Molkereimitarberin mit Käselaib im Lagerraum
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Ein Käse aus Europa für die Welt

Der norwegische Lebensmittelhersteller TINE baut eine moderne Molkerei in Irland – mit europäischer Technik, in der „Made in Germany“ steckt. Ein grenzüberschreitendes Vorzeigeprojekt.

Käselaibe im Lager
Lagerung

Vier Wochen braucht der Jarlsberg®-Käse, um seine charakteristischen Löcher zu entwickeln. Danach reift er im Kühlhaus weiter – Wochen oder Monate, je nach gewünschter Intensität.

Europa funktioniert als wirtschaftliche Einheit, auch über die Grenzen der EU hinweg. Um das zu verdeutlichen, ließe sich über Kapitalströme und Warenverkehr sprechen, über Binnenmarkt und Handelsverträge. Oder einfach über den Jarlsberg®-Käse.

Der norwegische Traditionskäse ist in vielen Ländern der Welt erhältlich. Er besteht aus Kuhmilch, die in der Molkerei pasteurisiert und rund dreißig Stunden auf die Reifung vorbereitet wird. Im Laufe der nächsten vier Wochen entwickelt der Käse seine charakteristischen Löcher und anschließend reift er mehrere Wochen bis Monate im Kühlhaus, je nach gewünschter Intensität.

Für die Nachfrage aus dem Ausland, speziell aus Kanada, Australien, der EU und den USA, brauchte der norwegische Produzent TINE eine zusätzliche Herstellungsstätte. Die geplante Molkerei sollte umweltfreundlich, energieeffizient und leistungsstark sein, angelegt auf eine Jahresproduktion von rund 20.000 Tonnen Käse. Diese Menge entspricht etwa 600.000 Litern Milch, die täglich zu rund 60.000 Kilo Käse verarbeitet werden. Das klingt nach viel – und es ist viel! Die Frage nach Standort und Ausstattung war also eine große Entscheidung für TINE. Und sie fiel im Sinne Europas aus.

Molkereiwerk TINE SA, Irland
Optimaler Standort

Die Kühe von Tim O’Mahony (l.) stehen auf einer Weide nahe der neuen Molkerei. Jeden zweiten Tag wird ein Milchtanker von Dairygold seinen Hof anfahren und die frische Rohmilch abholen. Der irische Landwirt und TINE-Projektleiter Halvor Rognstad (r.) freuen sich über die Zusammenarbeit in einem grenzenlosen Europa.

Irische Kuhmilch für norwegischen Käse

Die neue Molkerei befindet sich in Irland, auf einer der vielen grünen Wiesen in der südirischen Grafschaft Cork. Hier gibt es Kühe, hier gibt es Milch – und hier gibt es die Molkereigenossenschaft Dairygold. „Ausschlaggebend für die Standortwahl in Irland war eine lange Beziehung zwischen TINE und Dairygold“, sagt Halvor Rognstad, der Projektleiter des norwegischen Lebensmittelherstellers. Rund 800 Höfe der irischen Molkereigenossenschaft werden ab Oktober 2019 die Milch für den norwegischen Käse liefern. Auch die Kühe von Bauer Tim O’Mahony gehören dazu. Ihre Weide ist in der Nähe der neuen Molkerei gelegen, wie die meisten anderen Zulieferhöfe auch. Jeden zweiten Tag wird ein Milchtanker von Dairygold ihren Hof anfahren und die frische Rohmilch abholen.

Noch ist es nicht so weit, noch sind Anlagenbauer aller Fachrichtungen auf dem Grundstück am Werkeln. Die Molkereianlage wird mit fortschrittlichster Umwelttechnik ausgestattet, einem Wärmerückgewinnungssystem, umweltfreundlichen Kühlmitteln, einer Abwasseraufbereitungsanlage. „Die Kreditvergabe basiert auf einer langjährigen Kundenbeziehung zwischen KfW IPEX-Bank und TINE. Wir hatten zum Beispiel schon die Erneuerung der Lkw-Flotten von Euro 4 auf Euro 6 begleitet“, erklärt Dominik Trayer, Projektmanager der KfW IPEX-Bank. „TINE schaut sehr verantwortungsvoll auf seine CO₂-Bilanz, hält sämtliche EU-Anforderungen vorbildlich ein und investiert nachhaltig in Europa. Bei dem Molkereiprojekt tätigt das Unternehmen die Investition noch dazu außerhalb Norwegens in einem Euro-Land.“

Wir finanzieren

Die KfW IPEX-Bank unterstützt den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen auf den globalen Märkten.

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Ein durch und durch europäisches Projekt

Das Gesamtinvestitionsvolumen für die neue Molkerei liegt bei 77 Millionen Euro. Die KfW IPEX-Bank stellt das benötigte Fremdkapital in Höhe von 50 Millionen Euro zur Verfügung. „Mit der Finanzierung unterstützt die KfW IPEX-Bank zahlreiche Unternehmen der europäischen Exportwirtschaft“, erklärt Dominik Trayer.

Tine Molkerei
Hochmodern

Die Molkereianlage nutzt fortschrifttliche Umwelttechnik: Wärmerückgewinnungssystem, umweltfreundliche Kühlmittel und eine Abwasseraufbereitungsanlage.

„Einkaufsmärkte, Absatzmärkte: Das lässt sich in Europa gar nicht mehr trennen. Wenn in einem europäischen Land investiert wird, gibt es immer auch Querverbindungen in andere europäische Staaten.“ In diesem Fall bedeutet das: Die Technik für die Molkerei stammt von europäischen Zulieferern etwa aus Irland, Großbritannien, Schweden, Dänemark, Italien, der Schweiz, den Niederlanden und indirekt auch aus Deutschland.

Von der neuen Molkerei profitieren also nicht nur eine norwegische Firma und irische Farmer, sondern zahlreiche europäische Volkswirtschaften und Käsekonsumenten auf verschiedenen Absatzmärkten weltweit. Der Bau der Anlage hat in vielen Ländern Arbeitsplätze gesichert. Mit der Inbetriebnahme der Molkerei im Oktober werden weitere rund fünfzig hoch qualifizierte Arbeitsplätze vor Ort geschaffen. Der Jarlsberg®-Käse ist ein Käse aus Europa für die Welt.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 2. Juli 2019

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