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Die Klimaretter – nachhaltig gründen

In der Serie „Die Klima­retter – nach­haltig gründen“ stellen wir Gründerinnen und Gründer vor, die sich aktiv für den Klima­schutz einsetzen, Ressourcen schonen und nach­haltig wirtschaften. Für sie ist der Schutz des Planeten Pflicht und Herzens­angelegenheit gleicher­maßen. Nachhaltig­keit stellt keinen Neben­aspekt dar, sondern ist Teil der Firmen­philosophie. Die hier vor­gestellten Unter­nehmen wurden gegründet, um lang­fristig einen Wandel zu bewegen und ihren Teil zu einer grünen und besseren Zukunft beizutragen.

Nachhaltige Gründungen umfassen ökologische, ökonomische sowie gesellschaftlich nach­haltige Facetten. Die Unter­nehmerinnen und Unter­nehmer zeigen, dass sich Nachhaltig­keit und Wirtschaftlich­keit gegen­seitig nicht ausschließen.

Entdecken Sie weitere Beispiele nach­haltiger Gründungen. Diese werden sukzessive auf dieser Seite ergänzt – seien Sie gespannt.

Start-up entwickelt weltweit ersten Rucksack aus Meeresplastik

Mehr als elf Millionen Tonnen Plastik­müll landen jedes Jahr in unseren Ozeanen. Zum Schutz der Meere tragen Klima­retter wie Benjamin Mandos bei. Er gründete das Unter­nehmen GOT BAG GmbH, das im Müll-Epizentrum Indonesien Meeres­plastik birgt, um daraus langlebige Ruck­säcke herzustellen. Doch hinter der Erfolgs­geschichte von heute steckt viel harte Arbeit.

Die Frage, warum er und sein Team Klima­retter sind, kann Benjamin Mandos schnell beantworten. „Unsere Ruck­säcke sind aus recyceltem Polyester. Dieses verbraucht zehnmal weniger CO2 als die Neu­herstellung“, sagt der Gründer. Hinzu kämen Hunderte von Tonnen Meeres­plastik, die sie seit dem Start von GOT BAG aus dem Ozean sammeln konnten. Eine Mission, die ihm am Herzen liegt.

Denn Benjamin Mandos hat ein ganz besonderes Verhältnis zum Meer. Auf Segel­touren mit seinem Vater lernte er die See schon als Kind lieben. Aber er entdeckte auch erschreckend viel Plastik im Wasser. Mit dem Wissen, dass Kunststoffe wieder­verwertbar sind, fragte er sich: „Warum nicht Plastik aus dem Meer sammeln, recyceln und daraus etwas Neues herstellen, das lange im Wertschöpfungs­kreislauf bleibt?“

Aus der Frage­stellung wird die Idee, Ruck­säcke her­zustellen, und aus der Idee schließlich eine Unternehmens­gründung. Doch leichter gesagt als getan. Denn dem 34-Jährigen fehlte zum Start einiges an Wissen: Wie sollte er das Plastik aus dem Meer bekommen? Wie lässt sich daraus ein Stoff herstellen? Und wie soll das Ganze finanziert werden?

Für die Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen gingen zahl­lose Nächte drauf. Denn Mandos arbeitete weiterhin Voll­zeit in seinem Job als Kamera­mann. Die Gründung von GOT BAG musste nebenher laufen – fast zwei­einhalb Jahre lang. Doch er glaubte fest: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Kurz nachdem er Vater geworden war und ein Haus gekauft hatte, kam ein weiterer wichtiger Schritt: Er widmet sich jetzt trotz des Risikos seinem Herzens­projekt GOT BAG in Vollzeit.

Wofür GOT BAG eine Finanzierung brauchte

Das Team von GOTBAG bei einer Besprechung

Dieser Schritt bedeutete mehr Wachs­tum, aber auch mehr benötigtes Kapital. Bis dahin floss vor allem Erspartes in die Unter­nehmung. Eine Crowd­funding-Kampagne spülte weiteres Geld in die Kassen. „Dann haben wir ein Darlehen von unserer Haus­bank bekommen, die uns immer sehr unter­stützt hat. So sind wir später auch zu einem Gründungs­kredit der KfW gekommen“, erzählt Benjamin Mandos.

Mit dem Gründungskredit konnte GOT BAG seinen Lager­bestand aufbauen, in weitere Länder expandieren und das Produkt­portfolio weiter ausbauen. „Der Kredit war extrem wichtig und hat auch dazu geführt, dass GOT BAG dort steht, wo es heute steht“, so der junge Unternehmer.

Die Arbeit zahlt sich aus. Das Unter­nehmen wächst. Heute macht GOT BAG einen zwei­stelligen Millionen­umsatz. Bereits mehr als 250 Tonnen Plastik wurden schon aus dem Ozean gefischt und zu Ruck­säcken recycelt. 3,5 Kilo Meeres­plastik birgt GOT BAG für ein großes Modell wie den Rolltop Rucksack.

„Bags that create an impact for people and the world“

Für die Mission, Meeres­plastik zu sammeln und daraus Ruck­säcke herzustellen, arbeitet das Mainzer Start-up mit mehr als 2.500 Fischern in Indonesien zusammen, die das Plastik als Beifang fischen und an Community Points im Hafen und im Ort abgeben. Dann wird der Müll sortiert. Aktuell kann GOT BAG nur PET verwenden, das rund 15 Prozent des Mülls ausmacht. Der Anteil wird gereinigt, zu Flakes geschreddert und zu Pellets gepresst. Hieraus wiederum entsteht Garn, aus dem die Stoffe der Ruck­säcke produziert werden.

„Bags that create an impact for people and the world“ – dieser Slogan steht auf dem Sweat­shirt von Benjamin Mandos. Und genau das wird bei GOT BAG auch gelebt: „Für uns ist es wichtig, am Ende sagen zu können, dass wir etwas für das Meer getan haben, dass wir etwas für die Umwelt getan haben und dass wir stolz darauf sein können, was wir erreicht haben“, sagt der Gründer.

Stolz kann Benjamin schon heute sein. Das Produkt kommt bei Kundinnen und Kunden gut an. Sonder­editionen sind im Nu ausverkauft. Auf Instagram hat GOT BAG eine Reichweite von rund 350.000 Followerinnen und Followern, die verfolgen, was das Start-up macht, und mit dem Unter­nehmen interagieren.

Weitere Länder und neue Netzwerke

Ob Benjamin Mandos zu Beginn der Reise mit einem solchen Erfolg gerechnet hat? Er verneint. „Es berührt mich, dass so viele Menschen dazu­gekommen sind, die meine Vision teilen.“ Am Ziel angekommen ist er mit GOT BAG aber noch nicht. Künftig will das Unter­nehmen seine Clean-ups, also Netz­werke zur Ent­müllung der Meere, in Indonesien und weiteren Ländern aus­bauen. Auch eine Expansion in neue Staaten ist geplant. Und GOT BAG arbeitet daran, in Zukunft noch mehr Sorten von Plastik recyceln zu können. Das Unter­nehmen zeigt, dass Wirtschaf­tlichkeit und Nach­haltigkeit zusammen­passen.

„Wir werden nicht sagen können, dass wir es geschafft haben, das Meer oder die Welt zu retten. Denn das kann keiner allein. Aber wir können unseren Teil dazu beitragen, die Umwelt zu schützen. Genau das ist mein Antrieb“, sagt Mandos. Diese große Motivation, etwas Gutes für den Planeten zu tun und nach­haltig zu ver­ändern, macht ihn und das GOT BAG-Team zu echten Klima­rettern.

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