Junge mit Tablet
Bildung

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Tablets zur Talententfaltung

In Malawi gibt es viele Schulabbrecher und Analphabeten. Denn die Schulklassen sind überfüllt und die gezielte Förderung einzelner Schüler kaum möglich. Ein Pilotprojekt will die Bildungssituation in Malawi ändern – mithilfe von Tabletcomputern. Die KfW Entwicklungsbank steigt 2018 mit in das Projekt ein.

Die Erzählerin
Sithembile Naming'ona

Sithembile Naming'ona ist Grundschullehrerin in Lilongwe und froh darüber, dass ihre Schüler durch die Tablets gefördert und motiviert werden.

„An meiner Grundschule in Lilongwe, der Hauptstadt von Malawi, haben wir 968 Schüler und 19 Lehrer. In unseren Klassenräumen sitzen häufig mehr als 80 Kinder, manchmal 120 und in einigen Schulen in Malawi sogar bis zu 250. Da ist es natürlich schwer, für Konzentration zu sorgen oder einzelne Schüler gezielt zu fördern.

Doch wir haben es gut. Seit 2013 sind wir Teil des Projektes „Unlocking Talent through Technology in Malawi“: In unserer Schule wurde ein Lernzentrum eingerichtet – mit 30 Tabletcomputern, an denen die Schüler eigenständig arbeiten können. Wir teilen sie seitdem in Gruppen ein und schicken sie täglich ins Lernzentrum. Dort hat jeder Schüler das Tablet eine halbe Stunde am Tag für sich. Der digitale Lehrer stellt ihm Fragen – in unserer Sprache Chichewa – und der Schüler beantwortet sie. Auch die Beispiele in den Übungen sind an unsere Lebensbedingungen angepasst.

Die Schüler machen das gut! Vor allem aber lernen sie in ihrer eigenen Geschwindigkeit, was in großen Klassen kaum möglich wäre. Im normalen Unterricht können wir später beobachten, dass die Kinder viel besser mitmachen. Manche Inhalte kennen sie schon und können sie wiederholen und anwenden. Die Schüler sind motiviert und kommen gern zur Schule, weil sie besser mitkommen. Manchmal kommen sogar Schüler von anderen Schulen vorbei, die gern selbst am Computer lernen würden.

Quelle
Cover CHANCEN „Innovation“

Der Bericht ist erschienen in CHANCEN Frühjahr/Sommer 2018 „Neue Ideen erhellen die Welt“.

Zur Ausgabe

Das freut uns – besonders auch, weil die deutsche Bundesregierung über die KfW Entwicklungsbank das Projekt zukünftig unterstützen wird. Mit dieser Förderung können 200 weitere Lernzentren eingerichtet werden, in denen etwa 200.000 Schüler von den neuen Möglichkeiten profitieren.“

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 5. Juni 2018