Stellungnahme zur Presseerklärung von Urgewald

Zu den Aussagen in der Presseerklärung von "Urgewald" vom 30.11.2011 nimmt die KfW wie folgt Stellung.

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Die KfW Bankengruppe ist einer der größten Financiers von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen weltweit. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt in den Bereichen erneuerbare Energien (z.B. Windkraft) und Energieeffizienz (z.B. energetische Gebäudesanierung). Darüber hinaus finanzieren wir - in geringem Umfang - sowohl den Bau als auch die Modernisierung von Kohlekraftwerken. Wir setzen hierbei ausschließlich auf den Einsatz hochmoderner Technologien zur Effizienzsteigerung und Wirkungsgradverbesserung der Kraftwerke. Dies ermöglicht hohe CO2-Einsparvolumina gegenüber der bestehenden Energieerzeugung vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern."

Ausschlaggebend für unsere Finanzierungen im Bereich Kohlekraft sind folgende Punkte:

  • Eine 100%-Versorgung auf Basis von erneuerbaren Energien ist in vielen Ländern erst auf längere Sicht realisierbar. Durch die Finanzierung hocheffizienter Kraftwerke wird die Einführung und Verbreitung modernster Kraftwerkstechnologie vorangetrieben.
  • Für Deutschland ergibt sich der besondere Umstand, dass aufgrund des beschlossenen beschleunigten Kernenergieausstiegs neben neuen Gaskraftwerken der Zubau von Kohlekraftwerken mittelfristig als notwendig erachtet wird. 
  • In Entwicklungs- und Schwellenländern – insbesondere in Ländern mit großen eigenen Kohlevorkommen und für deren Nachbarstaaten – sind Kohlekraftwerke auf längere Sicht eine wichtige Option für einen verbesserten Energiezugang. Sie bieten hohe Versorgungssicherheit und relativ günstige Stromgestehungskosten. Kohlekraftwerke sind ein bedeutender Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Armutsbekämpfung. Ziel der Zusammenarbeit mit den Partnerländern ist die Förderung von nachhaltigen Entwicklungspfaden durch die sukzessive Integration erneuerbarer Energien in die Energieversorgungssysteme.
  • Die Effizienzsteigerung bestehender Kohlekraftwerke ermöglicht hohe CO2-Einsparvolumina zu niedrigen CO2-Vermeidungskosten. Darüber hinaus können durch die Modernisierung von Kohlekraftwerken (z.B. Einbau von Rauchgasentschwefelungsanlagen) weitere erhebliche positive lokale und regionale Umweltwirkungen erzielt werden.

Die KfW geht dabei wie folgt vor:

  • Die KfW finanziert ausschließlich hocheffiziente Kraftwerksneubauten, die zu den emissionsärmsten Anlagen des jeweiligen Landes gehören und beste verfügbare Techniken einsetzen. Bei Modernisierungen mit Einfluss auf den Wirkungsgrad der finanzierten Kraftwerke (z.B. Maßnahmen im Bereich Kessel, Turbine, Generator, Kohlequalität etc.) streben wir eine signifikante Steigerung des Wirkungsgrades an.
  • Bei der Finanzierung von Kohlekraftwerken haben die Vermeidung und Minimierung möglicher negativer ökologischer und sozialer Wirkungen und Risiken für die KfW höchste Priorität. Bei Vorhaben in Staaten, die Mitglied der EU und/oder der OECD sind, ist deshalb für uns grundsätzlich die strikte Einhaltung der jeweiligen nationalen Vorgaben selbstverständlich. Kohlekraftwerksprojektfinanzierungen in Nicht-EU/OECD-Ländern werden von uns einer umfänglichen Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung unterzogen. Dabei müssen sich diese Projekte – neben den jeweiligen nationalen Regelungen – mindestens an den international anerkannten Standards (z.B. der Weltbankgruppe oder der EU) und, falls relevant, an spezifischen Leitlinien der Bundesregierung orientieren.
  • Die KfW IPEX-Bank hat sich ergänzend zu der Einhaltung der Äquatorprinzipien verpflichtet, geht aber in der Anwendung noch über diese hinaus. So legt sie die in den Äquatorprinzipien definierten Standards nicht nur für Projektfinanzierung ab einem Volumen von USD 10 Mio. an, sondern grundsätzlich für Projektfinanzierungen aller Größenklassen

Damit gehört die KfW Bankengruppe zu den anspruchsvollsten Financiers von Kohlekraftwerken weltweit.


Weitere Informationen

Presseerklärung von Urgewald vom 30.11.2011

 


Mittwoch, 30. November 2011

Ergänzende Informationen

Umwelt- und Klima­schutz­finanz­ierungen der KfW, Nach­haltig­keits­engage­ment und be­trieb­lich­er Um­welt­schutz.

(PDF, 153 KB, nicht barrierefrei)