High-End-Diagnostik
Digitale Hightech-Diagnostik mit Dreifach-EffektIm Diagnostikum Braunschweig wird ein High-End-MRT-Gerät durch vernetzte Prozesse medizinisch und wirtschaftlich sinnvoll genutzt. Eine Digitalisierungsförderung der KfW war der Hebel, der diese Investition möglich machte.
Mitte März in Braunschweig. Ein Schwerlastkran hebt ein rund sieben Tonnen schweres Magnetresonanztomografie-(MRT-)Gerät an seinen Platz im neuen Diagnostikum an der Hamburger Straße. Sieben Tonnen – so schwer sind etwa vier bis fünf Mittelklassewagen zusammen. Für die beiden Geschäftsführer Heiko Wehe und Dr. Michael Kyas markiert dieser gewichtige Moment den Übergang von der Idee zur Realität: ein Diagnosezentrum mit modernster Technik und digital vernetzten Prozessen, das für alle Vorteile hat: zusätzliche diagnostische Kapazität in der Region, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für ihre Praxis und ein Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. „Bewusst gewählt haben wir ein Hightech-MRT aus deutscher Produktion“, sagt Heiko Wehe. „Und weil es einfach eines der technologisch besten Geräte ist“, ergänzt er.
Herzstück des Zentrums ist ein aktuelles 3-Tesla-MRT-Gerät. Die hohe Magnetfeldstärke ermöglicht besonders detailreiche Bilder; zugleich sorgen moderne Technik und KI-gestützte Bildrekonstruktion für mehr Tempo und Präzision im Alltag. Im außeruniversitären Bereich zählen 3-Tesla-Geräte heute zur Spitzentechnologie.
„Das 3-Tesla-MRT und die KI-gestützte Bildgebung bringen im Alltag einen spürbaren Gewinn an diagnostischer Qualität und Geschwindigkeit“, sagt Michael Kyas. „In der Regel dauern MRT-Untersuchungen damit nur noch 10 bis 15 Minuten.“ Damit steigt auch die Anzahl der möglichen Untersuchungen pro Tag und bei gleichbleibender Qualität erhöht dies Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Praxis.
Doch die eigentliche Innovation im Diagnostikum Braunschweig liegt nicht allein in der Technik. Entscheidend ist das digitale Geschäftsmodell dahinter: Überweisende Ärztinnen und Ärzte können Termine digital buchen, Bilder und Befunde direkt abrufen und so enger in den diagnostischen Prozess eingebunden werden als in einer herkömmlichen radiologischen Praxis. Aus einer einzelnen Untersuchung wird so ein vernetzter Ablauf.
„Wir setzen außerdem auf ein Pay-per-Use-Modell“, sagt Michael Kyas. Andere Ärztinnen und Ärzte können die vorhandene Infrastruktur nutzen, ohne selbst ein eigenes Großgerät finanzieren zu müssen. Das werde seit der Praxisgründung auch schon sehr gut angenommen, ergänzt Heiko Wehe und erklärt: „Genau darin liegt die wirtschaftliche Logik des Vorhabens: Das MRT ist nicht nur Medizintechnik, sondern Teil eines digitalen Geschäftsmodells.“
Eine solche Investition ist kostenintensiv. Umso besser, dass das Konzept von Michael Kyas und Heiko Wehe auch die Finanzierungspartner überzeugte. Für das Diagnostikum erhielten sie den attraktiven ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW inkl. eines Förderzuschusses i. H. v. von 60.000 Euro. „Um unser Vorhaben realisieren zu können, war die Förderung der KfW der entscheidende Hebel“, sagt Michael Kyas. Der Antrag lief über die Hausbank des Diagnostikums Braunschweig.
Wenn Unterlagen stimmig sind und alle Beteiligten eng zusammenarbeiteten, kann auch ein komplexes Projekt zügig auf den Weg gebracht werden. Bei dem Vorhaben überzeugte das Zusammenspiel aus modernster Medizintechnik, KI und einem klaren digitalen Konzept. Das Diagnostikum Braunschweig zeigt, dass Fortschritt in der Medizin nicht von selbst entsteht. Damit aus einer Idee Wirklichkeit wird, braucht es Kompetenz, ein tragfähiges Modell, die passenden Technologien, verlässliche Partner – und manchmal einen Kran.
ERP-Förderkredit Digitalisierung
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