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Gesundheit

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Deutsche Medizintechnik ist gefragt

Die Nachfrage nach Medizintechnik aus Deutschland wächst auf dem globalen Markt. Isabel Thywissen, Gesundheitsexpertin der KfW-Tochter DEG, spricht im Interview über Investitionschancen in Entwicklungs- und Schwellenländern und Fördermöglichkeiten für deutsche mittelständische Unternehmen.

Zur Person
Isabel-Thywissen

Als Gesundheitsexpertin beschäftigt sich Isabel Thywissen bei der DEG mit Finanzierungsprojekten im Gesundheitswesen.

Der Gesundheitsmarkt wächst, speziell in Schwellenländern. Welche Länder oder Regionen boomen am stärksten?

ISABEL THYWISSEN: Generell kann man sagen, dass die Nachfrage nach Finanzierungen im Gesundheitsbereich derzeit in Asien, speziell Südostasien, am größten ist. Die DEG begleitet beispielsweise derzeit zwei Vorhaben in Vietnam. Hier geht es um die Erweiterung und Modernisierung bestehender Krankenhäuser und die Nutzung digitaler Techniken.

Welche Produkte deutscher Unternehmen sind besonders gefragt?

Nachgefragt werden vor allem Apparate für bildgebende Verfahren, aber auch Implantattechnik. Laut einer Medizintechnikstudie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) wird die globale Nachfrage nach deutscher Medizintechnik bis 2020 um rund fünf Prozent jährlich wachsen. In Entwicklungs- und Schwellenländern sind zunehmend innovative Produkte von Interesse, vor allem in den Bereichen Medizintechnik, Pharmazie und digitale Techniken. So könnten Smartphones zur schnellen Prozessabwicklung in der Krankenhausorganisation eingesetzt werden oder Biosensoren, die zum Beispiel Muskelkontraktionen oder Temperaturschwankungen messen und an die Hardware melden.

Wir fördern

Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft unterstützt deutsche Unternehmen im Ausland mit langfristigen Finanzierungen und qualifizierter Beratung.

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Wo sehen Sie die größten Chancen für mittelständische deutsche Firmen?

Die größten Chancen sehe ich in der Medizintechnik. Hier ist Deutschland nach den USA bereits jetzt zweitgrößter Exporteur der Welt. Es gibt in Deutschland viele kleinere, hoch spezialisierte Unternehmen, deren Produkte weltweit anerkannt sind. Auch aus großen traditionellen Familienunternehmen kommen für den globalen Markt bedeutende Produkte und Dienstleistungen.

Was sind Herausforderungen?

In den meisten Ländern ist der Medizinmarkt stark reguliert. In der Regel muss jedes medizinische Gerät zunächst behördlich registriert werden. Um langfristig eine erfolgreiche und nachhaltige Präsenz vor Ort zu sichern, ist deshalb eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sehr sinnvoll. In weniger entwickelten Ländern ist Wartungspersonal für technisch hoch entwickeltes Gerät nur schwierig zu finden. Wichtig ist, dass die Geräte möglichst wartungsarm sind, besonders in ländlichen Gebieten, die für Servicetechniker schwer zugänglich sind.

Wie kann die DEG Unternehmen auf dem Wachstumsmarkt Gesundheit unterstützen?

Neben unseren langfristigen Finanzierungen, die deutsche Unternehmen nutzen können, um eine eigene Produktion in Schwellen- oder Entwicklungsländern aufzubauen, bieten wir deutschen Unternehmen qualifizierte Beratung und Kontakte im Rahmen unseres weltweiten Netzwerks. Unsere Außenbüros sind dafür ein wertvoller Schlüssel. Die DEG fördert auch Machbarkeitsstudien von deutschen Unternehmen, um ihnen den Eintritt in neue Märkte zu erleichtern. Und wir unterstützen auch deutsche Firmen, die vor Ort zunächst keine größeren Investitionen planen: Mit unseren German Desks in aktuell sechs Ländern sind wir zusammen mit lokalen Partnerbanken und AHKs erste Anlaufstelle für deutsche Unternehmen und ihre lokalen Handelspartner.

Veröffentlicht auf KfW Stories am: Dienstag, 23. April 2019

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