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Migrantische Gründungen stützen Gründungstätigkeit in Deutschland

Pressemitteilung vom 12.11.2020 / KfW

  • Jede vierte Existenzgründung 2019 durch Migrantinnen oder Migranten
  • Drei zentrale Gründe: Arbeitsmarkt, Risikobereitschaft und Rollenvorbilder
  • Corona-Krise: Zugleich Risiko und Chance für Gründungen

Gründungen durch Migrantinnen und Migranten spielen wieder eine wichtigere Rolle für die Gründungstätigkeit in Deutschland. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt erhöhte sich ihr Anteil an allen Existenzgründungen 2019 deutlich um 5 Prozentpunkte auf 26 %, gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozentpunkte. Das zeigt eine Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors durch KfW Research. Schlechtere Arbeitsmarktchancen, eine höhere Risikobereitschaft sowie eine stärkere Wirkung von Rollenvorbildern führen zu einer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung größeren Gründungsneigung. Frühere Ergebnisse zeigen dabei, dass migrantische Gründungen innovativer und wachstumsorientierter sind. Als Migrant oder Migrantin wird gezählt, wer die deutsche Staatsbürgerschaft nicht oder nicht von Geburt an besitzt.

Die Gründungsquote, also die Zahl der Gründerinnen und Gründer je 10.000 Erwerbsfähige, liegt unter Migrantinnen und Migranten bei 137. Bis 2017 hatte sich die Quote dem Durchschnitt angeglichen, stieg seither aber wieder an. Zuletzt lag die Gründungsquote in der Gesamtbevölkerung im Vergleich bei lediglich 117. Von den 605.000 Existenzgründungen des Jahres 2019 wurden dementsprechend 160.000 von Migrantinnen und Migranten realisiert.

„Gründungen sind wichtig für die Erneuerungskraft und somit für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Deutschland profitiert deshalb seit vielen Jahren von der höheren Bereitschaft von Migrantinnen und Migranten, sich selbständig zu machen. 2019 hat sich das erneut bestätigt. Auch wenn schlechtere Arbeitsmarktchancen bei der Gründungsentscheidung häufiger eine Rolle spielen, birgt der Innovationsgeist und die Wachstumsorientierung von Migrantinnen und Migranten große Möglichkeiten“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Das laufende Jahr 2020 ist aufgrund der Corona-Krise eine besondere Herausforderung für Gründerinnen und Gründer. Viele Gründungspläne wurden erst einmal auf Eis gelegt. Allerdings kann die Krise auch als Katalysator für Innovationen wirken. Gründerinnen und Gründer, die die neuen Bedarfe mit innovativen Geschäftsideen decken, können die großen Gewinner von morgen sein.“

Die aktuelle Analyse von KfW Research zu Gründungen durch Migranten ist abrufbar unter www.kfw.de/KfW-Konzern/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Volkswirtschaft-Kompakt/

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