Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.
„Entwicklungszusammenarbeit – muss das sein? Wäre das Geld in Deutschland nicht besser aufgehoben?“ Angesichts knapper Kassen stellen sich viele Menschen in Deutschland diese Fragen. Das ist eine verständliche Reaktion. Allerdings kennen Kriege, Krisen und Klimawandel keine nationalen Grenzen. Was in anderen Ländern und Regionen geschieht, wirkt sich auch auf das Leben in Deutschland aus.
Eine zeitgemäße Entwicklungszusammenarbeit nimmt daher globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen in den Blick – und dabei auch die Interessen aller Beteiligten. Genau das macht die KfW im Auftrag der Bundesregierung. Auf dieser Seite erklären wir, warum Entwicklungszusammenarbeit so wichtig ist, und stellen unser Engagement vor.
Die Debatte über Entwicklungszusammenarbeit ist von starken Vereinfachungen und Vorurteilen geprägt. Wir räumen mit den Mythen auf – und liefern erhellende Fakten für Diskussionen am Stammtisch und andernorts.
Das Beispiel Klimawandel zeigt, dass isoliertes Handeln nicht zum Erfolg führt. Es braucht ein koordiniertes Engagement aller Länder. Gleichwohl haben unterschiedliche Länder auch unterschiedliche Voraussetzungen.
Was ein einzelnes Land tun kann, hängt von seinen wirtschaftlichen Ressourcen ab und ebenso von den Gegebenheiten vor Ort – wie oft dort die Sonne scheint beispielsweise oder wie viel Wind weht. Entscheidend ist: Es spielt keine Rolle, ob eine Tonne CO₂ in Deutschland, Marokko oder Indonesien eingespart wird – jede einzelne weniger trägt zum globalen Klimaschutz bei.
Wenn es gelingt, in grüne Energiequellen zu investieren, statt auf fossile Brennstoffe zu setzen, hat die gesamte Weltgemeinschaft einen Vorteil.
Das Gleiche gilt auch für die Eindämmung von Gewalt, bewaffnete Auseinandersetzungen, die Unterstützung Geflüchteter sowie deren Aufnahme- und Herkunftsländer und für die Verhinderung weltweiter Pandemien. All diese Aufgaben können nur durch verstärkte internationale Kooperation gelöst werden – und Investitionen in Entwicklungsprojekte sind ein wichtiger Teil dieser Zusammenarbeit.
Deutschland belegt im Weltvergleich bei den Entwicklungsausgaben im Verhältnis zur eigenen Wirtschaftskraft Platz sechs. Auf den vorderen fünf Plätzen rangieren Norwegen, Luxemburg, Schweden, Dänemark und die Niederlande. Deutschland engagiert sich in hohem Maße in der Entwicklungszusammenarbeit, aus eigenem Interesse und aus langer Tradition. Denn Deutschland ist international stark vernetzt und als starke Volkswirtschaft darauf angewiesen, stabile Beziehungen zu anderen Nationen zu unterhalten sowie globale Herausforderungen im Dialog und durch Kooperation zu lösen.
Entwicklungspolitik zahlt sich zudem auch wirtschaftlich aus: Laut Weltbank spart jeder investierte Euro in die Stärkung krisenfester Gesellschaften später vier Euro an humanitärer Nothilfe. Diese Mittel einzusetzen ist also solidarisch und zudem eine kluge Zukunftsinvestition.
Deutschland ist ein international vernetztes Land. Davon haben wir in den letzten Jahrzehnten sehr profitiert: Jeder zweite Euro Wirtschaftsleistung entsteht durch Exporte. Um unseren Wohlstand zu erhalten, müssen wir in diese Verbindungen investieren – zu den Partnern von heute und denen von morgen. Auch dazu ist Entwicklungszusammenarbeit ein wichtiges Instrument.
Ob es um Exporte, Arbeitsplätze oder internationale Kooperationen geht: Entwicklungszusammenarbeit hat einen positiven Effekt auf die deutsche Wirtschaft. Das belegt eine Untersuchung der Universität Göttingen. Mit jedem Euro, den Deutschland in der Entwicklungszusammenarbeit direkt in einem Partnerland investiert, steigen die deutschen Warenausfuhren um 2,50 Euro.
Ein Grund: Höhere Einkommen in den Entwicklungs- und Schwellenländern steigern die Nachfrage nach Importen. Für die deutsche Industrie bedeutet das Exportplus die Schaffung und Sicherung von rund 380.000 Arbeitsplätze in produzierenden Unternehmen sowie im Dienstleistungssektor in Deutschland.
