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    KfW Research

    Wechselbad der Gefühle: EZB-Leitzinserwartungen als Spiegelbild der Kriegswirren

    Grafik auf einen Blick

    27. März 2026

    Vor Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar 2026 sahen sich Prognostizierende im Allgemeinen und im Speziellen solche, die sich mit Notenbankzinsen beschäftigen, einer nahezu heilen Welt gegenüber: Die Folgen der Preisschocks, die sich aus Corona- und Energiekrise ergeben hatten, waren fast verdaut, eine weitere Normalisierung der Inflation unterwegs. So erwarteten die Marktteilnehmenden unmittelbar vor Kriegsausbruch, dass die EZB ihre Leitzinsen bis Dezember 2026 um einen halben Zinsschritt senken würde. Anders ausgedrückt: Sie sahen kaum Veränderungen. Seitdem ist aber auch ihre Welt nicht mehr in Ordnung: Per 26. März 2026 wurden nun etwas über drei ganze Zinsschritte erwartet, jetzt aber nach oben! Hintergrund sind vor allem die rasanten Preisanstiege bei Öl und Gas, die die EZB wieder einfangen muss. Damit aber nicht genug: Die Nachrichtenflut führt zusätzlich zu einem ständigen Hin und Her, sodass z. B. am 10. März zwischenzeitlich gar keine Aktion der EZB mehr an den Märkten gehandelt wurde. Ein Ende dieser Unsicherheit ist derzeit nicht absehbar – mit allen ihren negativen Folgen. Und das sind nur die ökonomischen.

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    Dr. Sebastian Wanke, +49 69 7431-9784,

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