Koko Networks – digitale Bestellstationen in Afrika
Unternehmen

Unternehmen

E-Commerce am Kiosk

Das kenianische Unternehmen KOKO Networks bringt Lieferanten, Händler und Verbraucher zusammen – an digitalen Bestellstationen in kleinen Läden. Ein moderner Küchenherd macht den Anfang im Onlinehandel.

Koko Networks – digitale Bestellstationen in Afrika
Smartes System

An der Bestellstation kann man nicht nur den Herd kaufen, sondern später immer wieder auch das dafür benötigte Ethanol nachfüllen.

Nairobi. Das Leben pulsiert. Die Hauptstadt von Kenia ist eine international geprägte Metropole, hat über drei Millionen Einwohner. Viele Menschen sind unterwegs, der Verkehr staut sich in den Straßen. Ein junger Mann steigt aus einem Bus, schlendert über einen Markt. Er sagt in die Kamera: „Vergiss die Einkaufszentren.“ Und: „Deine Währung ist auf deinem Smartphone.“ Und: „Die Zukunft des Geschäftslebens – schneller, smarter, einfacher.“ Die Szene stammt aus einem Werbefilm des kenianischen Unternehmens KOKO Networks, das in Nairobi gegründet wurde.

KOKO bietet eine intelligente Handelsplattform, die Lieferanten, Händler und Verbraucher zusammenbringt: Seit dem vergangenen Jahr hat das Unternehmen in Nairobi 15 sogenannte KOKOpoints aufgestellt, bis zum Jahresende sollen es 1.000 sein. KOKOpoints sind per Cloud vernetzte E-Commerce-Kioske, an denen man einkaufen kann. Sie werden über ein Franchisesystem an Supermärkte und kleine Läden vergeben.

Wir finanzieren

Die DEG kofinanziert das Netzwerk der KOKOpoints aus ihrem Up-Scaling-Programm, um den Handel mit innovativen Produkten in afrikanischen Städten zu fördern.

Mehr erfahren

Das erste Produkt, das KOKO verkauft, ist der Küchenherd SmartCook, der mit flüssigem Ethanol betrieben wird. Um ihn am KOKOpoint zu kaufen, legt man am Touchscreen einen Account an und bezahlt bargeldlos mit dem Smartphone. Nach der Bestellung steht der SmartCook innerhalb von 24 Stunden zur Abholung im Laden bereit. Ein Kanister wird mitgeliefert, das Ethanol kann man am KOKOpoint nachfüllen. Ein SmartCook mit Kanister kostet umgerechnet rund 40 Euro. Die Ethanollieferkette managt KOKO ebenfalls: Eine Flotte Tanklaster versorgt die KOKOpoints mit Brennstoff. Die Wege der Laster werden über eine Daten-Cloud gesteuert. So wissen die Fahrer immer genau, wie viel Ethanol gerade wo benötigt wird.

KOKO Networks - E-Commerce am Kiosk
Zufriedene Kunden

Eine SmartCook-Käuferin in Nairobi.

Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, ein Tochterunternehmen der KfW, kofinanziert das Vorhaben mit einem zinsfreien Darlehen in Höhe von 500.000 Euro aus dem Up-Scaling-Programm. „Damit helfen wir jungen Unternehmen, ein innovatives Geschäftsmodell zu skalieren“, erklärt Dr. Tobias Bidlingmaier, Teamleiter Up-Scaling bei der DEG. Er ist überzeugt davon, dass dieses Modell Perspektive hat: „Es schafft Arbeitsplätze und die Ladenbesitzer haben eine weitere Verdienstmöglichkeit. Es könnte in Zukunft eine Art kleines Amazon werden.“ Außerdem: „In Kenia ist es weit verbreitet, mit Holzkohle zu kochen – eine gesundheitliche Katastrophe. Der SmartCook ist eine günstige, schnelle und sichere Alternative. Mit ihm kann man sofort kochen, wenn man den Hahn aufdreht. Das ist eine enorme Erleichterung für die Menschen.“

Das zeigt auch der Werbefilm: Der Mann trifft auf eine Frau, die vergeblich versucht, ihren Kohleherd anzufeuern. Ihre Hände sind verrußt, sie hustet. Er zeigt ihr, wie man am KOKOpoint den SmartCook bestellt – damit lästiges Anzünden und schmutzige Hände der Vergangenheit angehören. Bald sollen weitere Produkte hinzukommen, zum Beispiel SmartCook-Zubehör und weitere Küchenhelfer.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Donnerstag, 7. Juni 2018