Jobs im Kongo für den Frieden
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Jobs sollen Frieden stiften

Viele Kongolesen kennen ein Leben ohne bewaffnete Konflikte und Bedrohungen für ihr Leben gar nicht. Der Friedensfonds der KfW hilft dabei, im Kongo eine funktionierende Zivilgesellschaft aufzubauen, und soll Alternativen zu Kampf und Kriminalität bieten.

Arzt im Kongo untersucht ein Kleinkind
Stabile Strukturen

Um den Frieden im Kongo zu sichern, müssen stabile Strukturen geschaffen werden. Hier setzt der Friedensfonds der KfW an, mit dem bereits Gesundheitsstationen und Schulen gebaut wurden.

In vielen Regionen des Kongo leidet die Zivilbevölkerung schwer unter den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und verschiedenen Rebellenmilizen. Ein Leben in Frieden ist kaum möglich. In östlichen Provinzen wie Nord-Kivu etwa hat die bewaffnete Gruppe M23 gewütet. Gewalttätige Konflikte bestimmen im zweitgrößten Land Afrikas den Alltag.

Mehr als zwei Millionen Menschen fliehen von einer Krisenregion in die nächste und müssen immer wieder von vorne anfangen. Die Lage bleibt schwierig und unberechenbar, die Perspektiven fehlen. Aus der Not heraus rutschen viele Kongolesen in die Kriminalität, arbeiten illegal in Minen oder schließen sich ihrerseits den Rebellengruppen an.

Ob Schulen, Straßen oder Sanitätseinrichtungen, jahrzehntelange Kriege in der Demokratischen Republik Kongo haben vieles zerstört, den Großteil der Infrastruktur ebenso wie das Vertrauen in staatliche Strukturen. Hier setzt der Friedensfonds der KfW an. Seit 2007 unterstützt der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit rund 76,6 Millionen Euro gemeinsam mit der kongolesischen Regierung die Bevölkerung des Landes.

In Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und lokalen Initiativen werden Infrastrukturprojekte finanziert, die es den Menschen ermöglichen, eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ihre Lebensbedingungen zu verbessern sowie die unmittelbaren Vorteile des Zusammenlebens ohne Gewalt zu erfahren. Das Engagement der Bundesregierung soll somit Perspektiven für eine Zukunft im eigenen Land eröffnen.

Die große Aufgabe ist laut Karin Derflinger, die das KfW-Büro in der Hauptstadt Kinshasa vier Jahre lang bis zum Herbst 2017 geleitet hat, dem „Do-No-Harm“-Ansatz gerecht zu werden: geeignete Projekte auszuwählen, ohne dabei bestimmte Interessensgruppen oder Ethnien zu bevorzugen. Maßnahmen müssten daher „konfliktsensibel“ gestaltet werden, indem man etwa lokale Mitarbeiter einsetzt. Sie können einschätzen, was die Bevölkerung wirklich braucht, und kennen die Motive einzelner Gruppen. Weitere Konflikte könnten dann frühzeitig erkannt und abgefedert werden.

Jobs im Kongo für den Frieden
Wiederaufbau

„Langfristig soll der Friedensfonds, verbunden mit verbesserten Einkommensmöglichkeiten, zu Stabilität und Frieden im Kongo beitragen“, sagt Karin Derflinger, die das KfW-Büro in Kinshasa vier Jahre lang geleitet hat.

„In Regionen wie Nord-Kivu oder Süd-Kivu im Ostkongo sind viele Rebellen unterwegs, hier bewegen wir uns in einem sicherheitskritischen Gebiet“, sagt Karin Derflinger über die Gefahren, denen Mitarbeiter vor Ort begegnen.

Doch der Einsatz lohnt sich: Mehr als 60 Projekte konnten bereits durch den Friedensfonds umgesetzt werden, unter anderem wurden Gesundheitsstationen und Schulen gebaut, Märkte organisiert, Brunnen gebohrt oder auf Feldern Reisbewässerungen betrieben.

„Um den Frieden langfristig zu sichern, müssen erst einmal stabile Strukturen geschaffen werden“, sagt Karin Derflinger. „Damit geben wir Starthilfe, kurbeln die Wirtschaft an und schaffen kurzfristig Arbeitsplätze.“ Mit dem Bau der kommunalen Infrastruktur würden nicht ausländische Organisationen, sondern Kongolesen beauftragt, die dabei ihr Geld selbst verdienen und motiviert werden, den Wiederaufbau ihres Landes weiter voranzutreiben.

In der kommenden Phase des Programms will sich die KfW auf die Provinzen Ituri, Süd-Kivu und Nord-Kivu konzentrieren, wo es unlängst gelungen ist, die bewaffnete Gruppe M23 zu vertreiben.

Noch ist die Situation in der Region schwierig. „Langfristig soll der Friedensfonds, verbunden mit verbesserten Einkommensmöglichkeiten, zu Stabilität und Frieden im Kongo beitragen“, sagt Karin Derflinger.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Dienstag, 12. Dezember 2017

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Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 die Agenda 2030. Ihr Herzstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs). Unsere Welt soll sich in einen Ort verwandeln, an dem Menschen ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig in Frieden miteinander leben können.