Water Risk Filter
Natürliche Ressourcen

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Risiko Wasser

Water Risk Filter bietet Risikoanalyse für Unternehmen
Der Ingenieur Jens Hönerhoff hat mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) den weltweit einzigartigen Water Risk Filter entwickelt. Das Portal hilft Unternehmen bei Investitionsentscheidungen.

Zur Person
Jens Hönerhoff

Jens Hönerhoff arbeitet als Senior Fachreferent Umwelt bei der DEG, einer Tochter der KfW in Köln.

Ich bin Starthelfer für …
… den Water Risk Filter. Das ist ein Online-Tool für Finanzinstitute und Unternehmen, die prüfen wollen, ob für ihre Vorhaben die Wasserrisiken ausreichend identifiziert sind. Wir haben bis Ende 2018 unsere Datenbank erweitert und mittlerweile umfassende Daten für 235 Länder zusammengestellt.

Wem nützt das Projekt?
Hoffentlich allen Menschen! Unser übergeordnetes Ziel ist es, die nachhaltige Nutzung der lebenswichtigen Ressource Wasser sicherzustellen. Unmittelbar dient der Filter zum Beispiel großen Lebensmittel- oder Bekleidungshändlern wie Edeka und H&M, die sich über die wasserbezogenen Risiken in ihren Herstellungsländern informieren wollen. Im Finanzsektor können sich Portfoliomanager anhand des Tools besser auf finanzielle Risiken zum Beispiel durch Überflutungen einstellen.

Water Risk Filter

Das Onlineangebot ist eine der umfangreichsten Datenbanken zum Thema Wasser. Die DEG hat das Projekt mit dem WWF aufgebaut und berät Unternehmen dabei, internationale Umweltstandards einzuhalten.

waterriskfilter.panda.org

Wasserrisikofilter arbeitet mit Ampelsystem

Wie funktioniert der Filter?
Zum einen bieten wir zu jedem Land Zahlen und Berichte. Zum anderen arbeiten wir mit einer Weltkarte und einem klaren Ampelsystem: Grün bedeutet, dass Wasserverbrauch kein Risiko ist. Bei Gelb weisen wir auf geringe Risiken hin, und bei Rot beraten wir die Unternehmen, wie sie mit den Risiken umgehen können. Das Besondere: In der Karte kann der Anwender vorbereitete Filter für 25 verschiedene Branchen oder 35 verschiedene Faktoren wie den Klimawandel auswählen.

Haben Sie ein Beispiel?
Wählt man etwa den Filter für die Wahrscheinlichkeit einer Dürre, leuchtet die Küstenregion von Peru rot, aber große Teile des Landes im Osten sind grün. Übrigens: Über den Filter Wasserverschmutzung werden große Teile Deutschlands als hochriskant angezeigt, die bei anderen Filtern grün erscheinen.

Die größte Herausforderung?
Wichtig ist vor allem, zu einem Umdenken bei den Entscheidern in einzelnen Industrien beizutragen. Deswegen ist es auch meine Hauptaufgabe, Betriebe zu besuchen und mit ihnen die Einführung nachhaltiger Umweltstandards – auch in Zuliefererbetrieben – zu verhandeln, deren Einhaltung dann anschließend auch evaluiert wird.

Verbesserte Datenlage hilft Wasserrisiken besser zu erkennen

Wie hat die DEG hier geholfen?

Wir haben den Wasserrisikofilter mit dem WWF entwickelt, das kostenlose und öffentlich zugängliche Tool konnte 2012 eingeführt werden. Seit 2016 führt der WWF die Datenbank alleine fort, wir stehen aber nach wie vor im engen inhaltlichen Austausch und bleiben Sponsor.

Was ist beim letzten Update des Wasserrisikofilters 2018 neu hinzugekommen?

Wir stellen neben verbesserten weltweiten Karten nun auch regionale Karten zur Verfügung. Die globalen Daten basieren auf Simulationen und bergen eine gewisse Ungenauigkeit. Jetzt bieten wir Zugriff auf die Messdaten lokaler Wasserbehörden unter anderem für Brasilien, Kolumbien und die Mekong-Region – eine deutliche Verbesserung der Datenlage. Weiterhin sind Prognosen abrufbar etwa zu Fragen: Wie werden sich Überflutungen verändern, wie werden sich Dürren entwickeln?

Quelle
Cover Chancen Wasser 2016

Dieser Artikel ist erschienen in CHANCEN Herbst/Winter 2016 „Die Macht des Wassers“.

Zur Ausgabe

Wie geht es weiter?

In einem nächsten Schritt möchten wir Unternehmen mit dem Wasserrisikofilter konkrete Maßnahmen vorschlagen, wie sie ihre Wasserwirtschaft noch verbessern können. Meine Hoffnung ist, dass alle Unternehmen ihre Zulieferer mit Blick auf deren Wasserverbrauch durchleuchten und die Welt mit diesem kostbaren Elixier verantwortlicher umgeht.

Was macht Ihnen Freude?
Ich bin Ingenieur für Energie und Verfahrenstechnik – dementsprechend denke ich am liebsten darüber nach, wie sich Produktionsabläufe so verbessern lassen, dass dabei weniger Ressourcen verbraucht werden.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 19. September 2017

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Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 die Agenda 2030. Ihr Herzstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs). Unsere Welt soll sich in einen Ort verwandeln, an dem Menschen ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig in Frieden miteinander leben können.

Aktualisiert am: Donnerstag, 14. März 2019