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    KfW Research

    Das EU-Indien-Handelsabkommen: Schlüssel zu mehr Unabhängigkeit

    Grafik auf einen Blick

    5. Februar 2026

    Angesichts der wachsenden Spannungen mit den USA und China ist die EU bestrebt ihre Handels­abhängigkeit stärker zu diversifizieren. Das Handelsabkommen mit Indien zahlt darauf ein und verspricht deutliche Liberalisierungen des Waren- und Dienstleistungs­handels. Indien ist bisher der neuntgrößte Warenhandels­partner der EU und macht 2,4 % des gesamten Warenhandels der EU aus (2024). Mit Inkrafttreten des Abkommens könnten die Exporte nach Indien laut den Modellsimulationen des Kieler Instituts um 65 % steigen. Besonders im Automobilsektor werden infolge der stufenweisen Importzollsenkung von über 100 % auf 10 % auf EU-Fahrzeuge wesentliche Exportgewinne erwartet. Auch Zölle auf wichtige Exportgüter wie Maschinen, Chemikalien und Luft- und Raumfahrt-Produkte entfallen. Gesamtwirtschaftlich könnte das BIP in der EU mit dem Abkommen um 0,1 % höher ausfallen. Trumps prompte Reaktion mit der Verkündung eines US-Indien-Handelspakts könnte ein Zeichen für den strategischen Wettlauf um Indien als alternativer Produktionsstandort zu China sein. Eine zügige Ratifizierung des EU-Indien-Abkommens ist daher nun äußerst wichtig.

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    Dr. Jenny Körner, +49 69 7431-57189,

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