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Generationenwechsel im deutschen Mittelstand

Das erfolgreiche Management der Unternehmensnachfolge ist und bleibt auch absehbar eine wesentliche Herausforderung für den Mittelstand in Deutschland. Allein bis Ende 2027 planen jährlich rund 125.000 Inhaberinnen und Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) den Rückzug aus ihrem Unternehmen – und wollen das Unternehmen in die Hände eines Nachfolgenden legen.

Zur Studie:
Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2023: Trotz Nachfolgerengpass sind drei Viertel der Übergaben bis Ende 2024 geregelt

Presseerklärung

Der anstehende Generationen­wechsel wird viele Unternehmen vor Probleme stellen, denn zu gering ist die Zahl nachrückender Existenzgründer, die eine qualifizierte Nachfolge antreten können. Dabei ist der Bedarf an Nachfolgerinnen und Nachfolgern bereits jetzt hoch und wird zunehmen. Nicht zuletzt durch das hohe Alter vieler Chefinnen und Chefs der aktuellen Inhaber­generation. Bereits jetzt sind 1,2 Mio. Inhabende 60 Jahre oder älter – das ist fast jede(r) Dritte. Unternehmer und Unternehmerinnen, die tatsächlich eine Nachfolge innerhalb der kommenden zwei Jahre anstreben, sind im Durchschnitt bereits 64 Jahre alt. Ein Viertel wird zum geplanten Rückzugs­zeitpunkt bereits über 70 Jahre alt sein. Aber nicht überall in Deutschland ist der Generationen­wechsel im Mittelstand ein gleich drängendes Problem – es bestehen überraschend große regionale Unterschiede. Der höchste Anteil an älteren Inhabern weist der Mittelstand in Schleswig-Holstein, Thüringen und Baden-Württemberg auf. Dort ist auch die Situation der Nachfolgen angespannter. Anders in Hamburg, Rheinland-Pfalz/Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern; hier stehen kurzfristig weit weniger Unternehmens­nachfolgen an.

Es gibt eine zweite Seite: Nicht jeder Unternehmens­lenker mit konkreten Rückzugs­gedanken hat vor, sein Unternehmen überhaupt fortführen zu lassen, sondern bevorzugt eine Stilllegung. Bis zum Ende des Jahres 2024 hegen rund 3 % aller Inhabenden im Mittelstand Stilllegungs­pläne. Das sind jährlich rund 48.500 aktuell noch wirtschaftsaktive Mittelständler, die ohne eine Nachfolgeregelung aus dem Markt austreten – sofern Stilllegungs­pläne letztlich auch umgesetzt werden.

Ein zeitnah anstehender Generationen­wechsel in der Inhaberschaft, gepaart mit einem hohen Alter des Unternehmers, hat erhebliche Folgen für die Investitions­bereitschaft. Ist die Nachfolge unklar, dann bleiben vermehrt Investitionen aus. Umgekehrt stärkt eine geklärte Nachfolge die Investitions­bereitschaft auch bei hohem Inhaberalter. Am stärksten ausgeprägt ist die Wirkung bei kurzfristig anstehenden Nachfolgen binnen 2 Jahren: Wenn die Nachfolge gesichert ist, dann löst dies ein durchschnittliches Investitionsplus von 40 % im Unternehmen aus.

Angesichts des fehlenden Gründerinnen- und Gründer­nachwuchses ist es naheliegend, dass die Schwierigkeit, geeignete Nachfolge­kandidaten zu finden, die konstant mit Abstand am häufigsten genannte Hürde einer Unternehmens­nachfolge ist. Die Einigung auf einen Kaufpreis folgt aktuell auf Rang 2 der genannten Hürden einer Unternehmens­nachfolge (30 %). Mittlerweile ebenso häufig werden bürokratische Fallstricke angeführt. Die rechtliche bzw. steuerrechtliche Komplexität der Nachfolge nehmen 28 % der Unternehmen als Hürde wahr.


Stand: Februar 2024

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