Die Natura-Re-Gründerin Christina Grätz steht in einem Gewächshaus
Naturschutz

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Blühende Landschaften

Christina Grätz und ihr zehnköpfiges Team setzen sich mit ihrer innovativen Kulturtechnik Nagola Re für eine landschaftliche Renaturierung in der Lausitz ein. Die Unternehmerin erzählt über die Arbeit für die Natur.

Grünflächen

Wie Christina Grätz und ihr Team kahle Flächen mit Pflanzen wieder zum Leben erweckt (KfW Bankengruppe/n-tv).

„In meiner Heimat, der Lausitz, wird Braunkohle abgebaut und es gibt riesige kahle Flächen. Mein Traum ist, hier wieder Pflanzen zu sehen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne. Viele sind heute nahezu verschwunden.

Ich habe mir vorgenommen, sie vor dem Aussterben zu bewahren. Zuvor habe ich als Gutachterin gearbeitet und ich kenne die Gegend und ihre Flora und Fauna sehr gut. 2010 wurde das Naturschutzgesetz geändert. Es sieht vor, dass langfristig nur heimisches Saatgut angepflanzt werden soll. Mir war sofort klar, dass hier eine Riesenchance liegt und kurze Zeit später habe ich Nagola Re gegründet.

Seltene Pflanzen wie der Acker-Wachtelweizen oder die Karthäuser-Nelke wachsen noch auf den wenig genutzten Flächen der Bauern. Also habe ich mich mit ihnen verständigt und die oft schwer zugänglichen Wiesen gemäht. Diese Mahd wird auf neue Flächen ausgebracht. Aus den enthaltenen Samen entstehen auf ganz natürliche Weise neue Bestände, die genetisch perfekt angepasst sind. Der Boden ist damit auch sofort vor Erosion geschützt.

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Die Erzählerin
Portrait - Nagola-Re-Unternehmerin Christina Grätz bei der Arbeit

Christina Grätz ist Diplom-Biologin und hat 2011 Nagola Re gegründet. Ihr Ziel ist der Erhalt der bioloischen Vielfalt. Carmen Vallero hat ihre Geschichte aufgeschrieben.

Von Anfang an hatte ich mit der Methode Erfolg. So konnte ich bald Mitarbeiter einstellen und ein Büro auf einem ehemaligen Bauernhof beziehen. Heute sind wir ein zehnköpfiges Team und leisten umfassende Renaturierungen. Auch die Beratung und die Erstellung von Gutachten oder die Bergung von Pflanzen gehört dazu. Seltene Exemplare ziehen wir auf und stellen dann eigenes Saatgut her, das in genau abgestimmten Mischungen ausgebracht wird. Das ist mühsam, denn manche Pflanzen brauchen bis zu fünf Jahre, bevor wir sie vermehren können. Doch wenn ich dann auf einer großen, wieder begrünten Fläche stehe und all die seltenen Blüten sehe, bin ich sehr gerührt und weiß, dass sich die Arbeit lohnt.

Unternehmerin zu sein ist wunderbar, denn ich kann meinen Herzenswunsch erfüllen, kreativ und selbstbestimmt arbeiten – auch wenn ich erst in die neue Rolle als Chefin hineinwachsen musste. Dass wir als GründerChampion Brandenburg (seit 2017 KfW-Award „Gründen“, Anmerkung Redaktion) ausgewählt wurden, war eine sehr schöne Nachricht. Als auf der Prämierung auch der Bundessieg für uns verkündet wurde, waren wir völlig aus dem Häuschen – damit hatten wir nicht gerechnet und die Freude ist noch heute riesengroß. Wir haben durch den Gewinn Aufmerksamkeit und sehr viel Wertschätzung für unsere Arbeit bekommen, das macht stolz und glücklich!“

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 7. November 2017