Dorfbewohner stehen mitten in einem blühenden, grünen Acker
Natürliche Ressourcen

Natürliche Ressourcen

Terrassen tragen Früchte

Die Ernte bleibt aus, viele Familien flüchten in die Großstadt. Doch die Bewohner der indischen Kommune Buchkewadi schließen sich zusammen und stoppen das Auswaschen ihrer Ackerböden. Wie sie das geschafft haben, berichtet einer der Dorfältesten.

Der Erzähler
Porträtfoto Suresh Beban Gailcawad

Suresh Beban Gailcawad ist Mitglied des Ältestenrats im indischen Buchkewadi. Alia Begisheva hat seine Geschichte aufgeschrieben.

„Wasser gab es in unserer Gegend schon immer genug. Buchkewadi liegt an den Westghats, hier kommen die Monsunregen nieder. Doch genau das war das Problem. Das Wasser rauschte die Hänge herunter und schwemmte wertvolle Mineralien weg.

Es kam immer häufiger zu Erdrutschen, da die Menschen zu viele Bäume gefällt haben, um mit dem Holz kochen und heizen zu können. Der Boden erodierte auf Dauer, so dass wir in regenarmen Winter- und Sommermonaten kaum noch ernten konnten.

Die schlimmsten Jahre waren 2007 und 2008. Viele zogen nach Mumbai, weil sie ihre Familien nicht mehr ernähren konnten.

Wir haben lange versucht, uns selbst zu helfen, haben Brunnen gebaut. Doch der Durchbruch kam erst 2009 mit der deutsch-indischen Zusammenarbeit.

Ein Dorf wird zum Vorbild

Wie Buchkewadi das Wasser zurückholte (KfW Bankengruppe/Thomas Schuch).

Die Finanzierung kommt von der deutschen KfW über ihren indischen Partner NABARD. Die Technologie stammt von der indischen Lupin Foundation, die auf Wassermanagement spezialisiert ist.

Sie brachte uns bei, wie wir das Regenwasser aufhalten können. Das ganze Dorf kam, um Terrassen an den Gebirgshängen zu bauen. Das Wasser, das sich darin sammelt, sickert nun langsam in den Boden, die Humusschicht bleibt erhalten. Klingt einfach, aber es bewirkt Wunder! Unsere Brunnen sind jetzt das ganze Jahr voll.

Quelle
CHANCEN-Cover

Der Artikel ist erschienen in CHANCEN Herbst/Winter 2016 „Die Macht des Wassers".

Zur Ausgabe

Wir ernten dreimal im Jahr Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Erdnüsse, Mangos und Granatäpfel. Zudem haben wir einen Fonds gegründet, um die 317 Familien im Notfall finanziell unterstützen zu können. Eine Rupie pro verkauften Sack Gemüse geht in den Fonds.

Die Menschen kehren jetzt wieder zurück nach Buchkewadi.“

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Mittwoch, 22. März 2017

SDG Logo

Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 die Agenda 2030. Ihr Herzstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs). Unsere Welt soll sich in einen Ort verwandeln, an dem Menschen ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig in Frieden miteinander leben können.