Meldung vom 25.03.2026 / KfW, Investor Relations
Premiere: DZ BANK und KfW bilden Lebenszyklus eines Krypto-Wertpapiers vollständig auf Public Blockchain ab
Presseerklärung zu einer gemeinsamen Transaktion von DZ BANK und KfW
DZ BANK (als Emittentin) und KfW (als Investorin) haben erstmals die Emission eines Krypto-Wertpapiers nach dem deutschen Gesetz über elektronische Wertpapiere („eWpG“) auf Basis eines sogenannten Smart Bond Contracts durchgeführt. Mit dieser Transaktion haben beide Banken zum ersten Mal den gesamten Lebenszyklus einer digitalen Anleiheemission über die Blockchain-Infrastruktur abgebildet – von der Äußerung eines Liquiditätsbedarfs über die Erstellung des digitalen Wertpapiers bis hin zur Zahlungsabwicklung. Damit trägt die Transaktion wesentlich zur Weiterentwicklung und Standardisierung digital begebener Wertpapiere bei.
Smart Bond Contracts („SBC“) sind Algorithmen, die die Interaktion aller beteiligten Parteien nach klar festgelegten Bedingungen koordinieren und die Abläufe des gesamten Lebenszyklus eines digitalen Wertpapiers eigenständig und standardisiert steuern. Beispielsweise stoßen sie Zahlungen an, sobald entsprechende Bedingungen erfüllt sind. SBCs basieren auf der Distributed Ledger Technologie („DLT“), die den Beteiligten gemeinsame, verlässliche und nachträglich nicht veränderbare Transaktionsvoraussetzungen bietet und so eine transparente und sichere Ausführung gewährleistet.
„Mit dieser Transaktion haben wir eine echte Finanzmarktinnovation auf die Straße gebracht“,
sagt Matthias Bergner, Bereichsleiter Treasury der DZ BANK.
„In Kombination mit unseren Angeboten im Bereich Digitaler Assets unterstreicht sie unsere Führungsrolle in der deutschen Kreditwirtschaft im gesamten Universum für digitale Wertpapiere.“
Die Digitalisierung des Finanzmarkts ist der KfW ein strategisches Anliegen, für das sie sich stark engagiert. Hierbei tritt sie sowohl als Emittentin von Kryptoanleihen wie auch als Investorin in diverse digitale Anleihen auf. Die KfW fungiert so als innovationsfreudige Wegbereiterin, die ihre Erfahrungen umfassend mit den Marktteilnehmern teilt und hohes Vertrauen auch bei der Erprobung neuer Digitalisierungsmaßnahmen genießt.
„Wir haben uns gerne an diesem Projekt beteiligt, denn diese Transaktion ist ein weiterer Meilenstein auf unserer Lernreise in Richtung digitale Souveränität Europas“,
erklärt Tim Armbruster, Treasurer der KfW Bankengruppe.
„Um den deutschen und europäischen Finanzmarkt wettbewerbsfähig zu gestalten, brauchen wir skalierungsfähige digitale Produkte, an deren Entwicklung und Erprobung wir als Förderbank gerne mitwirken“.
Vorteile von SBCs: Schnell, transparent und sicher
Traditionell werden bei einer Anleiheemission Zentralverwahrer und andere Dienstleister benötigt, die wesentliche Transaktionsschritte von Wertpapieren verwalten, Buchungen vornehmen und die Abwicklung koordinieren.
Bei der aktuellen Transaktion haben DZ BANK und KfW nun zum ersten Mal erfolgreich den gesamten Emissionsprozess via DLT durchgeführt, wodurch auf einen Zentralverwahrer verzichtet werden konnte. Die erforderlichen Dienstleister (zum Beispiel der Kryptowertpapier-Registerführer) liefern ihre Daten über die DLT-Infrastruktur, auf der die relevanten Informationen strukturiert zusammengeführt und für alle Transaktionsbeteiligten bereitgestellt werden. Die Blockchain dient damit als zentraler Kommunikationskanal für die Transaktion. Einmal gespeichert, können Transaktionsinformationen nicht mehr nachträglich verändert oder gelöscht werden, was ein hohes Maß an Manipulationssicherheit schafft. Damit sind sämtliche Vertragsbedingungen für alle beteiligten Parteien transparent und unveränderlich. Außerdem wird die Geschwindigkeit des Emissionsprozesses deutlich erhöht. Während die Begebung einer Anleihe im herkömmlichen Prozess bis zu fünf Tage in Anspruch nimmt, dauerte die Pilot-Transaktion über das SBC-Konzept etwa eine Stunde. Das reduziert gleichzeitig Prozesskosten und führt insgesamt zu mehr Effizienz auf Seiten aller Vertragspartner.
Im Rahmen der Pilot-Transaktion auf der Public Blockchain Polygon ist die WM Datenservice für die automatische ISIN-Vergabe und die Cashlink GmbH für die digitale Registerführung verantwortlich. Die automatisierte Abwicklung erfolgte über die Trigger-Lösung der Deutschen Bundesbank, die als Schnittstelle zwischen der Blockchain und Zentralbankguthaben fungierte.
Transaktion unterstreicht Vorreiterrolle bei digitalen Wertpapieren
Die Transaktion markiert den nächsten Meilenstein im Antritt der DZ BANK, digitale Standards für einen vollständig digitalen Lebenszyklus von Wertpapieren zu entwickeln. Bereits seit 2021 arbeitet sie daran, mit Smart Derivative Contracts automatisierte und DLT-gestützte Prozesse für OTC-Derivate zu entwickeln. Erst im Dezember 2025 hat sie in diesem Zusammenhang ein außerbörsliches Derivat (OTC-Derivat) in Form eines Smart Derivative Contracts international gehandelt. Mit der SBC-Pilottransaktion hat die DZ BANK diesen Ansatz nun auf das Wertpapiergeschäft ausgeweitet.
Über die DZ BANK
Die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank in Frankfurt am Main ist Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken und Zentralbank für alle deutschen Genossenschaftsbanken, denen sie mehrheitlich gehört. Sie hat den Auftrag, die Geschäfte der vielen eigenständigen Genossenschaftsbanken vor Ort zu unterstützen und ihre Position im Wettbewerb zu stärken.
Über die KfW Bankengruppe
Die KfW ist eine der führenden Förderbanken der Welt. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung setzt sie sich im Auftrag des Bundes und der Länder für die Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen weltweit ein. Dafür hat sie im Jahr 2025 ein Fördervolumen von 98 Mrd. EUR zur Verfügung gestellt. Die KfW besitzt keine Filialen und verfügt nicht über Kundeneinlagen. Sie refinanziert ihr Fördergeschäft fast vollständig über die internationalen Kapitalmärkte. Im Jahr 2025 hat sie zu diesem Zweck rund 71 Milliarden Euro aufgenommen.
Ausführliche Informationen zu dieser innovativen Transaktion finden Sie hier (nur auf Englisch).
Pressekontakte:
Friederike Seliger, Pressesprecherin der DZ BANK
Tel. +49 69 7447 42894
Lisa Unbehaun, Pressesprecherin der DZ BANK
Tel. +49 69 7447 52322
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