Deutsche Unternehmen setzen sich regelmäßig in Verfahren um Aufträge für KfW-finanzierte Entwicklungsprogramme und -projekte durch. Im Jahr 2021 waren es beispielsweise rund ein Fünftel der Aufträge. Dazu kommen noch Leistungen lokaler Tochterfirmen von deutschen Unternehmen, Zulieferungen deutscher Generalunternehmen und Beratungsdienstleistungen. Die anderen vier Fünftel der Aufträge gingen zum großen Teil an Anbieter in den jeweiligen Regionen. Dies stärkt die lokale Wirtschaft der Partnerländer, wovon letztlich Deutschland als Exportnation profitiert.
Die KfW und ihre international engagierten Tochterunternehmen DEG und KfW IPEX-Bank sind die beiden weiteren international engagierten Geschäftsbereiche der KfW. Ebenso wie die KfW arbeiten sie eng mit deutschen und europäischen Unternehmen zusammen. Gemeinsam schaffen die drei Geschäftsbereiche der KfW Synergien und entwickeln Märkte sowie Lösungen für unterschiedliche Marktteilnehmer – auch im Interesse und zum Wohl der deutschen Wirtschaft.
Um den Erfolg von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zu messen, kommen Evaluierung und Monitoring zum Einsatz. Das bedeutet: Die Ergebnisse werden mit den ursprünglichen Zielen verglichen, die Qualität und die dauerhafte Wirkung der Ergebnisse werden geprüft. Die Entwicklungszusammenarbeit gilt generell als einer der am stärksten evaluierten Bereiche öffentlicher Maßnahmen und Finanzierungen. Die Evaluierungsabteilung der KfW ist eine unabhängige Stabsstelle. Die Mitarbeitenden evaluieren und monitoren anhand von zufällig ausgewählten Stichproben die geförderten Programme und Projekte mehrere Jahre nach deren Abschluss. Aufs Ganze gesehen werden mit diesem Verfahren etwa die Hälfte aller Finanzierungen der KfW in der Entwicklungszusammenarbeit überprüft.
Mit dieser systematischen Evaluierung sichern wir die Qualität unserer Arbeit und lernen aus den Ergebnissen für neue Vorhaben. Damit werden wir unserem Anspruch gerecht, dauerhaft für die Menschen in den Partnerländern etwas zu erreichen und zugleich die Interessen Deutschlands im Blick zu behalten – etwa in Form eines positiven Effekts für die deutsche Wirtschaft oder eines Beitrags zum globalen Klimaschutz. So unterstützt die KfW die internationalen UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals). Die Ergebnisse aller Evaluierungen sind öffentlich einsehbar und die Erfolgsquote ist hoch: Mehr als 80 % der von der KfW Entwicklungsbank geförderten Projekte werden von den Mitarbeitenden der unabhängigen Evaluierungsabteilung als erfolgreich eingestuft.
In vielen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit sind die Risiken für Korruption hoch. Zu den Ursachen gehören instabile politische Systeme, schwache Institutionen oder wirtschaftliche Probleme. Die KfW ist sich dieser Risiken bewusst. Internationale Standards, transparente Verfahren und Risikoanalysen sind unabdingbar in der Entwicklungszusammenarbeit. Deshalb enthalten die Verträge der KfW für Finanzierungen von Projekten und Programmen der Entwicklungszusammenarbeit sehr klare Regeln. Diese legen fest, wofür die zugesagten Gelder in den Projekten und Programmen verwendet werden können, und sie definieren die Bedingungen für die Auszahlung.
Die Vergabe von Aufträgen muss hohe Standards erfüllen. Nur so wird sichergestellt, dass Auftragnehmer in einem fairen Wettbewerb und nach wirtschaftlichen Prinzipien ausgewählt werden. Ein weiterer Schlüssel, um Korruptionsrisiken zu minimieren, ist die Transparenz der Zahlungen. Bei großen Bau- und Lieferaufträgen fließen die Finanzierungen üblicherweise nicht durch Konten der Partner, sondern die KfW zahlt direkt die Rechnungen der beteiligten Unternehmen. Regelmäßig besuchen Mitarbeitende der KfW die geförderten Projekte vor Ort und prüfen, ob alles nach Plan läuft und die Mittel so, wie im Vertrag festgehalten, eingesetzt werden.
Reformförderkredite sind eine spezielle Form staatlicher Entwicklungsdarlehen. Dabei handelt es sich um exakt definierte Reformprogramme. Der Darlehensvertrag kommt nur zustande, wenn das Partnerland zuvor vereinbarte Bedingungen erfüllt hat, die Voraussetzung für das Darlehen sind.
Reformförderkredite finanzieren politische Reformen. Dazu zählen beispielsweise Verbesserungen in der allgemeinen Wirtschaftspolitik, den Rahmenbedingungen für private Investitionen oder in anderen Sektoren. Der englische Fachbegriff, der in der Diskussion verwendet wird, ist: Policy-Based Lending (PBL).
