Implantat aus dem 3D-Drucker der Fit AG
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Pionier der Industrie 4.0

Die FIT AG aus Nürnberg ist ein Global Player in der Medizintechnik. Mit höchster Präzision stellt das Unternehmen weltweit gefragte 3D-Objekte her.

Die Ruinen der Burg Lupburg thronen über dem Tal der Schwarzen Laber. Hier, in der Oberpfalz zwischen Regensburg und Nürnberg, herrscht ländliche Idylle. Doch unterhalb des Burgbergs werden Objekte in additiver Fertigung (auch 3D-Druck genannt) hergestellt und an Kunden in aller Welt verschickt. Der Hidden Champion der Hightech-Industrie heißt FIT AG, seit drei Jahren wird er von der KfW unterstützt.

Präzision

Die Herstellung von medizinischen Implantaten ist ein Schwerpunkt der FIT AG. Ein Blick in die Produktionsstätten des Unternehmens (KfW Bankengruppe/Thomas Schuch).

Der Name des Konzerns FIT AG steht für „Additive Manufacturing Group“ und ist nach Firmengründer Carl Fruth benannt. Fruth hat das nicht börsennotierte Unternehmen 1995 ins Leben gerufen und ist über die Tochterunternehmen FIT Prototyping GmbH und FIT Production GmbH in den Geschäftsbereichen Rapid Prototyping und Additive Design and Manufacturing („ADM“) tätig. Insbesondere in der Medizintechnik genießt die bayerische Unternehmensgruppe einen ausgezeichneten Ruf: Die FIT AG hat sich auf hochwertige Implantate und Instrumente aus Titan, Metall und Kunststoff spezialisiert, die additiv gefertigt werden. Auch in der Automobiltechnik sowie der Luft- und Raumfahrtbranche steigt die Nachfrage.

Bei additiven Verfahren werden die einzelnen Werkstücke nicht gepresst oder gegossen, sondern auf Basis eines 3D-Datensatzes Schicht für Schicht aufgebaut – addiert. In der Medizin können dies bisweilen auch Daten aus einem CT-Scan sein. Mit Hilfe einer eigenentwickelten Software werden diese in dreidimensionale Daten umgewandelt und anschließend in die Maschinensteuerung überführt. In der Maschine wird das 3D-Modell zerlegt und das gewünschte Objekt schichtweise nachgebaut. Die möglichen Schichtdicken liegen dabei teilweise bei wenigen Tausendstel Millimetern.

Produktionshalle der Fit AG
Hightech made in Lupburg

In den Produktionshallen werden unter anderem Implantate und Instrumente aus Titan, Metall und Kunststoff additiv gefertigt.

So entstehen exakte Formen – zum Beispiel Implantate, die nicht nur auf den Patienten zugeschnitten sind, sondern auch die medizinischen Anforderungen und ISO-Zertifizierungen erfüllen und schnell verfügbar sind. Die digitalen Fertigungsverfahren mit additiven Technologien entsprechen einer Anwendung von Industrie 4.0. In dieser Zukunftsbranche gehört die FIT AG zu den Pionieren.

Deutschlands Zukunft als Technologiestandort hängt maßgeblich von kreativen Ideen- und Innovationsschmieden wie der FIT AG ab. Sie zeigen: Wer sich dauerhaft auf dem Markt behaupten will, muss flexibel denken, seine Produkte oder Dienstleistungen den Kundenwünschen anpassen und Trends früh erkennen.

Doch Innovationen brauchen Kapital – und man investiert zunächst ohne Erfolgsgarantie. Gerade hier sieht sich die Förderbank KfW in der Verantwortung. Auch die Lupburger Technikspezialisten profitieren vom „ERP-Innovationsprogramm“ der KfW: 2015 flossen 2,6 Millionen Euro aus dem Programm unter anderem in die Entwicklung eines Systems zur Aufbereitung von 3D-Druckdaten sowie einer speziellen Laserfertigungsanlage. Bereits im Jahr zuvor unterstützte die KfW das innovative Unternehmen aus der Oberpfalz mit 3,6 Millionen Euro und förderte unter anderem die Entwicklung einer neuen Software für die Steuerung von Maschinen.

„Bei der additiven Fertigung muss das Fließband, wie wir es heute kennen, digitalisiert werden.”

Carl Fruth, Vorstandsvorsitzender FIT AG

Die KfW fördert

Zukunftsweisende Vorhaben und innovative Unternehmen fördert die KfW mit dem neuen ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (380).

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Der Vorzeigemittelständler erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 17 Millionen Euro und beschäftigt über 200 Mitarbeiter am Firmenstammsitz sowie an seinen Standorten in Hamburg und im kalifornischen Santa Clara. 40 Prozent der Belegschaft sind Frauen – eine sensationelle Quote für einen industriellen Fertigungsbetrieb.

Anfang 2016 nahm in Lupburg die weltweit leistungsfähigste Fabrik den Betrieb auf, die sich vollständig auf industrielle Serienfertigungen additiver Art konzentriert – für Firmengründer Fruth ein „echter Meilenstein“. Damit kommt Carl Fruth seinem Ziel, „einer der weltweit führenden Lohnfertiger im additiven Bereich zu werden“, wieder ein Stück näher.

Quelle
Cover Geschäftsbericht 2015

Der Artikel ist erschienen im Geschäftsbericht der KfW 2015.

Zum Geschäftsbericht 2015

Auch die Oberpfalz profitiert vom Gründergeist der 3D-Tüftler: „Durch das neue Fertigungszentrum wird eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze entstehen“, sagt Fruth, der bereits heute einer der größten Arbeitgeber in der Region ist. So ist die Investition auch ein Bekenntnis zu dieser Region – und zu Lupburg.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 21. März 2017