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Pressemitteilung vom 10.11.2022 / KfW, Investor Relations, Inlandsförderung

Drittes Quartal 2022: Außerordentliches KfW-Förderjahr setzt sich fort

  • Deutlicher Anstieg des KfW-Fördervolumens auf 127,9 Mrd. EUR (09/2021: 73,1 Mrd. EUR)
  • Sehr starkes Wachstum der inländischen Förderung bzw. Finanzierungen auf 112,5 Mrd. EUR (09/2021: 60,3 Mrd. EUR)
  • Wesentlicher Treiber sind Unterstützungsmaßnahmen für die Sicherung der Energieversorgung in Höhe von 46,4 Mrd. EUR
  • Sehr gute operative Entwicklung in allen Geschäftsfeldern
  • Positives Konzernergebnis in Höhe von 993 Mio. EUR über Erwartungen
  • KfW baut Vorsorge für erwartete Verluste im Kreditportfolio aus
  • Kernkapitalquote von 24,8 % und Risikotragfähigkeit weiterhin hoch
  • Transformationsagenda „KfWplus“ befindet sich in der Umsetzung

Das Fördervolumen der KfW Bankengruppe lag in den ersten neun Monaten 2022 weiterhin auf einem außerordentlich hohen Niveau von 127,9 Mrd. EUR (09/2021: 73,1 Mrd. EUR; +75 %). Die inländische Förderung beziehungsweise Finanzierung übertraf dabei auch zum dritten Quartal mit 112,5 Mrd. EUR deutlich das Zusagevolumen des Vorjahres (09/2021: 60,3 Mrd. EUR; +87 %). Dazu trugen insbesondere die Unterstützungsmaßnahmen für Energieversorgungsunternehmen im Rahmen des Ukraine-Krieges i. H. v. 46,4 Mrd. EUR bei.

„Das Jahr 2022 ist erneut ein außergewöhnliches Förderjahr für die KfW, vor allem geprägt durch den Krieg in Europa sowie der aktuellen Energiepreiskrise. Mit 127,9 Mrd. EUR weist die KfW das höchste Fördervolumen zum dritten Quartal ihrer Geschichte aus. Grund hierfür ist unter anderem die Unterstützung der deutschen Wirtschaft bei der Bewältigung der Auswirkungen des Angriffskrieges gegen die Ukraine. Mit mehr als 46,4 Mrd. EUR trägt die KfW zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland bei. Die KfW wird Deutschland auf dem Weg zur Energiesouveränität sowie bei der grünen und digitalen Transformation weiterhin mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen“, sagt Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW.

Das Zusagevolumen des Geschäftsfelds KfW Capital hat sich im Vergleichszeitraum auf 572 Mio. EUR (09/2021: 230 Mio. EUR; +149 %) mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung war insbesondere von den Zusagen bei den im letzten Jahr eingeführten Bausteinen des Zukunftsfonds „ERP/Zukunftsfonds-Wachstumsfazilität“ und „GFF/EIF-Wachstumsfazilität“ geprägt.

Das Neugeschäft der Export- und Projektfinanzierung ist auf 11,7 Mrd. EUR (09/2021: 9,3 Mrd. EUR; +26 %) angestiegen. Im Wesentlichen haben alle Geschäftssparten der Industrie- und Transportsektoren zu dem Anstieg beigetragen.

Die Zusagen der KfW Entwicklungsbank übertrafen mit 2,5 Mrd. EUR (09/2021: 2,4 Mrd. EUR; +6 %) leicht den Vorjahreswert. Auch die DEG verzeichnete mit 0,8 Mrd. EUR ein positives Neugeschäft (09/2021: 0,7 Mrd. EUR; +18 %).

Die KfW erzielte in den ersten drei Quartalen 2022 einen Konzerngewinn in Höhe von 993 Mio. EUR (09/2021: 1.929 Mio. EUR) und liegt damit zwar unter dem außergewöhnlich starken Vorjahresergebnis, aber über den Erwartungen. Im dritten Quartal hat die KfW aufgrund der herausfordernden ökonomischen Aussichten mit einer Reihe von Risikofaktoren zusätzliche Vorsorge für das Kreditportfolio gebildet.

Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) betrug 1.199 Mio. EUR und lag damit unter dem guten Vorjahresergebnis in Höhe von 1.363 Mio. EUR. Der Zinsüberschuss (vor Förderaufwand) betrug 1.805 Mio. EUR (09/2021: 1.924 Mio. EUR) und stellt unverändert die wesentliche Ertragsquelle der KfW dar. Das Provisionsergebnis (vor Förderaufwand) liegt mit 464 Mio. EUR fast auf dem Vorjahresniveau (09/2021: 479 Mio. EUR). Der Verwaltungsaufwand (vor Förderaufwand) lag mit 1.070 Mio. EUR trotz der weitreichend ungeplanten Aktivitäten der KfW in Folge der Russland-Ukraine-Krise nur knapp oberhalb des Vorjahreswertes von 1.041 Mio. EUR.

Bedingt durch das aktuell steigende Zinsumfeld zieht der Bedarf an Zinsverbilligungsleistungen im Vergleich zu den Vorjahren wieder an. In der Folge bewegte sich der zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderaufwand im Inlandsgeschäft – im Wesentlichen Zinsverbilligungen des Neugeschäfts – mit 181 Mio. EUR wesentlich über dem Vorjahr (94 Mio. EUR).

Das Bewertungsergebnis ist geprägt von Belastungen im Kredit- und Beteiligungsportfolio. Das Risikovorsorgeergebnis im Kreditgeschäft in Höhe von insgesamt -129 Mio. EUR (09/2021: +312 Mio. EUR) ist durch Bildung latenter Risikovorsorge infolge eines herausfordernden Ausblicks auf die makroökonomischen Faktoren gekennzeichnet. Die Risikovorsorge für leistungsgestörte Kredite zeigte sich weiterhin moderat nahe der Nulllinie. Das Bewertungsergebnis aus Beteiligungen trug insgesamt mit +254 Mio. EUR (09/2021: +644 Mio. EUR) zum Konzernergebnis bei. Alle Beteiligungsportfolien bis auf das FZ-Portfolio entwickelten sich positiv. Im DEG-Portfolio ist ein positives Währungsergebnis nach Teil-Absicherung von 120 Mio. EUR zu verzeichnen sowie ein negatives Titelergebnis von 98 Mio. EUR. Damit wurde ein leicht positives Nettoergebnis im Beteiligungsportfolio in Höhe von 22 Mio. EUR erreicht.
Rein IFRS-bedingte Bewertungseffekte aus Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, belasteten die Ertragslage mit -66 Mio. EUR (09/2021: -164 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme liegt mit 585,5 Mrd. EUR um 34,6 Mrd. EUR über dem Wert vom 31.12.2021 (551,0 Mrd. EUR). Ursächlich hierfür ist in erster Linie die Umsetzung des Maßnahmenpakets des Bundes zur Stützung der Energieversorgung in Deutschland, die zu einem deutlichen Anstieg des Kreditvolumens führt.

Mit einer Gesamtkapitalquote von 24,9 % und einer (harten) Kernkapitalquote von 24,8 % (30.06.2022 24,7 % bzw. 24,6 %) liegen die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten weiterhin auf einem sehr guten Niveau.

„Die durch hohe Unsicherheiten geprägte Wirtschaftslage ist maßgeblich für den Rückgang des Ergebnisses im dritten Quartal verantwortlich. Das ökonomische Umfeld ist derzeit so herausfordernd wie lange nicht und wird auch das vierte Quartal aufgrund der derzeitigen hohen Unwägbarkeiten und Belastungsfaktoren beeinflussen. Gleichwohl erwarten wir einen zufriedenstellenden Konzerngewinn für das Gesamtjahr 2022“, betont Stefan Wintels.

Die KfW hat im April 2022 ihre Transformationsagenda KfWplus verabschiedet. Der Leitgedanke heißt „Transformation gestalten - Resilienz stärken“ mit dem mittel- bis langfristigen Ziel, die KfW zu der digitalen Transformations- und Förderbank zu entwickeln.
„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns selbst transformieren müssen, um die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich zu begleiten. KfWplus gibt uns hierfür den notwendigen Rahmen für die Umsetzung unserer Transformationsagenda, mit der wir bereits im Sommer begonnen haben“, so der Vorstandsvorsitzende Stefan Wintels.
Im Vordergrund der Transformationsagenda KfWplus stehen die Wirkung der Förderung zu erhöhen und - angesichts der enormen Finanzierungsbedarfe - privates Kapital stärker als bisher zu mobilisieren.

Die Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

1. Mittelstandsbank und Private Kunden

Im Geschäftsfeld Mittelstandsbank und Private Kunden wurden per 30.09.2022 Zusagen i. H. v. 57,2 Mrd. EUR (09/2021: 53,6 Mrd. EUR) erzielt. Mit 28,5 Mrd. EUR in der Mittelstandsbank (09/2021: 19,8 Mrd. EUR) und 28,7 Mrd. EUR in Private Kunden (09/2021: 33,8 Mrd. EUR) verteilten sich die Zusagen gleichmäßig auf beide Segmente. Insgesamt hat sich im dritten Quartal die Dynamik aus dem ersten Halbjahr spürbar abgeschwächt, da die Förderbedingungen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) u. a. aufgrund der Weiterentwicklung der Baustandards angehoben wurden. Zudem hat sich die allgemeine Investitionsneigung eingetrübt.

