KfW Research – Dossier
KonjunkturWirtschaftliches Wachstum verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen: Phasen konjunktureller Unter- und Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten wechseln sich ab. Der Analyse solcher Zyklen und der Prognose konjunktureller Wendepunkte kommt eine wichtige Bedeutung zu. Denn die Konjunktur setzt den wirtschaftlichen Rahmen, in dem private Haushalte, Unternehmen und Staat ihre Entscheidungen etwa im Hinblick auf ihren Konsum oder ihre Investitionen treffen. Auch Geld- und Fiskalpolitik sollten je nach Phase im Konjunkturzyklus unterschiedlich ausgerichtet sein. KfW Research analysiert die Konjunktur in Deutschland und der Eurozone und veröffentlicht vierteljährlich eigene Prognosen zum realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.
Kommentare KfW Research
03.03.2026 | Inflationsentwicklung Eurozone Februar 2026
„Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten sind die heute gemeldeten Inflationszahlen für die Eurozone nicht mehr als eine Ausgangslage. Mit 1,9 % lag der Verbraucherpreisanstieg im Februar leicht unter dem Inflationsziel der EZB. Dabei wird es angesichts der stark gestiegenen Preise für Energierohstoffe nicht bleiben. Insbesondere der höhere Ölpreis wird schnell an die Konsumenten weitergegeben werden und die Kraftstoffpreise bereits im März merklich erhöhen. Ein Grund für überstürztes Handeln der europäischen Notenbank ist das aber nicht. Der Energiepreisschock ist von der Größenordnung nicht vergleichbar mit der Preisexplosion von 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Ob Zinserhöhungen notwendig werden, hängt stark von der noch nicht absehbaren Dauer des Kriegs ab. Eine vorübergehend um einige Zehntel höhere Inflationsrate kann die EZB tolerieren, solange die Inflationserwartungen gut verankert bleiben."
Stephanie Schoenwald
Konjunktur
KfW-Konjunkturkompass
Deutsche Konjunktur kurz vor dem Abheben
25. Februar 2026
Die deutsche Wirtschaft ist von der ersten Warteposition auf die konjunkturelle Startbahn gerollt und dürfte schon bald abheben. Außergewöhnlich stark waren zuletzt die Auftragseingänge. Auch die Stimmungsindikatoren drehen wieder nach oben. Wir rechnen deshalb 2026 nach wie vor mit 1,5 % BIP-Wachstum, 2027 mit 1,8 %. Auch die Eurozone profitiert vom nahenden Aufschwung hierzulande. Vor diesem Hintergrund sinkt die Teuerung bei Dienstleistungen nur sehr allmählich und hält die Inflation in Deutschland bei etwas über zwei Prozent und im gesamten Euroraum knapp darunter.
KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. KfW Research analysiert mit seinen einzigartigen Umfragen, Studien und Statistiken die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Indikatorfamilie KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer größenklassenbezogenen Auswertung der ifo Konjunkturumfragen, aus denen unter anderem der bekannte ifo Geschäftsklimaindex berechnet wird. Dabei werden monatlich rund 9.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt, darunter rund 8.000 Mittelständler.
Leichte Stimmungsaufhellung im Mittelstand
27. Februar 2026
Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen legt im Februar um 0,8 Zähler auf jetzt -14,1 Saldenpunkte zu. Die Unternehmensstimmung ist noch immer nicht gut, die Richtung (nach oben) passt jedoch wieder. Ursächlich für den Anstieg des mittelständischen Geschäftsklimas sind vor allem verbesserte Erwartungen. Die Lagebeurteilung steigt nur geringfügig.
Aktuelles KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
Grunddatensatz zum aktuellen KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer
Wachstumspotenzial Deutschlands
Deutschland im Wachstumstief: Wie weiter?
KfW Research Chartbook
Das deutsche Wirtschaftswachstum ließ während der vergangenen fünf Jahrzehnte im Trend immer weiter nach und ist in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre sogar ganz zum Erliegen gekommen. Vorausblickend setzt die Verrentung der Babyboomer den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck. Eine Rückkehr zu einem durchschnittlichen Wachstum von 1 %, wie im Koalitionsvertrag als Mindestanspruch formuliert, ist realistisch, aber auch ambitioniert. Hierzu bedarf es gleichzeitiger substanzieller Fortschritte in allen für das Wachstum relevanten Bereichen. (Juli 2025)
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