Pflastersteine an einer Baustelle im öffentlichen Bereich

    KfW Research

    KfW-Kommunalpanel

    Das KfW-Kommunalpanel beruht auf einer Befragung der Kämmereien in Städten und Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern sowie allen Landkreisen. Die jährliche Umfrage und bundesweit repräsentative Hochrechnung wird im Auftrag der KfW durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) seit 2009 durchgeführt. Im Mittelpunkt der Befragung stehen Aspekte zur Finanzlage, Investitionstätigkeit und Finanzierung der Kommunen. Große Bekanntheit hat die Hochrechnung zum wahrgenommenen Investitionsrückstand der Kommunen. Ein wechselndes Sonderthema, die Eckwerte der Finanzstatistik sowie die Berücksichtigung aktueller kommunalpolitischer Debatten ergänzen den Endbericht.

    Ausgabe 2026

    Das KfW-Kommunalpanel 2026 zeigt eine pessimistische Stimmung bei den Kämmereien, die im zweiten Jahr in Folge ein Rekorddefizit verarbeiten müssen. Als Folge stagniert die Investitionstätigkeit und der Investitionsrückstand steigt deutlich. Einen Lichtblick geben die Investitions­planungen, denn eine von fünf Kommunen plant bereits für das laufende Jahr mit zusätzlichen Investitionen durch das Sondervermögen und die Investitions­planungen sind ungewöhnlich hoch. Das diesjährige Sonderthema beleuchtet die kommunalen Beteiligungen an öffentlichen Unternehmen. Kommunen unterstützen ihre Stadtwerke bei der Wärmewende und der Klimatransformation hauptsächlich durch Bürgschaften und Verzicht auf Ausschüttungen. Die Tragfähigkeit der öffentlichen Unternehmen unterscheidet sich allerdings stark nach Bereichen.

    Pressemitteilung

    Kurzfassung KfW-Kommunalpanel 2026 (im Erscheinen)

    Tabellenband KfW-Kommunalpanel 2026 (im Erscheinen)

    Kommentar des Chefvolkswirts der KfW

    KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher
    „Es liegt nahe, den enormen Sprung von 2025 auf 2026 mit den Erwartungen der Kommunen an das Sondervermögen zu erklären. Es bleibt allerdings abzuwarten, inwieweit die geplanten Investitionen letztlich realisiert werden. Erfahrungsgemäß bleiben die umgesetzten Vorhaben hinter den Plänen zurück und es werden nur etwa zwei Drittel des avisierten Volumens verausgabt. Die Lücke zwischen geplanten und realisierten Investitionen ist ein inzwischen gut dokumentiertes Phänomen. Grund dafür sind auch nicht-finanzielle Investitions­hindernisse, die Vorhaben verzögern oder komplett verhindern. Solche Hemmnisse sind beispielsweise aufwendige Genehmigungs- und Vergabeverfahren, umfangreiche baurechtliche Anforderungen und Personalmangel in den Bauverwaltungen. Es ist gut, dass die Bundesregierung dabei ist, einige dieser Hemmnisse aus dem Weg zu räumen.
    Die kommunale Finanzlage hat sich weiter spürbar verschlechtert, die Stimmung in den Kämmereien ist gedrückt. Das Sondervermögen kann eine stabilisierende Wirkung auf die kommunale Investitionstätigkeit haben. Das wird aber nicht ausreichen, um die Haushaltslage wieder zu drehen. Es bedarf struktureller Reformen, damit die finanzielle Ausstattung wieder zu den kommunalen Aufgaben passt. Eine Möglichkeit, die Situation der Kommunen zu verbessern, wäre es, die Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Bund, Ländern und Kommunen anzupassen.“

    Dr. Dirk Schumacher

    • Das Jahr 2025 ist erneut mit einem kommunalen Rekorddefizit von nunmehr 31,9 Mrd.­ EUR zu Ende gegangen. Entsprechend bewerten laut KfW-Kommunalpanel 2026 mittlerweile 44 % der Kommunen ihre Finanzlage als „mangelhaft“. Für die Zukunft rechnen neun von zehn Kommunen mit einer nachteiligen Entwicklung ihrer Finanzen.
    • Die kommunalen Schulden sind im vergangenen Jahr um 16 % auf 196 Mrd. EUR gestiegen, damit auf im Schnitt 2.542 EUR pro Kopf. Der Anstieg ist überwiegend auf eine Zunahme der Investitionskredite zurückzuführen. Aber auch die Kassenkredite haben mit 21 % deutlich zugenommen. Im laufenden Jahr planen die Kommunen verstärkt Kredite zur Finanzierung von Investitionen zu nutzen.
    • Der für Deutschland hochgerechnete wahrgenommene Investitions­rückstand der Kommunen ist um rund 7 % auf 231,2 Mrd. EUR angestiegen, wobei die Infrastruktur in den Bereichen Schulen und Straßen weiterhin die größten Rückstände aufweist (68,9 Mrd. EUR bzw. 53,7 Mrd. EUR). Ein besonders starker Aufwuchs ist darüber hinaus in den Bereichen Brand- und Katastrophen­schutz (+3,2 Mrd. EUR) und Sport (+6 Mrd. EUR) zu verzeichnen.
    • Ein Lichtblick ist der vergleichsweise starke Anstieg bei den geplanten Investitionen für 2026. Diese liegen um 14 % höher als die geplanten Investitionen für 2025. In den Vorjahren lag dieser Wert meist um die 4 %. Hierzu mag das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz beigetragen haben.
    • Für das laufende Jahr rechnet rund ein Fünftel (22 %) der Kommunen mit höheren Investitionen aufgrund des Sondervermögens, für das Jahr darauf sogar fast zwei Fünftel (38 %). Grund für dieses Hochlaufen dürfte vor allem der nötige Planungsvorlauf für Investitionsprojekte sein.
    • In einem Sonderteil geht das KfW-Kommunalpanel 2026 auf die Unternehmens­beteiligungen der Kommunen ein. Neun von zehn Kommunen haben mindestens eine Beteiligung, besonders häufig in den Bereichen Energie- und Wasserwirtschaft. Aus dem Energiebereich wurden zuletzt in über der Hälfte der Fälle Überschüsse in den Kernhaushalt abgeführt, wohingegen die Kommunen bei etwa der Hälfte der Beteiligungen am ÖPNV Defizite aus dem Kernhaushalt heraus abdecken mussten.