Herr Dr. Dirk Schumacher ist seit April 2025 Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe und leitet KfW Research.
„Der Krieg im Nahen Osten und der damit einhergehende Anstieg der Energiepreise hat die Stimmung der Unternehmen in Deutschland bislang nur moderat eingetrübt. Die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnen sogar laut der PMI-Umfrage einen Anstieg der Aktivität im März. Der Aktivitätsgrad im Dienstleistungssektor zeigt hingegen einen deutlichen Rückgang. Da das Verarbeitende Gewerbe im Schnitt energieintensiver produziert als der Dienstleistungssektor, ist diese Divergenz erstaunlich und deutet, zumindest für den Moment, auf eine gewisse Robustheit des Aufschwungs hin. Dennoch sind die Risiken für den Aufschwung deutlich gestiegen und ein Verbleiben des Öl- und Gaspreises auf dem jetzigen Niveau wird den Aufschwung deutlich belasten und möglicherweise ernsthaft gefährden, abhängig vom weiteren Verlauf des Krieges.“
Dr. Dirk Schumacher
27. März 2026
Vor Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar 2026 sahen sich Prognostizierende im Allgemeinen und im Speziellen solche, die sich mit Notenbankzinsen beschäftigen, einer nahezu heilen Welt gegenüber: Die Folgen der Preisschocks, die sich aus Corona- und Energiekrise ergeben hatten, waren fast verdaut, eine weitere Normalisierung der Inflation unterwegs. So erwarteten die Marktteilnehmenden unmittelbar vor Kriegsausbruch, dass die EZB ihre Leitzinsen bis Dezember 2026 um einen halben Zinsschritt senken würde. Anders ausgedrückt: Sie sahen kaum Veränderungen. Seitdem ist aber auch ihre Welt nicht mehr in Ordnung: Per 26. März 2026 wurden nun etwas über drei ganze Zinsschritte erwartet, jetzt aber nach oben! Hintergrund sind vor allem die rasanten Preisanstiege bei Öl und Gas, die die EZB wieder einfangen muss. Damit aber nicht genug: Die Nachrichtenflut führt zusätzlich zu einem ständigen Hin und Her, sodass z. B. am 10. März zwischenzeitlich gar keine Aktion der EZB mehr an den Märkten gehandelt wurde. Ein Ende dieser Unsicherheit ist derzeit nicht absehbar – mit allen ihren negativen Folgen. Und das sind nur die ökonomischen.
KfW Research
Dr. Sebastian Wanke, +49 69 7431-9784,
Der Chefvolkswirt der KfW ist optimistisch – und rechnet 2026 mit einem Wachstum von 1,5 %.
Im Interview mit der Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau mit Dr. Dirk Schumacher vom 10.10.2025
Die Bundesregierung will die Bedingungen für Start-ups verbessern. Dafür muss sie einige Hindernisse aus dem Weg räumen.
Gastbeitrag in der Wirtschaftwoche von Dr. Dirk Schumacher
(August 2025, €)
Das Investorenbarometer von BVK, KfW und Handelsblatt zeigt:
Die Lage bleibt herausfordernd. Globale Risiken und geopolitische Spannungen sorgen weiterhin für Zurückhaltung bei vielen Marktteilnehmern. Gleichzeitig zeichnet sich ein differenziertes Bild ab: Ein Teil der Investoren mit langfristigem Kapital wagt sich langsam und vorsichtig zurück in den Markt. Bei jungen, besonders risikoreichen Unternehmensfinanzierungen hingegen ist die Zuversicht zuletzt wieder gesunken.
Hier geht es zum Video Investorenbarometer Q4/2025 (15:30)
Der Krieg im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg des Öl- und Gaspreises stellen ein klares Risiko für unsere Wachstumsprognose für Deutschland von 1,5 % im Jahr 2026 dar. Wir gehen in unserem Basis-Szenario von einer mehrwöchigen Blockade der Straße von Hormus aus und einer anschließenden Normalisierung des Öl- und Gaspreises im Laufe des 2. Quartals. In diesem Szenario wäre der negative Wachstumseffekt gering, während die Inflation um etwa einen halben Prozentpunkt höher ausfallen könnte. Eine längere Blockade, die sich weit ins 2. Quartal erstreckt, würde allerdings das Wachstum in diesem Jahr auf unter 1 % drücken.
Deutschland: Aufschwung bei kurzer Blockade der Straße von Hormus noch nicht gefährdet
08.06.2026 │ Tag der jungen Wirtschaft, Wirtschaftsjunioren Deutschland
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