Mittelstandsbank: Gründung und Unternehmensinvestitionen
Im Förderschwerpunkt Gründung und Unternehmensinvestitionen wurden bis zum 30.09.2022 Zusagen i. H. v. 9,5 Mrd. EUR getätigt. Diese lagen unter dem Vorjahresniveau (09/2021: 11,1 Mrd. EUR). Gründe dafür sind insbesondere die in diesem Jahr ausgelaufenen Corona Hilfsprogramme und die rückläufige Investitionsneigung aufgrund der allgemein unsicheren wirtschaftlichen Lage. Das Sonderprogramm UBR, welches kurzfristig Liquidität für vom Ukraine-Krieg betroffene deutsche Unternehmen zur Verfügung stellt, wurde mit einem Zusagevolumen von 91 Mio. EUR seit Programmstart in diesem Jahr verhalten nachgefragt.

Mittelstandsbank: Klimawandel und Umwelt
Im Schwerpunkt Klimawandel und Umwelt haben sich die Neuzusagen auf 17,6 Mrd. EUR (09/2021: 8,0 Mrd. EUR) mehr als verdoppelt. Insbesondere gab es eine sehr hohe Nachfrage hauptsächlich im ersten Halbjahr nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 10,4 Mrd. EUR in diesem Förderschwerpunkt. Auch das KfW-Programm Erneuerbare Energien machte mit 5,7 Mrd. EUR (09/2021: 2,6 Mrd. EUR) einen erheblichen Teil des Fördervolumens aus.

Mittelstandsbank: Innovation
Der Förderschwerpunkt Innovation verdoppelte sein Volumen im Vergleich zum Vorjahr auf 1,4 Mrd. EUR (09/2021: 0,7 Mrd. EUR). Die Zusagen entfielen größtenteils auf den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit.

Private Kunden: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien
Der Hauptanteil des Fördervolumens im Segment Private Kunden entfällt mit 24,1 Mrd. EUR auf den Förderschwerpunkt Energieeffizienz und Erneuerbare Energien (09/2021: 27,3 Mrd. EUR). Im Vorjahreszeitraum waren im Förderschwerpunkt in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und Energieeffizient Bauen und Sanieren (EBS) Sondereffekte maßgeblich für die enorm hohen Zusagen. Trotz der abgeschwächten Zusagedynamik im dritten Quartal entfiel der wesentliche Anteil der Zusagen im Geschäftsfeld nach wie vor auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Private Kunden: Wohnen und Leben
Im Förderschwerpunkt Wohnen und Leben wurden Neuzusagen i. H. v. 3,2 Mrd. EUR erreicht (09/2021: 4,9 Mrd. EUR). Der größte Treiber war das KfW-Wohneigentumsprogramm mit 2,5 Mrd. EUR (09/2021: 3,2 Mrd. EUR), wobei sich auch hier eine rückläufige Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus zeigte. Die Genossenschaftsvariante des KfW-Wohneigentumsprogramms startete am 04.10.2022.

Private Kunden: Bildung
Im Bereich Bildung betrugen die Neuzusagen zum dritten Quartal 2022 rund 1,4 Mrd. EUR und lagen somit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (09/2021: 1,5 Mrd. EUR). Der Grund für den leichten Rückgang lag insbesondere in geringeren Zusagen im KfW-Studienkredit (09/2022: 0,4 Mrd. EUR, 09/2021: 0,6 Mrd. EUR), welcher im Vorjahr aufgrund der Corona-Krise von deutlich mehr Studierenden in Anspruch genommen wurde.

2. Individualfinanzierung und Öffentliche Kunden

Das Geschäftsfeld Individualfinanzierung und Öffentliche Kunden erzielte zum dritten Quartal 2022 ein Zusagevolumen von 54,7 Mrd. EUR (09/2021: 6,4 Mrd. EUR). Das aktuell stark durch Sonderfinanzierungen zur Sicherung der Energieversorgung geprägte Neugeschäftsvolumen liegt damit enorm über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 6,4 Mrd. EUR.

