Christian Stein, coparion
Gründen

Gründen

„Es bleibt immer eine mutige Entscheidung“

Viele digitale Gründer brauchen finanzielle Anschubhilfe. Christian Stein, der Geschäftsführer des Fonds coparion, beteiligt sich mit Risikokapital an erfolgversprechenden Unternehmen.

Zur Person
Christian Stein, coparion

Christian Stein ist Geschäftsführer bei coparion in Köln.

Ich bin Starthelfer für

... Start-ups mit coparion, unserem Venture-Capital-Fonds, den die KfW und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2016 gegründet haben. Wir sind mit einem Fondsvolumen von 225 Millionen Euro Wagniskapital ausgestattet und agieren äußerst flexibel. Damit gehören wir zu den größten VC-Gesellschaften in Deutschland und wollen das Wachstum junger Unternehmen nachhaltig stärken.

Wem nützt der Fonds?

Unternehmen in der Frühphase ihres Wachstums, die schon eine gewisse Traktion vorweisen können. Wir investieren dort, wo der Motor in seiner ersten Version bereits zusammengebaut ist, aber noch viel Öl und Benzin benötigt wird. Aufgrund unserer Gesellschafterstruktur dürfen wir nur maximal 50 Prozent einer Finanzierungsrunde bestreiten – und arbeiten deshalb mit privaten Investoren zusammen, die sich mindestens mit gleichem Volumen beteiligen können.

Wie funktioniert die Beteiligung?

Aus unserem Fonds erhalten Unternehmen maximal zehn Millionen Euro. Nicht in einer Summe, sondern verteilt über mehrere Finanzierungsrunden, in denen sie das Potenzial ihres Geschäftsmodells Schritt für Schritt belegen müssen. Es gibt dafür keinen festen Kriterienkatalog zum Abhaken. Wichtig sind erste Erfolge: Das können eine innovative Technologie, belastbare Kundenbeziehungen oder Umsätze sein.

KfW Capital übernimmt

Coparion ist im Jahr 2016 gemeinsam von der KfW und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gegründet worden, um junge Wachstumsunternehmen zusammen mit privaten Investoren beim Start zu unterstützen. Der Fonds verfügt über ein Volumen von 225 Millionen Euro. Mit dem Beginn seines operativen Geschäfts hat das neue KfW-Tochterunternehmen KfW Capital die Anteile des Mutterhauses an coparion übernommen.

Geben Sie uns bitte ein Beispiel?

Der digitale Versicherungsmakler Clark. Er ist in der Lage, innerhalb weniger Minuten sämtliche Versicherungsdaten eines Kunden zu analysieren, mit anderen Angeboten zu vergleichen, Risikolücken aufzudecken und Optimierungsvorschläge zu liefern. Wir sind von der Geschäftsidee und von den Gründerpersönlichkeiten überzeugt.

Die größte Herausforderung?

Für jedes Investment gibt es gute Gründe, es nicht zu machen. Die große Kunst ist es, die Chancen innovativer Technologie- und Dienstleistungsunternehmen richtig einzuschätzen. Wir wägen kühl die Risiken gegen das Gewinnpotenzial ab – aber es bleibt auch immer eine mutige Entscheidung.

Was macht Ihnen Freude?

Wenn Sie wie wir an einer Vielzahl von Unternehmen beteiligt sind, gibt es fast täglich einen Grund für Jubel oder Enttäuschung. Am Ende zählt auch für uns das nüchterne Ergebnis – der Weg dahin aber hat viele emotionale Momente.

Quelle
Cover CHANCEN 2017

Dieser Artikel ist erschienen in CHANCEN Herbst/Winter 2017 „Mutig die Welt verändern“.

Zur Ausgabe

Wie geht es weiter?

Die Laufzeit des Fonds beträgt vorerst zehn Jahre. Den Großteil unseres Weges haben wir also noch vor uns. Bis dahin werden wir mit Kapital, Know-how und unseren Kontakten das Wachstum von zahlreichen Start-ups beschleunigen – und hoffentlich für jedes einzelne Unternehmen und für coparion letztlich einen erfolgreichen Verkauf unserer Anteile schaffen.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Mittwoch, 22. November 2017