. EUR erneut rund die Hälfte des DEG-Neugeschäfts. Damit trug die DEG dazu bei, das in vielen Entwicklungsländern unzureichende Angebot an langfristigen Finanzierungen für diese Unternehmen zu verbessern. Regional betrachtet entwickelten sich die Finanzierungszusagen für Lateinamerika besonders positiv: Mit 566 Mio. EUR war im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von fast 70 % zu verzeichnen.

Trotz anhaltender Corona-Pandemie konnte die DEG das Geschäftsjahr 2021 entwicklungspolitisch und betriebswirtschaftlich erfolgreich gestalten. So haben die Bestandskunden der DEG 2021 rund 2,8 Millionen Menschen beschäftigt und 147 Mrd. EUR lokales Einkommen erwirtschaftet.

Angesichts des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen, weltweit ausstrahlenden geopolitischen Spannungen erwartet die DEG, dass sie sich 2022 in einem nochmal schwierigeren Umfeld bewegen wird.

„Wir verfolgen die aktuellen Konflikte, die Auswirkungen auf viele Menschen haben, eng und mit Sorge. Gleichzeitig werden die bestehenden ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen durch die Klimakrise weiter verschärft. Als Entwicklungsfinanzierer sind wir in dieser Situation besonders gefordert. Wir wollen gezielt dazu beitragen, im Dialog mit Unternehmen und Partnern Lösungen zu suchen und unseren Kunden mit geeigneten Instrumenten zur Seite zu stehen“, so Roland Siller.

Detaillierte Informationen finden Sie unter www.kfw-entwicklungsbank.de und www.deginvest.de

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