Pressemitteilung vom 30.01.2026 / KfW, KfW Research
KfW Research: Stimmung im deutschen Mittelstand – das Gute steckt im Detail
- Geschäftsklimaindex der mittelständischen Unternehmen tritt auf der Stelle
- Blick in einzelne Wirtschaftsbereiche zeigt insgesamt positive Entwicklung
- Hoher Auftragseingang ermutigt
Auf den ersten Blick wirkt die Entwicklung der Stimmungsindikatoren im deutschen Mittelstand im Januar enttäuschend, wird doch auf positive Signale für die deutsche Wirtschaft gewartet. Zu Jahresanfang machte der Geschäftsklimaindex der kleinen und mittleren Unternehmen einen Seitwärtsschritt; er fiel minimal um 0,1 Zähler auf nun minus 15,0 Punkte. Damit verharrt die Stimmung in den Unternehmen weiterhin deutlich unter der Nulllinie, die für den langfristigen Durchschnitt steht.
Tatsächlich aber ist die Entwicklung im Januar eher eine positive Nachricht, die auf die Krisenfestigkeit des deutschen Mittelstands hinweist. Schließlich war der Jahresanfang durch neue geopolitische Konflikte, insbesondere die Diskussionen um Grönland, belastet.
Außerdem zeigt der Blick in einzelne mittelständische Wirtschaftsbereiche eine positive Entwicklung. Denn dort hat sich fast überall das Klima verbessert, am stärksten im Einzelhandel, gefolgt vom Großhandel. Alleine im Verarbeitenden Gewerbe gab es keine Stimmungsaufhellung, allerdings auch keine Verschlechterung. Dass das übergeordnete Geschäftsklima für den gesamten Mittelstand nicht ansteigt, ist lediglich einem technischen Effekt geschuldet, der mit der Saisonbereinigung dieser Zeitreihe zusammenhängt. Die grundsätzliche Stimmungsaufhellung im Mittelstand wird dadurch im Januar kaschiert.
„Im Mittelstand sieht es derzeit besser aus als der bloße Indexwert glauben lässt. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten anspringen wird und sich die Stimmung in den Unternehmen aufhellt“,
sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
Mut machen auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, die im Herbst deutlich angezogen sind. Der seit langem erwartete Fiskalimpuls zeigt sich in Form von Großaufträgen. Diese erreichen zunächst zwar nur einzelne Unternehmen, werden aber nach und nach durch Folgeaufträge in die Breite der Wirtschaft durchsickern.
Bei den Großunternehmen zeigte sich im Januar eine ähnliche Stimmungsentwicklung wie im Mittelstand – das Geschäftsklima stagnierte, in dem Fall bei minus 19,4 Punkten. Während im Mittelstand die Geschäftserwartungen auf Sicht von sechs Monaten nachgaben, die Beurteilung der aktuellen Lage sich jedoch leicht verbesserte, war es bei den Großunternehmen genau andersherum.
Das aktuelle Mittelstandsbarometer ist abrufbar unter: KfW-ifo-Mittelstandsbarometer | KfW
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand
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