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Pressemitteilung vom 23.09.2026 / KfW Research

KfW Research: Gut jedes zehnte mittelständische Unternehmen beschäftigt ausländische Fachkräfte

  • Vor allem größere Mittelständler und Industrieunternehmen greifen auf ausländische Fachkräfte zurück
  • Kaum Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland
  • Sprachbarrieren, bürokratische Hemmnisse sowie rechtliche Hürden erschweren die Rekrutierung

Der demografische Wandel wird zu einem zunehmenden Problem für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften kann ein Lösungsbaustein für die entstehende Personallücke sein. Derzeit beschäftigt gut jedes zehnte mittelständische Unternehmen in Deutschland – 11,5 Prozent – Fachkräfte aus dem Ausland. Dabei handelt es sich vor allem um große Mittelständler mit 50 und mehr Beschäftigten. 61 Prozent von ihnen gaben an, ausländische Fachkräfte im Betrieb zu haben. Je kleiner die Unternehmen, desto seltener spielen Fachkräfte aus dem Ausland eine Rolle für sie.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Sonderbefragung im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels. Diese fand im Januar 2026 statt, befragt wurden deutsche kleine und mittlere Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige bis zu einer Umsatzgrenze von 500 Millionen Euro. Definiert ist der Begriff „ausländische Fachkraft“ in der Umfrage als Person mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die zum Zweck der Erwerbstätigkeit nach Deutschland zugewandert ist, über eine berufliche oder akademische Qualifikation verfügt und entsprechend eingesetzt wird. Aus dem Ausland stammende Hilfsarbeiter beispielsweise fallen also nicht darunter.

Besonders häufig beschäftigen Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe ausländische Fachkräfte. 21 Prozent von ihnen gaben das an. Es folgen der Handel mit 14,3 Prozent sowie das Baugewerbe mit 13,3 Prozent.

12,4 Prozent der Unternehmen erklärten, aus unterschiedlichen Gründen auf die Einstellung von ausländischen Fachkräften zu verzichten – obwohl grundsätzlich Bedarf bestehe. 45,5 Prozent der Unternehmen hingegen betonten, derzeit keinen Bedarf für ausländische Fachkräfte zu haben.

Die konjunkturelle Schwächephase führt dazu, dass der Fachkräftemangel momentan geringer ist als noch vor einigen Jahren. Die Unternehmen spüren den demografisch bedingten Arbeitskräftemangel daher nicht so stark. Der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften wird aber wieder steigen, in dem Maße wie die Konjunktur weiter anzieht, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Kaum Unterschiede gibt es in dem Bereich laut der Umfrage zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten liegt der Anteil der Unternehmen, die ausländische Fachkräfte beschäftigen, mit 9,6 Prozent geringfügig niedriger als im Westen mit 11,9 Prozent. Die Differenz beruht vor allem auf der Branchenstruktur, da im Westen der Anteil größerer Mittelständler im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor höher ist.

Als Herausforderung oder Hindernis bei der Rekrutierung ausländischer Beschäftigter nannten 69,1 Prozent der Unternehmen Sprachbarrieren. 47,5 Prozent bemängelten bürokratische und rechtliche Hindernisse. Diese können Verfahren rund um Aufenthaltstitel, Arbeitserlaubnisse oder behördliche Prozesse umfassen, die vielfach langwierig und schwer kalkulierbar sind.

Wir sehen in unserer Umfrage, dass ein Teil der mittelständischen Unternehmen zwar gerne Beschäftigte aus dem Ausland rekrutieren würde, rechtliche und bürokratische Hürden allerdings abschreckend auf sie wirken. Diese Barrieren sollten angesichts des demografischen Wandels und des damit voranschreitenden Fachkräftemangels konsequent abgebaut werden, sagt Dr. Dirk Schumacher.

Die ganze Studie finden Sie hier: Fokus Volkswirtschaft | KfW

Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand

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