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Die Dominosteine der Mauerreise des
Goethe-Instituts vor dem Brandenburger Tor
Quelle: mauerfall09.de
Anfangs schienen Joint Ventures von westdeutschen Unternehmen und ostdeutschen Kombinaten ein geeigneter Weg, um sich wirtschaftlich näher zu kommen. Bereits um die Jahreswende 1989/1990 erreichten die KfW erste Finanzierungsanfragen für Ost-Westdeutsche Gemeinschaftsunternehmen. Doch nachdem im Frühjahr 1990 die Weichen für die staatliche Einheit gestellt wurden, waren die geplanten Joint Ventures bereits überholt und die KfW-Förderung nahm sehr schnell konkretere Formen an.
Im Februar 1990 begann die KfW über das Modernisierungsprogramm des ERP-Sondervermögens und ab Juli über ihr eigenes Mittelstandsprogramm, Kleinbetrieben in der DDR zu helfen. Auch die ehemaligen Kombinate konnten ab Juni 1990 über das KfW-Anschubprogramm ihre dringendsten Investitionen finanzieren. Parallel dazu förderte die Deutsche Ausgleichsbank, die 2003 mit der KfW fusionierte, die Gründung mittelständischer Unternehmen. Diese finanzielle Unterstützung war sehr wichtig - mindestens genauso wichtig war jedoch auch die Beratung. Und so errichtete die KfW im März 1990 ihr erstes Beratungszentrum im Hotel Metropol in der Friedrichstraße. Insgesamt hat die KfW seit 1990 82 Mrd. Euro für die gewerbliche Wirtschaft zugesagt.
Neben dem Aufbau eines Mittelstands war die Förderung kommunaler Investitionen, insbesondere im Umweltschutz ein zentrales Thema für die KfW. Bereits im Februar 1990 wurden die Umweltkreditprogramme des ERP-Sondervermögens und im Juli die KfW-Umweltschutzprogramme auf die neuen Bundesländer übertragen. Im September 1990 schließlich wurden KfW und DtA mit der Durchführung des neu entwickelten Kommunalkreditprogramms beauftragt. Die Kredite wurden von den Kommunen sehr rege nachgefragt. In den letzten 20 Jahren hat die KfW den Aufbau der kommunalen Infrastruktur in den neuen Ländern mit Krediten über 18 Mrd. Euro unterstützt.

Quelle: KfW Bankengruppe
Am augenscheinlichsten war der Beitrag der KfW in der Wohnungswirtschaft. Im Oktober 1990 wurde das Wohnraummodernisierungsprogramm aufgelegt, das sich sehr schnell zu einem Programm der Superlative entwickelte und in den Folgejahren immer wieder aufgestockt wurde. Anfangs waren es vor allem private Hausbesitzer, die mit viel Eigenleistung und den günstigen KfW-Krediten ihre Häuser instand setzten. Später kam auch die Modernisierung der Plattenbauten in Gang, nachdem die Frage der Altschulden geklärt war. Bis heute flossen 60 Mrd. Euro von der KfW in die Modernisierung und Sanierung von Wohnungen, damit konnten 61 Prozent aller Wohnungen in Ostdeutschland saniert werden.
Möglich waren diese großen Erfolge auch, weil die KfW auf vorhandene und bewährte Förderprogramme und auf noch erhebliche Mittel aus dem amerikanischen Marshallplan zurückgreifen konnte. Während die Sowjetunion nach den II. Weltkrieg den Ostblock-Staaten untersagte, die Hilfsgelder aus dem Marshall-Plan in Anspruch zu nehmen, wurden die Gelder in Westdeutschland als Kredite für den Wiederaufbau ausgezahlt. Die im Laufe der Jahre zurückgeflossenen Summen wurden langfristig im ERP-Fonds angelegt und standen nun auch dem Wiederaufbau in der DDR zur Verfügung.
"Kaum jemand weiß, dass auf diese Weise mehr Gelder aus dem Marshall-Plan in die neuen Länder geflossen sind als in die alten Länder", so Schröder. Während der Wiederaufbau in der Bundesrepublik mit 3,7 Milliarden D-Mark aus dem Marshall-Plan finanziert wurde, flossen in die neuen Länder 19 Milliarden D-Mark.

"Wiederaufbau, Welt und Wende. Die KfW - eine Bank mit
öffentlichem Auftrag"
von Heinrich Harries, Frankfurt am Main 1998