Illustration Porträts der Berichtenden
Menschen

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Neue Ideen führen zum Erfolg

Ein Reparaturservice für medizinische Geräte rettet Leben, unbürokratische Finanzhilfe macht auch kleinere Unternehmen konkurrenzfähig und Grundschüler können mit Tabletcomputern selbst in riesengroßen Klassen noch lernen. Drei Berichte zeigen auf, wie die Menschen in Nepal, Mexiko und Malawi von diesen Auslandsprojekten profitieren.

Illustration DR. ROSHAN POKHAREL
Dr. Roshan Pokharel

Der Direktor des Koshi Zonal Hospital im nepalesischen Biratnagar freut sich über einen mobilen Reparatur- und Wartungsservice.

Reparatur ohne lange Wartezeit

„Häufig mussten wir in der Vergangenheit unsere Patienten aus dem Krankenhaus wegschicken, sie vertrösten oder ihnen im Notfall raten, in teure Privatkliniken auszuweichen: immer dann, wenn unsere Geräte defekt waren, Röntgenapparate nicht funktionierten, Ultraschall- oder Dialysegeräte ausfielen. Denn die einzigen Techniker, die diese Reparaturen ausführen konnten, saßen im knapp 380 Kilometer entfernten Kathmandu. Bis sie zu uns kamen – unsere Klinik mit 350 Betten liegt in Biratnagar im Südosten Nepals und ist relativ groß –, dauerte es oft Tage, manchmal Wochen.

Heute ist es anders. Das nepalesische Gesundheitsministerium hat mit finanzieller Beteiligung der deutschen Bundesregierung über die KfW Entwicklungsbank einen mobilen Reparatur- und Wartungsservice eingerichtet. Dadurch befinden sich jetzt im ganzen Land strategisch klug verteilte Werkstätten, in denen qualifizierte Ingenieure und Techniker arbeiten. Wir können sie jederzeit anrufen. Oft sind die Fachleute innerhalb von einer halben Stunde da, haben die Reparaturen in wenigen Stunden erledigt und wir können unsere Patienten noch am selben Tag behandeln.

Auch zur Wartung der Geräte kommen die Techniker nun regelmäßig zu uns – sie nehmen deren Daten per Tablet auf, speichern sie in einer zentralen Datenbank und sorgen dafür, dass die Geräte stets überwacht und einsatzbereit sind. Unsere fünf Dialysegeräte funktionieren jetzt einwandfrei. Unsere Arbeit hat sich dadurch enorm verbessert.

Wir versorgen täglich um die 1.000 Patienten. Im letzten halben Jahr, seitdem wir den mobilen Service in Anspruch nehmen können, mussten wir keinen einzigen Patienten mehr wegschicken. Das ist für uns Ärzte ein gutes Gefühl.“

Illustration Volkmar Lange
Volkmar Lange

Der Head of Group Treasury der CHG-Meridian möchte die Wirtschaft in Mexiko auch weiterhin fördern.

Starthilfe für Mittelständler

„Die CHG-Meridian ist ein weltweit operierender Dienstleister für Technologiemanagement. Unser Ansatz geht über den einer klassischen Leasinggesellschaft hinaus: Wir kümmern uns nicht nur um die Finanzierung der Investitionsvorhaben unserer Kunden, sondern unterstützen sie auch bei der Auswahl und Einführung technischer Neuanschaffungen sowie der Verwaltung ihrer Anlagen während der produktiven Phase bis zum Wiederverkauf.

In Mexiko haben wir rund 100 Kunden – von Limettenproduzenten über Brauereien bis zu Krankenhäusern. Mit der DEG, der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, haben wir überlegt, wie wir die Wirtschaft in dem Land weiter fördern können. Leasing ist gerade für mittelständische Unternehmen eine interessante Möglichkeit, um beispielsweise ihre Technik zu aktualisieren. Daher wollten wir das Angebot gemeinsam weiter ausbauen. Dafür stellte uns die DEG zwei Darlehen über insgesamt 40 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Das Innovative: Die KfW-Tochter DEG investiert nicht in ein einzelnes großes Projekt, sondern unterstützt über uns gebündelt ganz unterschiedliche mittelständische Unternehmen. Wir wiederum können die Kunden schon vor Start der Produktion fördern, ohne dass das Unternehmen bereits Raten aufbringen muss. Das können Banken vor Ort oft nicht leisten.

Aber auch für Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen – rund ein Drittel unserer Kunden in Mexiko – sind wir der richtige Ansprechpartner. Deren deutsche Hausbanken können Finanzierungen im Ausland oft nicht bieten. 2017 haben wir in Mexiko insgesamt über 60 Millionen Euro investiert, gut 25 Prozent davon wurden über die DEG refinanziert.“

Illustration SITHEMBILE NAMING’ONA
Sithembile Naming’ona

Die Grundschullehrerin in Lilongwe ist froh darüber, dass ihre Schüler durch die Tablets gefördert und motiviert werden.

Konzentriertes Lernen mit Tablet

„An meiner Grundschule in Lilongwe, der Hauptstadt von Malawi, haben wir 968 Schüler und 19 Lehrer. In unseren Klassenräumen sitzen häufig mehr als 80 Kinder, manchmal 120 und in einigen Schulen in Malawi sogar bis zu 250. Da ist es natürlich schwer, für Konzentration zu sorgen oder einzelne Schüler gezielt zu fördern.

Doch wir haben es gut. Seit 2013 sind wir Teil des Projektes „Unlocking Talent through Technology in Malawi“: In unserer Schule wurde ein Lernzentrum eingerichtet – mit 30 Tabletcomputern, an denen die Schüler eigenständig arbeiten können. Wir teilen sie seitdem in Gruppen ein und schicken sie täglich ins Lernzentrum. Dort hat jeder Schüler das Tablet eine halbe Stunde am Tag für sich. Der digitale Lehrer stellt ihm Fragen – in unserer Sprache Chichewa – und der Schüler beantwortet sie. Auch die Beispiele in den Übungen sind an unsere Lebensbedingungen angepasst.

Die Schüler machen das gut! Vor allem aber lernen sie in ihrer eigenen Geschwindigkeit, was in großen Klassen kaum möglich wäre. Im normalen Unterricht können wir später beobachten, dass die Kinder viel besser mitmachen. Manche Inhalte kennen sie schon und können sie wiederholen und anwenden. Die Schüler sind motiviert und kommen gern zur Schule, weil sie besser mitkommen. Manchmal kommen sogar Schüler von anderen Schulen vorbei, die gern selbst am Computer lernen würden.

Quelle
Cover CHANCEN „Innovation“

Die Berichte sind erschienen in CHANCEN Frühjahr/Sommer 2018 „Neue Ideen erhellen die Welt“.

Zur Ausgabe

Das freut uns – besonders auch, weil die deutsche Bundesregierung über die KfW Entwicklungsbank das Projekt zukünftig unterstützen wird. Mit dieser Förderung können 200 weitere Lernzentren eingerichtet werden, in denen etwa 200.000 Schüler von den neuen Möglichkeiten profitieren.“

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 31. Juli 2018

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Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 die Agenda 2030. Ihr Herzstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs). Unsere Welt soll sich in einen Ort verwandeln, an dem Menschen ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig in Frieden miteinander leben können.