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    KfW Research

    Der Ölpreis treibt die Zinsen – auch am langen Ende

    Grafik auf einen Blick

    8. Mai 2026

    Der Iran-Krieg treibt mit dem Ölpreis im Gleichschritt auch die Zinsen in der Eurozone nach oben. Grundsätzlich ist das nachvollziehbar. Die steigenden Energiepreise gehen mit höheren Inflationserwartungen einher und die Finanzmärkte preisen eine restriktivere Geldpolitik ein. Die Akteure auf beiden Märkten reagieren daher synchron auf neue Informationen über den Kriegsverlauf und die Energieversorgung. Bemerkenswert ist jedoch, dass auch die langfristigen Zinsen trotz des grundsätzlich temporären Charakters des Energieschocks stark von den aktuellen Ereignissen getrieben werden. Gemessen ab Ende Februar erreicht die Korrelation zwischen der Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe und dem Ölpreis (Brent) Werte über 0,8. Unter dem Strich steht ein Zinsanstieg um 40 Bp. Damit verteuert sich die Finanzierung des Staates und des privaten Sektors. Dies verschärft die Lasten durch ohnehin steigende Zinsausgaben für die öffentlichen Haushalte durch das Ende der Niedrigzinsphase und höherer Nettokreditaufnahme. So sieht die Finanzplanung des Bundes für 2029 Zinsausgaben von 66,5 Mrd. voraus, nach nur 3,9 Mrd. im Jahr 2021. Der enge Zusammenhang zeigt aber auch: Mit einer Rückkehr zur Sicherheit in der Straße von Hormus werden nicht nur der Ölpreis, sondern auch die Zinsen mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder fallen.

    KfW Research
    Stephanie Schoenwald, +49 69 7431-6446,

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