Individualfinanzierung: Unternehmen
In der Individualfinanzierung Unternehmen wurde mit 46,7 Mrd. EUR (09/2021: 0,2 Mrd. EUR) ein außerordentliches Zusagevolumen verzeichnet. Im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine wurden Zuweisungsgeschäfte im Auftrag der Bundesregierung zur Unterstützung von Energieversorgungsunternehmen mit einem Gesamtvolumen von knapp 46,4 Mrd. EUR zugesagt. Die Finanzierungen wurden insbesondere für Gasersatzbeschaffungen, kurzfristige Liquiditätsanforderungen im Rahmen des sog. Margining (Sicherheitsleistungen, die beim Handel mit Energie verpflichtend zu leisten sind) sowie zur Finanzierung der Gasbeschaffung für die gesetzlich vorgeschriebene Erreichung bestimmter Füllstände in Gasspeicheranlagen in Deutschland vergeben.

Individualfinanzierung: Banken und Landesförderinstitute
Die Individualfinanzierung Banken und Landesförderinstitute lag mit einem Geschäftsvolumen von 2,8 Mrd. EUR unter dem Vorjahreswert (09/2021: 3,3 Mrd. EUR). Einer konstanten Nachfrage nach Allgemeiner Refinanzierung an Landesförderinstitute stehen reduzierte Zusagen bei Globaldarlehen für Leasinginvestitionen und der Refinanzierung von Exportkrediten gegenüber.

Kommunale und Soziale Infrastruktur
Mit einem Geschäftsvolumen von fast 5,2 Mrd. EUR lag der Förderschwerpunkt Kommunale und Soziale Infrastruktur weit über Vorjahresniveau (09/2021: 2,9 Mrd. EUR). Die Steigerung ist insbesondere auf die Sonderförderung Flüchtlingseinrichtungen für Kommunen sowie den Investitionskredit Kommunale Unternehmen zurückzuführen. Zudem war eine sehr hohe Nachfrage insbesondere im ersten Halbjahr im Rahmen des Bundesprogramms zur Förderung effizienter Gebäude (BEG) für Kommunen, im Investitionskredit Digitale Infrastruktur sowie im neu eingeführten Investitionskredit Nachhaltige Mobilität zu verzeichnen.

3. KfW Capital

Die Zusagen des Geschäftsfelds KfW Capital beliefen sich zum dritten Quartal 2022 auf 572 Mio. EUR, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (09/2021: 230 Mio. EUR) eine Steigerung um 149 % bedeutet. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Investmenttätigkeit der beiden im vergangenen Jahr eingeführten Eigenkapital-Bausteine des Zukunftsfondsfonds zurückzuführen: Bis zum 30.09.2022 wurden rund 441 Mio. EUR (09/2021: 97 Mio. EUR) über die beiden Programme „ERP/Zukunftsfonds-Wachstumsfazilität“ (190 Mio. EUR) und „GFF/EIF-Wachstumsfazilität“ (251 Mio. EUR) zugesagt. Letzteres wird vom EIF mit treuhänderischen Mitteln der KfW aus dem Zukunftsfonds durchgeführt. Zudem wurden 89 Mio. EUR im Programm „ERP-VC-Fondsinvestments“ zugesagt (09/2021: 112 Mio. EUR). KfW Capital investiert mit der Unterstützung des ERP-Sondervermögens und des Zukunftsfonds in europäische VC-Fonds, die ihrerseits mit mindestens dem von KfW Capital bereitgestellten Kapital innovative Technologieunternehmen in Deutschland sukzessive finanzieren.

4. KfW IPEX-Bank

Die KfW IPEX-Bank, die das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung verantwortet und Finanzierungen zur Begleitung deutscher und europäischer Unternehmen auf den globalen Märkten bereitstellt, konnte trotz der anhaltenden Auswirkungen der Corona-Krise sowie kriegsbedingter Verwerfungen im dritten Quartal deutlich zulegen: waren die Halbjahreszahlen noch unter dem Vorjahresniveau, so lagen die Neuzusagen am Ende des dritten Quartals mit 11,7 Mrd. EUR nun deutlich darüber (09/2021: 9,3 Mrd. EUR). Zum Neugeschäft haben alle Geschäftssparten beigetragen, hervorzuheben ist die Geschäftssparte Industrie und Services mit 2,3 Mrd. EUR (09/2021: 0,7 Mrd. EUR). Hierunter finden sich insbesondere Finanzierungen für den Breitbandausbau in Europa, womit die Bank ihr Engagement für den Ausbau der digitalen Infrastruktur unterstreicht. An zweiter Stelle stand die Geschäftssparte Energie und Umwelt mit 1,9 Mrd. EUR (09/2021: 2,0 Mrd. EUR), die insbesondere Projekte Erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarparks im Fokus hat.

5. Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer

5.1 KfW Entwicklungsbank
Das Geschäftsfeld KfW Entwicklungsbank hat zum dritten Quartal 2022 für Vorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern einen leichten Zusageanstieg auf 2,5 Mrd. EUR (09/2021: 2,4 Mrd. EUR) erreicht. Der überwiegende Teil der Mittel aus dem Bundeshaushalt in Höhe von 951 Mio. EUR ging an Länder in Afrika und dem Nahen Osten, nämlich 672 Mio. EUR. Auch in den ersten Monaten dieses Jahres gab es hohe Zusagen für Corona-Hilfen (für Impfkampagnen und Soforthilfen), beispielsweise für Brasilien, aber auch für Länder im Nahen Osten.

5.2 DEG
Das DEG-Neugeschäft entwickelte sich im dritten Quartal 2022 insbesondere angesichts der anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen erfreulich: Zum 30.09.2022 konnte die DEG 821 Mio. EUR für Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zusagen und damit fast ein Fünftel mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (09/2021: 693 Mio. EUR). Neben Darlehensfinanzierungen in Höhe von 660 Mio. EUR investierte sie rund 161 Mio. EUR Beteiligungskapital etwa in Generikaproduktion für Afrika. Regional betrachtet entfiel der Großteil der neu zugesagten Finanzierungen auf Lateinamerika und Afrika/MENA. Angesichts des fortdauernden Kriegs gegen die Ukraine unterstützt die DEG ihre ukrainischen Kunden weiterhin mit Finanzierung und Beratung.

6. Finanzmärkte

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes hat die KfW im Zeitraum Januar bis September Mittel in Höhe von 78,2 Mrd. EUR (09/2021: 70,9 Mrd. EUR) in 13 verschiedenen Währungen an den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen. Davon wurden 63 % in Euro refinanziert, was neben der hohen Bedeutung als Heimatwährung auch auf die günstigen Refinanzierungskonditionen in EUR im Berichtszeitraum zurückzuführen ist. Hingegen war das Refinanzierungsumfeld im ebenfalls für die KfW strategisch wichtigen US-Dollar-Markt deutlich anspruchsvoller. Der Refinanzierungsanteil in US-Dollar lag mit 21 % dennoch auf einem hohen Niveau. In Bezug auf die Refinanzierungsinstrumente erfolgte der Großteil (63 %) der Mittelaufnahme am Kapitalmarkt durch die Emission von Benchmark-Anleihen. Green Bond Emissionen sowie Privatplatzierungen trugen jeweils rund 10 % zur Gesamtrefinanzierung in den ersten neun Monaten bei.
Damit gelang es der KfW in einem allgemein schwierigen Umfeld mit steigenden Zinsen, hohen Inflationsraten und anhaltender Volatilität in den ersten neun Monaten bereits 87 % ihres für das Gesamtjahr 2022 anvisierten Refinanzierungsziels in Höhe von 90 Mrd. EUR erfolgreich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. Ende Oktober belief sich das Refinanzierungsvolumen bereits auf 86,5 Mrd. EUR.
Zur Refinanzierung der ihr von der Bundesregierung aufgrund des § 2 Absatz 4 des KfW-Gesetzes zugewiesenen Geschäfte mit Bezug zur Energiewirtschaft und -versorgung kann die KfW seit Ende Oktober 2022 zudem Darlehen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Anspruch nehmen. Die Refinanzierungsmöglichkeit über den WSF ergänzt die regulären Kapital- und Geldmarktaktivitäten der Bank.

Erfolgskennzahlen (in Mio. EUR)01.01.2022 - 30.09.202201.01.2021 - 30.09.2021
Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand)1.1991.363
Förderaufwand18194
Konzerngewinn9331.929
Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen1.0582.092

Bilanzkennzahlen (in Mrd. EUR)30.09.202231.12.2021
Bilanzsumme585,5551,0
Bilanzielles Eigenkapital36,134,2
Geschäftsvolumen730,9686,9

Aufsichtsrechtliche
Kennzahlen (in %)1)
30.09.202230.06.2022
(Harte) Kernkapitalquote24,824,6
Gesamtkapitalquote24,924,7

1) Die angegebenen Kapitalquoten berücksichtigen die gem. Art. 26 (2) CRR anrechenbaren Zwischenergebnisse, die von den jeweiligen Jahresergebnissen gem. IFRS abweichen.

Eine tabellarische Übersicht der Geschäfts- und Förderzahlen finden Sie unter:
Geschäfts- und Förderzahlen

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