Herr Dr. Dirk Schumacher ist seit April 2025 Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe und leitet KfW Research.
„Wir sehen zwei gegenläufige Trends. Einerseits nehmen vor allem viele junge Menschen über die Medien erfolgreiche Gründer wahr, seien es Start-up-Unternehmer oder Influencer, die als Rollenvorbilder für eine Selbstständigkeit dienen. Andererseits wird in Deutschland im Vergleich zu früher viel weniger gegründet. Dadurch kommen die Menschen auch seltener mit Selbstständigen in Kontakt, Rollenvorbilder im direkten Umfeld fehlen.
Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Gründungen in Deutschland aber deutlich gesunken, 2002 etwa gab es noch rund 1,5 Millionen Existenzgründungen. Die geringere Gründungstätigkeit ist sicherlich auch dem über ein Jahrzehnt gut gelaufenen Arbeitsmarkt geschuldet, der vielen Menschen attraktive Arbeitsverhältnisse bot.
Es ist erfreulich, dass wieder mehr Menschen in Deutschland ein Unternehmen ganz neu gründen und damit womöglich eine innovative Geschäftsidee umsetzen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland benötigt kreative und mutige Unternehmerinnen und Unternehmer. Tatsache ist aber auch: Es gibt sehr viele gute Unternehmen, die eine neue Führung benötigen. Das Durchschnittsalter der Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland liegt bei über 54 Jahren. Viele von ihnen suchen händeringend nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin. Ein Umdenken ist dringend erforderlich: Nicht nur sollten sich noch mehr Menschen in Deutschland überlegen, zu gründen. Deutlich mehr sollten auch erwägen, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen.“
Dr. Dirk Schumacher
KfW-Gründungsmonitor 2026
18. Mai 2026
Berlin boomt. Von 2014 bis 2024 wuchs das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf dort insgesamt um 23 %, im Bundesdurchschnitt dagegen um 6 %. Deutlich stärker als in anderen Bundesländern wuchs das Pro-Kopf-BIP auch in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit rund 10 %. Hält dieser Wachstumsvorsprung an, wird Berlin innerhalb der nächsten zehn Jahre nach Hamburg das zweithöchste Pro-Kopf-BIP von allen Bundesländern erreichen. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen werden dann je Einwohner eine etwa ebenso hohe Wirtschaftskraft wie das Saarland und Schleswig-Holstein haben. Vom Boom in der Bundeshauptstadt profitieren auch die vielen Berufspendler aus Brandenburg. Das verfügbare Einkommen pro Kopf war in Brandenburg im Jahr 2023 mit 26.440 EUR etwas höher als in Berlin, Bremen und dem Saarland. Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts entsprachen in Ostdeutschland in den ersten Jahren nach dem Mauerfall denen des Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit ( In der Normalität angekommen – Deutschland 25 Jahre nach dem Mauerfall).
KfW Research
Martin Müller, +49 69 7431-3944,
Der Chefvolkswirt der KfW ist optimistisch – und rechnet 2026 mit einem Wachstum von 1,5 %.
Im Interview mit der Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau mit Dr. Dirk Schumacher vom 10.10.2025
Die Bundesregierung will die Bedingungen für Start-ups verbessern. Dafür muss sie einige Hindernisse aus dem Weg räumen.
Gastbeitrag in der Wirtschaftwoche von Dr. Dirk Schumacher
(August 2025, €)
Das Investorenbarometer von BVK, KfW und Handelsblatt zeigt:
Die Lage bleibt herausfordernd. Globale Risiken und geopolitische Spannungen sorgen weiterhin für Zurückhaltung bei vielen Marktteilnehmern. Gleichzeitig zeichnet sich ein differenziertes Bild ab: Ein Teil der Investoren mit langfristigem Kapital wagt sich langsam und vorsichtig zurück in den Markt. Bei jungen, besonders risikoreichen Unternehmensfinanzierungen hingegen ist die Zuversicht zuletzt wieder gesunken.
Hier geht es zum Video Investorenbarometer Q4/2025 (15:30)
Der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöste Energiepreisschock wird stärker und nachhaltiger ausfallen als wir dies zu Beginn des Krieges in unserem Basis-Szenario angenommen hatten. Wir revidieren deshalb unsere Wachstumsprognose für Deutschland für das Jahr 2026 auf nur noch 0,9 % (0,6 % ohne Kalendereffekt), gegenüber einer Vorkriegsprognose von 1,5 %. Wir unterstellen hierbei, dass die Straße von Hormus im Laufe des April wieder graduell passierbar wird. Eine längere Blockade würde die Rezessionsgefahr deutlich steigen lassen.
08.06.2026 │ Tag der jungen Wirtschaft, Wirtschaftsjunioren Deutschland
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