Herr Dr. Dirk Schumacher ist seit April 2025 Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe und leitet KfW Research.
„Eine Ursache für die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft ist ein rapider technologischer Wandel und ein relativer Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen bei neuen Technologien. Ein nachhaltiger Aufschwung der deutschen Wirtschaft kann nur gelingen, wenn das deutsche Innovationssystem, und damit auch der Unternehmenssektor, wieder Anschluss an die internationale Spitze findet. Dabei verfügt Deutschland weiterhin über ein leistungsfähiges Innovationsökosystem – das aber zunehmend unter Druck gerät. Noch weist Deutschland die vierthöchsten FuE-Ausgaben weltweit auf. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hält Deutschland jedoch nicht mit der Ausweitung der FuE-Anstrengungen in anderen Ländern schritt.
Zudem werden die FuE-Ausgaben in Deutschland stark von Großunternehmen und Unternehmen aus traditionellen Industriebranchen wie dem Automobilsektor getätigt. Es wäre wichtig, dass gezielte Maßnahmen der Wirtschaftspolitik die Innovationsfähigkeit auch mittelständischer Unternehmen steigern. Außerdem muss Deutschland mehr auf die Potenziale neuer Technologien setzen. Das geht unter anderem durch eine gezielte Förderung von Start-ups.“
Dr. Dirk Schumacher
Innovationsökosystem in Deutschland: leistungsfähig, aber zunehmend unter Druck
15. Januar 2026
Die größten globalen Risiken der kommenden zehn Jahre sind ökologische: Extremwettereignisse und der Verlust von Biodiversität und Ökosystemen. Das ergibt der gestern erschienene Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums, eine jährlich wiederholte weltweite Befragung von Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Wie im Vorjahr führen Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Überschwemmungen die Risikoliste an. Sie nehmen begünstigt durch den Klimawandel zu und haben allein im Jahr 2025 Schäden von ca. 200 Mrd. USD verursacht. Dies hängt direkt mit der weltweiten Biodiversitätskrise zusammen, die trotz etwas geringer Risikoeinschätzung auch 2026 das zweitgrößte Langfrist-Risiko bleibt: Nur biologisch vielfältige Ökosysteme sind resilient genug, um die für uns Menschen unverzichtbaren „Ökosystem-leistungen“ dauerhaft bereitzustellen. Dazu gehören z. B. Trinkwasser, Atemluft, fruchtbare Böden, Pflanzenbestäubung – aber auch die Klimaregulierung und der Schutz vor Hitzewellen und Über¬schwem-mungen. Eine intakte, vielfältige Natur kann Extremwetter verhindern und dessen Folgen dämpfen. Doch die Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Ökosystemen ist stark rückläufig.
Auch mit Blick auf die kommenden zwei Jahre gehören Extremwetter und Biodiversitätsverlust zu den schwerwiegendsten Risiken (von insgesamt 33 untersuchten), doch kurzfristig dominieren technologische und politische Risiken: Desinformation, gesellschaftliche Polarisierung – und nach einem sprunghaften Anstieg die „geoökonomische Konfrontation“, z. B. in Handelskriegen.
KfW Research
Dr. Arne Leifels, +49 69 7431-4861,
Im Interview mit der Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau mit Dr. Dirk Schumacher vom 10.10.2025
Die Bundesregierung will die Bedingungen für Start-ups verbessern. Dafür muss sie einige Hindernisse aus dem Weg räumen.
Gastbeitrag in der Wirtschaftwoche von Dr. Dirk Schumacher
(August 2025, €)
Das Investorenbarometer von BVK, KfW und Handelsblatt zeigt:
"Nach einem bewegten ersten Halbjahr zeigt sich der Markt wieder stabiler – das Geschäftsklima hellt sich auf und die Talsohle scheint vorerst durchschritten."
Hier geht es zum Video Investorenbarometer Q3/2025 (22:39)
Handelskriege produzieren gewöhnlich nur Verlierer. Insofern ist das Nachgeben der EU – zumindest in der kurzen Sicht – das kleinere Übel, nicht zuletzt da ein signifikanter Teil der Zölle voraussichtlich überwälzt wird. Aber die Kosten des Nachgebens könnten deutlich steigen, insbesondere wenn es zu massiven Unternehmensverlagerungen in die USA kommen sollte. Europa muss deshalb in der nächsten Auseinandersetzung – die eher früher als später kommen wird – vorbereitetet sein, sein ökonomisches Gewicht besser einzusetzen.
Gewinnt Trump den Handelskrieg?
25.02.2026 │ Real Estate Family Office Summit, Kronberg
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