Wasserfall Ichuan-Prarara
Naturschutz

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Grüne Lunge Regenwald

Dem berühmten Fotografen Sebastião Salgado ist es gelungen, auf der Fazenda seiner Familie im Becken des Rio Doce in Brasilien 2,5 Millionen Bäume zu pflanzen. Seine Erfahrung will er nun mit der KfW teilen, die sich mit einem neuen Projekt für die Wiederaufforstung in Brasilien einsetzt. KfW-Projektmanager Karim ould Chih berichtet über das Engagement der KfW in Brasilien und den Kampf gegen die Entwaldung.

Zur Person
Karim ould Chih

Karim ould Chih ist im Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank der Projektmanager für die Wiederaufforstungsmaßnahme in Brasilien.

Herr ould Chih, heute sieht sich Brasilien beim Klimaschutz als Vorreiter. Jahrelang war allerdings der Regenwald am Amazonas bedroht…

Das ist er leider immer noch, vor allem wegen der Ausbreitung von Viehzucht im Amazonasgebiet. Im Savannengebiet Cerrado ist die Entwaldung in erster Linie auf die Ausbreitung der modernisierten Landwirtschaft zurückzuführen. Aber Brasilien ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das Tempo der Entwaldung deutlich zu verringern. Bis 2030 will die Regierung die Abholzung im Amazonas komplett stoppen und eine Fläche von 12 Millionen Hektar aufforsten. Das entspricht in etwa der Größe der Schweiz und Österreichs zusammen.

Wie ist es gelungen, die Entwaldung zu reduzieren?

2005 wurde auf der UN-Klimarahmenkonferenz in Montreal die Idee diskutiert, Regionen, die messbare Erfolge beim Kampf gegen die Entwaldung vorweisen können, finanziell zu entlohnen. Daraus ist der Ansatz REDD entstanden, der auch von der KfW unterstützt wird. Außerdem hat sich Brasilien verpflichtet, diese Mittel erneut dem Waldschutz zuzuführen und 2008 den Amazonienfonds gegründet, an dem sich auch die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beteiligt.

Was ist das Besondere dabei?

Die Grundidee ist, dass nur mit Hilfe der Menschen vor Ort der Regenwald bestehen bleiben kann. Statt wie in der Vergangenheit zu kontrollieren und einzuschränken, finanziert der Fonds deshalb nachhaltige Vorhaben, von denen die Menschen profitieren. Zum Beispiel nachhaltige Landwirtschaft und das Management von indigenen Schutzgebieten. Damit wachsen Zustimmung und Unterstützung für die Waldpolitik.

Lesen Sie unter dem Vorher-nachher-Transformationsbild weiter.

Vorher – nachher

Das Grundstück der Umweltorganisation Instituto Terra von Sebastião Salgado vor und nach der Aufforstung.

BNDES

Die 1952 gegründete brasilianische BNDES (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Socia) mit Sitz in Rio de Janeiro ist eine der größten Entwicklungsbanken weltweit und das wichtigste Instrument der brasilianischen Regierung, um Investitionen in die Wirtschaft des Landes zu finanzieren. BNDES ist ein wichtiger Partner der KfW und Mitglied im Verbund der Entwicklungsbanken IDFC.

Was macht die KfW im Bereich Wiederaufforstung in Brasilien?

Wir testen gerade einen komplett neuen Ansatz: Zum ersten Mal werden Darlehen vergeben, damit neue Bäume gepflanzt werden. Zuvor haben wir in Brasilien Umweltschutzvorhaben über Zuschüsse der Bundesregierung finanziert, jetzt wenden wir das Instrument der Zinsverbilligung an. Allein das KfW Programm mit der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES strebt an, innerhalb von fünf Jahren nach Vertragsunterzeichnung eine Fläche von 100.000 Hektar aufzuforsten. Das entspricht der Fläche der Städte Paris und Berlin zusammen.

Video-Interview
Sebastião e Lélia Salgado

Das Wiederaufforstungsprojekt von Sebastião und Lélia Salgado ist beispiellos. Im Video-Interview hat der Fotograf uns mehr darüber verraten.

Zum Video-Interview

Was hat die KfW mit dem berühmten Fotografen Sebastião Salgado zu tun?

Herr Salgado und seine Frau haben mit dem Instituto Terra eine Umweltschutzorganisation geschaffen, der es innerhalb von wenigen Jahren gelungen ist, im Tal des Rio Doce Millionen neuer Bäume zu pflanzen. Diese Leistung ist beispiellos in Brasilien. Von der Erfahrung können auch andere Regionen des Landes profitieren. Deshalb sprechen wir – gemeinsam mit dem WWF – über Möglichkeiten das Savannengebiet Cerrado, den Amazonas und den atlantischen Regenwald entlang der Küste wiederaufzuforsten. Denn wir verfolgen das gleiche Ziel: den Schutz der Umwelt und die Anpassung an den Klimawandel.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Freitag, 22. Juni 2018

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Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 die Agenda 2030. Ihr Herzstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs). Unsere Welt soll sich in einen Ort verwandeln, an dem Menschen ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig in Frieden miteinander leben können.