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KfW Research – Dossier

Konjunktur

Wirtschaft­liches Wachstum verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen: Phasen konjunk­tureller Unter- und Überaus­lastung der gesamt­wirtschaft­lichen Kapazitäten wechseln sich ab. Der Analyse solcher Zyklen und der Prognose konjunk­tureller Wende­punkte kommt eine wichtige Bedeutung zu. Denn die Konjunktur setzt den wirtschaft­lichen Rahmen, in dem private Haushalte, Unternehmen und Staat ihre Entscheidungen etwa im Hinblick auf ihren Konsum oder ihre Investitionen treffen. Auch Geld- und Fiskal­politik sollten je nach Phase im Konjunk­turzyklus unterschiedlich ausgerichtet sein. KfW Research analy­siert die Konjunktur in Deutschland und der Eurozone und veröffentlicht vierteljährlich eigene Prognosen zum realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Medienbeiträge und Kommentare der KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib

30.09.2021 | Arbeitsmarkt Deutschland (September 2021)

„Die Aussichten für Konjunktur und Arbeitsmarkt werden von zwei Risiken überschattet: Zum einen führen die internationalen Materialengpässe zu gravierenden Liefer- und Produktionseinschränkungen in der Industrie. Zum anderen belastet die Unsicherheit über mögliche verschärfte Kontaktbeschränkungen im Herbst die Stimmung bei den personennahen Dienstleistungen und im Gastgewerbe. Wir gehen bei aller Unsicherheit davon aus, dass die Materialengpässe die Produktion im Herbst weniger stark beeinträchtigen werden und dass die Erholung im Dienstleistungsbereich die Konjunktur weiter nach oben zieht. Dabei nehmen wir an, dass es für Geimpfte keinen neuen Lockdown geben wird. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sich der Aufschwung in Herbst und Winter weiter fortsetzen kann. In diesem Fall wird wohl die Zahl der Erwerbstätigen dann für das Gesamtjahr mit 44,9 Mio. gegenüber dem Vorjahr stagnieren. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte damit im Jahr 2021 um 80.000 sinken und die Arbeitslosenquote leicht auf 5,7 % zurückgehen. Im Jahr 2022 wird sich die kräftige Erholung am Arbeitsmarkt dann voraussichtlich voll in den Zahlen niederschlagen: Nach unserer Prognose werden wir wieder eine halbe Millionen Erwerbstätige mehr haben als in diesem Jahr, und die Arbeitslosenquote dürfte mit 5,3 % erheblich niedriger ausfallen. Deutschland käme damit glimpflich durch die Krise. Das ist den umfangreichen Wirtschaftshilfen und dem Kurzarbeitendengeld zu verdanken, mit dem die Bundesregierung Tausende gesunde Betriebe vor dem Konkurs bewahrt, Massenarbeitslosigkeit verhindert und die Einkommen der Beschäftigten weitgehend stabilisiert hat.“

30.09.2021 | Verbraucherpreise Deutschland September 2021

„Die Verbraucherpreise in Deutschland nehmen zum Ende des dritten Quartals weiter an Fahrt auf. Gemessen am Verbraucher­preisindex (VPI) betrug die Inflation 4,1 % gegenüber dem Vorjahreswert (HVPI: 4,1 %). Der aktuelle Anstieg ist noch immer stark von der Erholung des Rohölpreises und dem MwSt.-Sondereffekt bestimmt. Diese Effekte fallen im neuen Jahr weg. Allerdings steigen gerade Energiepreise momentan auch aus weiteren Gründen: Bei Kohle- und Erdgas zum Beispiel gibt es eine Verknappung und Lieferprobleme vonseiten Russlands und Norwegens. Dazu hat der kalte zurückliegende Winter Lagerbestände leergefegt, und die Windenergie erleidet eine wetter­bedingte Flaute. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die Energiepreise bis Ende des Jahres hoch bleiben und vor allem die Gas- und Stromkom­ponenten diese stark ansteigen lassen. Dies dürfte die Gesamtinflation für den Rest des Jahres deutlich über 3 % halten, bevor sie Mitte 2022 langsam wieder unter 2 % fällt. Ein zusätzlicher Faktor bleiben die Liefereng­pässe in der Industrie. Dauern diese länger als erwartet an, dürfte sich dies auf das Wirtschafts­wachstum auswirken und im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar machen. Ein guter Vorlaufindikator für die zukünftige Verbraucher­preisentwicklung sind die Großhandels­preise, die zuletzt deutlich anstiegen und auf kurz oder lang an den Verbraucher weitergereicht werden.“

Bisherige Kommentare von Dr. Fritzi Köhler-Geib

Konjunktur Deutschland / Eurozone

KfW-Konjunkturkompass Deutschland / Eurozone

24. August 2021

Vorkrisenniveau in Sichtweite, doch die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Das Wachstum ist zurück. Dank der zeitweise deutlich gesunkenen Infektions­zahlen erholt sich die Wirtschaft im zweiten Quartal: Das deutsche BIP wächst um 1,6 %, die Wirtschafts­leistung im Euroraum sogar um 2,0 %. Durch den Aufhol­effekt bei den Dienst­leistungen und einen starken privaten Konsum wird das Wachstum im laufenden Quartal voraussichtlich kräftig ausfallen, bevor es im Herbst mit moderaterem Tempo weitergeht. Die Delta-Variante und vor allem die Material­engpässe begrenzen aber die Luft nach oben, weshalb wir für 2021 in Deutschland nur noch ein Wachstum von 3,0 %­ erwarten. Ein statistischer Überhang und die aufgestauten Industrie­aufträge dürften 2022 für ein Plus von 4,2 % sorgen. Aufgrund einer überraschend starken ersten Jahres­hälfte in anderen Mitglied­staaten wird die Prognose für das diesjährige Wachstum im Euroraum dagegen nach oben korrigiert: Für 2021 rechnen wir jetzt mit einem Plus von 4,7 %, gefolgt von 4,3 % im kommenden Jahr.

Aktueller KfW-Konjunkturkompass  (PDF, 136 KB, nicht barrierefrei)

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Indikatorfamilie KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer größenklassenbezogenen Auswertung der ifo Konjunkturumfragen, aus denen unter anderem der bekannte ifo Geschäftsklimaindex berechnet wird. Dabei werden monatlich rund 9.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt, darunter rund 8.000 Mittelständler.


4. Oktober 2021

Angebotsengpässe bremsen den Aufschwung vorübergehend aus

Mit dem dritten Rückgang in Folge ist das Geschäfts­klima unter den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland auf einen Abwärtstrend eingeschwenkt. Wie das Wetter war auch die Konjunktur in diesem Spätsommer durchwachsen. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe gibt die Stimmung angesichts der allgegenwärtigen Engpässe bei Materialien und Liefer­kapazitäten deutlich nach. Doch es gibt auch Lichtblicke, denn bei den Dienstleistungs­unternehmen und vor allem im Bau verbessert sich das Geschäftsklima.

Aktuelles KfW-ifo-Mittelstandsbarometer  (PDF, 101 KB, nicht barrierefrei)

Europäische Konjunktur

seit Mai 2020 zusammen mit Konjunktur Deutschland

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