Kinder in Schuluniform sitzen auf dem Boden in Reih und Glied
Demografischer Wandel

Demografischer Wandel

Demografie prägt die Weltwirtschaft

Immer mehr Menschen leben auf der Erde. Doch während in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden, bekommt in Afghanistan jede Frau im Durchschnitt 4,7 Kinder. Wo steigt und wo sinkt die Bevölkerungszahl? Der Blick auf unsere interaktive Weltkarte gibt Klarheit.

Zum Ende des Jahrhunderts werden auf der Welt voraussichtlich mehr als elf Milliarden Menschen leben. Zwar wird erwartet, dass die Weltbevölkerung langsamer wächst als bisher. Trotzdem kommt bis zum Jahr 2050 zur Weltbevölkerung von derzeit rund 7,4 Milliarden nochmals circa ein Drittel dazu. Dabei werden in Europa weniger Menschen leben als bisher, während in Afrika die Bevölkerung weiter stark ansteigt und in Asien der Zenit der Bevölkerungszahl in diesem Jahrhundert erreicht werden dürfte.

Die Bevölkerungsentwicklung wird wesentlich von der Geburtenzahl getrieben. Die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau ist in Afrika mehr als doppelt so hoch wie in anderen Weltregionen. Gleichzeitig leben die Menschen immer länger. Ein heute Geborener kann erwarten, im weltweiten Durchschnitt knapp 72 Jahre alt zu werden. Aber auch die Lebenserwartung bei Geburt variiert stark, von weniger als 60 Jahren in Subsahara-Afrika bis zu mehr als 80 Jahren in der Europäischen Union.

„Wir müssen für Chancengleichheit und Teilhabe an den wirtschaftlichen Erfolgen sorgen.“

Dr. Jörg Zeuner

Entsprechend verändert sich die Altersstruktur: Bis zum Jahr 2050 wird sich wohl die Zahl der Personen, die über 60 Jahre alt sind, verdoppelt haben. Nicht nur Industrienationen, auch Schwellenländer, vor allem in Asien und Lateinamerika, altern zunehmend. Afrika bleibt der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung und entsprechendem Handlungsdruck hinsichtlich Bildung, Gesundheitsversorgung und einer ökonomischem Perspektive für seine Jugend.

Geburtenziffer

1,4 Kinder

Durchschnitt pro Frau, 2010
Kinder weltweit
0 bis 2

Quellen: World Development Indicators, The World Bank; UNCTADstat, eigene Berechnungen

Quelle
Cover CHANCEN Alter

Dieser Artikel ist erschienen in CHANCEN Frühjahr/Sommer 2014 „Alter“.

Zur Ausgabe

Die Bevölkerungsentwicklung ging bisher mit einer stark wachsenden Weltwirtschaft einher; das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen erhöhte sich deutlich, die Zahl in absoluter Armut lebender Menschen konnte spürbar verringert werden. Nach wie vor ist der globale Wohlstand jedoch enorm ungleich verteilt, sowohl zwischen als auch innerhalb von Ländern.

Die Debatte um Globalisierungsgewinner und -verlierer fokussiert ebenfalls auf diesen Befund. „Wir dürfen in unseren Anstrengungen daher nicht nachlassen und müssen für Chancengleichheit und Teilhabe an den wirtschaftlichen Erfolgen sorgen“, mahnt Dr. Jörg Zeuner in seiner Funktion als KfW-Chefvolkswirt 2017 und ergänzt: „Zudem werden mit der Bevölkerung auch die ökologischen Herausforderungen wachsen.“ Industrie- und Schwellenländer sind Hauptverursacher von Treibhausgasen. Der globale Klimawandel und die Schäden treffen jedoch zuerst die ärmsten Länder, deren Anpassungsfähigkeit am geringsten ist. Wanderungsbewegungen vom Land in die Stadt und die daraus folgende Urbanisierung sind ebenfalls zu bewältigen. Herausforderungen gibt es also im Überfluss.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Mittwoch, 23. August 2017

Aktualisiert am: Dienstag, 30. April 2019