Frachthafen mit vielen Verladekränen

    KfW Research – Dossier

    Konjunktur

    Wirtschaft­liches Wachstum verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen: Phasen konjunk­tureller Unter- und Überaus­lastung der gesamt­wirtschaft­lichen Kapazitäten wechseln sich ab. Der Analyse solcher Zyklen und der Prognose konjunk­tureller Wende­punkte kommt eine wichtige Bedeutung zu. Denn die Konjunktur setzt den wirtschaft­lichen Rahmen, in dem private Haushalte, Unternehmen und Staat ihre Entscheidungen etwa im Hinblick auf ihren Konsum oder ihre Investitionen treffen. Auch Geld- und Fiskal­politik sollten je nach Phase im Konjunk­turzyklus unterschiedlich ausgerichtet sein. KfW Research analy­siert die Konjunktur in Deutschland und der Eurozone und veröffentlicht vierteljährlich eigene Prognosen zum realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

    Kommentare KfW Research

    22.05.2026 | ifo-Geschäftsklimaindex Mai 2026

    Lupe
    „Der Konjunkturaufschwung in Deutschland steckt noch immer in der Straße von Hormus fest. Nach einem mit +0,3 % soliden Wachstum in Q1 ist für das laufende Vierteljahr mit einem kleinen Minus zu rechnen. Das ifo Geschäftsklima hat sich erfreulicherweise im Mai dank verbesserter Lageurteile stabilisiert, wobei es im Quartalsmittel um 2,8 Punkte unter dem Vorquartal liegt. Etwas aussagekräftiger für das aktuelle Wachstum ist aber wohl der Einkaufsmanagerindex, der für Q2 einen BIP-Rückgang um 0,1 bis 0,2 % andeutet. Im Gesamtjahr dürfte der Fiskalstimulus der Bundesregierung aber dennoch für ein positives Wachstum sorgen, und für das nächste Jahr bleiben wir optimistisch, dass ein Wachstum von mehr als 1 % wahrscheinlich ist. Wenn die Straße von Hormus aber nicht bald geöffnet wird, drohen weit höhere Energiepreise und Lieferengpässe, die den Aufschwung ernsthaft gefährden würden.“
    Dr. Philipp Scheuermeyer

    Konjunktur

    Ein hartnäckiger Energiepreisschock

    2. April 2026

    Der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöste Energiepreis­schock wird stärker und nachhaltiger ausfallen als wir dies zu Beginn des Krieges in unserem Basis-Szenario angenommen hatten. Wir revidieren deshalb unsere Wachstums­prognose für Deutschland für das Jahr 2026 auf nur noch 0,9 % (0,6 % ohne Kalendereffekt), gegenüber einer Vorkriegs­prognose von 1,5 %. Wir unterstellen hierbei, dass die Straße von Hormus im Laufe des April wieder graduell passierbar wird. Eine längere Blockade würde die Rezessionsgefahr deutlich steigen lassen.

    Ein hartnäckiger Energiepreisschock

    Deutschland: Aufschwung bei kurzer Blockade der Straße von Hormus noch nicht gefährdet

    11. März 2026

    Der Krieg im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg des Öl- und Gaspreises stellen ein klares Risiko für unsere Wachstums­prognose für Deutschland von 1,5 % im Jahr 2026 dar. Wir gehen in unserem Basis-Szenario von einer mehrwöchigen Blockade der Straße von Hormus aus und einer anschließenden Normalisierung des Öl- und Gaspreises im Laufe des 2. Quartals. In diesem Szenario wäre der negative Wachstumseffekt gering, während die Inflation um etwa einen halben Prozentpunkt höher ausfallen könnte. Eine längere Blockade, die sich weit ins 2. Quartal erstreckt, würde allerdings das Wachstum in diesem Jahr auf unter 1 % drücken.

    Deutschland: Aufschwung bei kurzer Blockade der Straße von Hormus noch nicht gefährdet

    KfW-Konjunkturkompass

    Iran-Krieg dämpft die Wachstumsaussichten

    27. Mai 2026

    Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Wachstum von 0,3 % im Vorquartals­vergleich solide ins Jahr gestartet. Der Iran-Krieg trübt nun aber die Konjunkturaussichten: KfW Research erwartet für das preisbereinigte Bruttoinlands­produkt (BIP) in Deutschland 2026 nur noch eine Zunahme von 0,7 %, gefolgt von 1,3 % 2027. Auch für den Euroraum haben wir die Prognosen für das reale BIP spürbar nach unten korrigiert, die Inflationsprognose indes nach oben: 2026 dürfte bei der Verbraucherpreis­steigerung sowohl für Deutschland als auch den Euroraum jeweils eine Drei vor dem Komma stehen.

    Aktueller KfW-Konjunkturkompass

    Bruttoinlandsprodukt Deutschland

    KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

    Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Indikatorfamilie KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer größenklassenbezogenen Auswertung der ifo Konjunkturumfragen, aus denen unter anderem der bekannte ifo Geschäftsklimaindex berechnet wird. Dabei werden monatlich rund 9.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt, darunter rund 8.000 Mittelständler.

    Stabilisierung mit Fallstricken

    28. Mai 2026

    Nach zwei deutlichen Rückgängen in Folge stabilisiert sich das mittelständische Geschäftsklima im Mai: Es steigt sogar leicht um 0,5 Zähler auf nun -21,6 Punkte. Dabei tragen sowohl die Lagebeurteilung als auch die Geschäfts­erwartungen zur leichten Stimmungs­aufhellung bei. Allerdings wird die Verbesserung zum größten Teil von den Dienstleistern getragen.

    Aktuelles KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
    Grunddatensatz zum aktuellen KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer

    Geschäftsklima

    Wachstumspotenzial Deutschlands

    Deutschland im Wachstumstief: Wie weiter?

    Deckblatt vom KfW Research Chartbook

    KfW Research Chartbook

    Das deutsche Wirtschafts­wachstum ließ während der vergangenen fünf Jahrzehnte im Trend immer weiter nach und ist in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre sogar ganz zum Erliegen gekommen. Vorausblickend setzt die Verrentung der Babyboomer den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck. Eine Rückkehr zu einem durchschnittlichen Wachstum von 1 %, wie im Koalitionsvertrag als Mindestanspruch formuliert, ist realistisch, aber auch ambitioniert. Hierzu bedarf es gleichzeitiger substanzieller Fortschritte in allen für das Wachstum relevanten Bereichen. (Juli 2025)

    Deutschland im Wachstumstief: Wie weiter?

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