Die KfW nutzt Reformförderkredite, um Reformvorhaben gezielt zu unterstützen. Ziel sind vorher vereinbarte Ergebnisse, deren Erfüllung die KfW strikt prüft. Das betrifft vor allem strukturelle Verbesserungen in Partnerländern. Auf diese Weise fördert die deutsche Politik mithilfe der KfW Regeln, Institutionen und Rahmenbedingungen nachhaltig, damit Investitionen besser gelingen – auch Investitionen aus Deutschland und Europa.
Diese wirtschaftlichen Beziehungen stärken auch den Standort Deutschland. Reformförderkredite sind eine attraktive Art der Finanzierung, denn sie setzen Anreize für wirksame Reformen.
Peru ist ein zuverlässiger Kreditnehmer, der seinen Zahlungsverpflichtungen immer nachkommt. Auch in dem Feld der so genannten Reformfinanzierungen hat Peru jederzeit zu 100 Prozent die Kredite bezahlt.
Für diese Reformfinanzierungen ist die Umsetzung verbindlich vereinbarter Reformmaßnahmen die Voraussetzung für die Auszahlung des Kredits. Bei den Reformen ging es darum, Peru fit zu machen als Beitrittskandidat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die KfW Peru im Rahmen eines größeren Reformpakets seit 2018. Ziel ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen im Land zu erreichen. Daraus ergeben sich Chancen auf Investitionsmöglichkeiten für deutsche und europäische Firmen in Peru.
Im Rahmen der Reformfinanzierung stellte die KfW einen zinsverbilligten Kredit in Höhe von 100 Mio. Euro zur Verfügung. Die für den Kredit erforderlichen Reformmaßnahmen haben Ende 2024 die peruanische Regierung und die KfW in Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vereinbart. Die KfW hat Ende 2025 nach eingehender Prüfung die vollumfängliche Umsetzung der Reformen testiert. Auf dieser Grundlage haben Peru und die KfW am 1. Juni 2026 den Darlehensvertrag unterzeichnet. Die Darlehensmittel wurden Anfang August abgerufen und am 17. August 2026 in den Staatshaushalt ausgezahlt.
Für die Reduktion von klimaschädlichem CO2 ist es unerheblich, wo auf der Welt es eingespart wird. Nachhaltigkeit und Klimaschutz kann nur global erfolgreich sein. Konventionelle Mobilität führt derzeit weltweit noch zu Umweltbelastungen. Die Förderung nachhaltiger Mobilität kann diese reduzieren, was dem globalen Klima zugutekommt. In Peru ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen der Straßenverkehr. Indem Deutschland durch Projekte der Entwicklungszusammenarbeit den Aufbau eines nachhaltigen Mobilitätssystems fördert, unterstützt es Peru dabei, den CO2-Ausstoß zu senken.
Für das Schwellenland Peru bietet der nachhaltige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur Entwicklungschancen, insbesondere für die ärmeren Bevölkerungsgruppen. Bei den KfW-finanzierten Projekten geht es um ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für den Nahverkehr in der Metropolregion der Hauptstad Lima. Dazu gehören Fahrradwege ebenso wie ein Liniennetz der Metro. Fahrradfahren ist für viele Menschen eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, um sich in der Stadt fortzubewegen und etwa die Metrolinien zu erreichen.
Auch politisch und wirtschaftlich ist das Schwellenland Peru ein wichtiger Partner Deutschlands, unter anderem für den deutschen Export in lateinamerikanische Märkte. An den laufenden Vorhaben der KfW in Peru sind derzeit mehrere deutsche Firmen beteiligt. Konkret bei der Finanzierung der Metro in Lima haben internationale Entwicklungsbanken, Exportkreditbanken und Unternehmen wie Siemens gemeinsam agiert. In weiteren Ausschreibungsverfahren können in Zukunft weitere Aufträge für deutsche Unternehmen dazukommen. Für deutsche Direktinvestitionen in Peru ist der Transport derzeit der wichtigste Sektor.
Seite teilen
Um die aktuellen Seiteninhalte mit Ihrem Netzwerk zu teilen, klicken Sie auf den untenstehenden Button und wählen anschließend die gewünschte Option im Dialog aus.
Hinweis zum Datenschutz: Durch das Klicken auf den Button wird die Teilen-Funktion Ihres Browsers genutzt. Wenn Sie beim Teilen einen externen Anbieter auswählen, können persönliche Daten vom Anbieter verarbeitet werden. Lesen Sie dafür unsere Datenschutzgrundsätze.
Ihr Browser unterstützt das Teilen mit externen Diensten nicht.
Alternativ können Sie auch den Kurz-Link kopieren: https://www.kfw.de/s/dekB5wEG
Link kopieren Link kopiert