Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

KfW Research – Dossier

Konjunktur

Wirtschaft­liches Wachstum verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen: Phasen konjunk­tureller Unter- und Überaus­lastung der gesamt­wirtschaft­lichen Kapazitäten wechseln sich ab. Der Analyse solcher Zyklen und der Prognose konjunk­tureller Wende­punkte kommt eine wichtige Bedeutung zu. Denn die Konjunktur setzt den wirtschaft­lichen Rahmen, in dem private Haushalte, Unternehmen und Staat ihre Entscheidungen etwa im Hinblick auf ihren Konsum oder ihre Investitionen treffen. Auch Geld- und Fiskal­politik sollten je nach Phase im Konjunk­turzyklus unterschiedlich ausgerichtet sein. KfW Research analy­siert die Konjunktur in Deutschland und der Eurozone und veröffentlicht vierteljährlich eigene Prognosen zum realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Medienbeiträge und Kommentare Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW

30.11.2022 │ Inflation Eurozone

Meeting KfW Research
„Die heutigen Inflationszahlen werden im EZB-Rat sehr genau beäugt. Denn nachdem praktisch alle Inflations­prognosen für dieses Jahr falsch lagen, orientiert sich die EZB derzeit sehr stark an den aktuellen Daten­veröffentlichungen, d.h. Geldpolitik wird inzwischen vermehrt mit dem Rückspiegel gemacht. Nachdem die Inflation im November etwas gesunken ist und sich der Einlagensatz schon nahe an dem oft bei 2 % geschätzten neutralen Niveau befindet, werden viele Ratsmitglieder in der nächsten Sitzung für einen kleineren Zinsschritt von nur noch 50 Basis­punkten plädieren. Mit einer weiteren Reduzierung des Tempos der Zinsschritte oder gar einem Stopp des Zins­erhöhungs­zyklus kann man aber erst rechnen, wenn die Inflationsraten auf einen klaren Abwärtstrend eingeschwenkt sind und vorausschauende Indikatoren noch eindeutiger nach unten zeigen.“

30.11.2022 │ Arbeitsmarkt

Meeting KfW Research
„Die Beschäftigten haben trotz der einsetzenden Rezession Grund, dem neuen Jahr mit verhaltenem Optimismus entgegen zu sehen. Denn der Arbeitsmarkt erweist sich ein weiteres Mal als Stabilitätsanker. Gemessen an dem grassierenden Pessimismus in den Unternehmen und früheren Krisenjahren wird der Rückgang der Wirtschafts­leistung moderat ausfallen. Im zweiten Halbjahr 2023 dürfte es in Deutschland wieder bergauf gehen. Für den Arbeitsmarkt rechne ich damit, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Winter leicht sinkt. Danach dürfte sie wieder steigen, allerdings durch den Fachkräfte­mangel gebremst. Für das Gesamtjahr 2023 rechne ich mit einem Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um etwa 100.000 auf 45,6 Mio. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte ebenfalls um etwa 100.000 auf 2,5 Mio. im Jahres­durchschnitt steigen, die Arbeitslosenquote von 5,3 auf 5,4 %. Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass eine Gasmangel­lage mit Rationierung für die deutsche Wirtschaft vermieden wird, die internationalen Liefer­kettenprobleme nachlassen, die Inflation die Konsumneigung nicht zu stark drückt und die Lohnforderungen im derzeit vereinbarten Rahmen bleiben. Als zentrale Herausforderung bleibt die Eindämmung des Fachkräfte­mangels. Zusätzlich ist die Integration von Arbeitslosen und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu bewältigen. Für beides müssen die Qualifizierungs­bemühungen erheblich verstärkt werden.“
Bisherige Kommentare von Dr. Fritzi Köhler-Geib

Konjunktur Deutschland / Eurozone

KfW-Konjunkturkompass Deutschland / Eurozone

25. November 2022

Rezession nur kurz aufgeschoben

Kaufkraftschwund, enorme Unsicherheit, Zinsanstieg und eine schwache Weltwirtschaft belasten die deutsche Konjunktur. Nach einem Wachstum von 1,7 % im Jahr 2022 wird das BIP 2023 um 1,0 % schrumpfen. Die kriegsbedingt sehr stark gestiegenen Energiepreise werden zunehmend weitergewälzt. Die Inflationsrate wird 2022 mit 8,8 % sehr hoch sein und sich im Jahresdurchschnitt 2023 lediglich auf 6,2 % abschwächen. Der Ausstoß von Treibhausgasen wird zwar sinken, jedoch um 6 % (2022) beziehungsweise 5 % (2023) weniger als politisch angestrebt - das signalisiert unser neuer Indikator, das Ökologische Preisschild für das BIP. Die Wirtschaft der Eurozone wird 2022 um 3,3 % wachsen und 2023 stagnieren. Angesichts der multiplen Krisenlage sind die Auf- und Abwärtsrisiken der Prognose deutlich größer als üblich.

Aktueller KfW-Konjunkturkompass (PDF, 129 KB, barrierefrei)

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Indikatorfamilie KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer größenklassenbezogenen Auswertung der ifo Konjunkturumfragen, aus denen unter anderem der bekannte ifo Geschäftsklimaindex berechnet wird. Dabei werden monatlich rund 9.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt, darunter rund 8.000 Mittelständler.


8. November 2022

Bodenbildung der Geschäftserwartungen?

Während das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen in den Vormonaten wiederholt regelrecht abstürzte, verliert es im Oktober nur 0,1 Zähler und bewegt sich damit bei weiterhin schwierigen Rahmen­bedingungen mit Material­engpässen, Inflationsschub und dem Krieg in der Ukraine praktisch seitwärts auf dem sehr niedrigen Niveau von -23,8 Saldenpunkten. Ursächlich für die ansatzweise Stabilisierung sind etwas weniger pessimistische Geschäfts­erwartungen. Sowohl der fiskalische Abwehrschirm der Bundes­regierung als auch die geschrumpfte Wahrschein­lichkeit einer Gasmangellage dürften die Erwartungen gestützt haben.

Aktuelles KfW-ifo-Mittelstandsbarometer (PDF, 115 KB, barrierefrei)
Grunddatensatz zum aktuellen KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer (XLSX, 157 KB, nicht barrierefrei)

Europäische Konjunktur

seit Mai 2020 zusammen mit Konjunktur Deutschland

Kontakt

KfW Research, KfW Bankengruppe, Palmengartenstr. 5-9, 60325 Frankfurt,

Folgen Sie KfW Research auf Twitter

KfW Research

Aktuelle Analysen, Indikatoren und Umfragen zu Konjunktur und Wirtschaft in Deutschland und der Welt.

Mehr erfahren