Ein Mann aus Togo benutzt ein Handy
Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Bürgerbefragung per SMS

In einer der größten Städte Togos stimmen Bürger mit Kurznachrichten über aktuelle Projekte der Stadtplanung ab. Ob Verbesserung der Müllentsorgung oder Umplanung des Marktplatzes wird die Bürgerbeteiligung durch Mobiltelefone erleichtert.

Die Autorin
Portrait einer Sozialarbeiterin aus dem westafrikanischen Togo

Morou Aïchatou Tènè ist Sozialarbeiterin in Togo und freut sich über die Möglichkeit der Mitbestimmung in ihrer Heimatstadt. Almut Steinecke hat ihre Geschichte aufgeschrieben.

„In meiner Heimatstadt Sokodé, einer der größten Städte Togos, können die Bürger per Telefon Einfluss auf die Stadtplanung ausüben: Beim sogenannten Bürgerfeedback können wir an Umfragen der Stadtverwaltung zu Maßnahmen teilnehmen, die die Infrastruktur von Sokodé und anderen Städten verbessern und die von der KfW mit insgesamt fünf Millionen Euro gefördert werden.

Die Umfragen werden uns Bürgern per SMS geschickt, und auf demselben Wege senden wir unsere Antworten an die Stadt zurück – kostenlos und unerkannt: Unsere Telefonnummern werden vom IT-System automatisch anonymisiert, tauchen also nicht in der Datenbank mit den Antworten auf. Die Ergebnisse werden im Lokalradio und im Stadtrat diskutiert.

Ich habe gleich bei drei Umfragen mitgemacht: Eine Umfrage bezog sich darauf, wie man die Müllentsorgung in der Stadt verbessern könne; die Mehrheit stimmte für die Einrichtung von Müllsammelstellen. Eine andere Umfrage diskutierte, wie man mit dem frei herumlaufenden Vieh auf unseren Straßen umgehen solle. Die Tiere haben bereits schwere Verkehrsunfälle verursacht. Bei der dritten Umfrage ging es um unsere Märkte in Sokodé. Die Umfrage beschäftigte sich damit, was man bei der geplanten Sanierung von zwei großen Marktplätzen berücksichtigen sollte.

QUELLE
Cover CHANCEN Erfolg in der digitalen Welt

Dieser Artikel ist erschienen in CHANCEN Frühjahr/Sommer 2017 „Erfolg in der digitalen Welt“.

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Ich habe betont, dass es wichtig wäre, wenn jeder Markt eine eigene medizinische Versorgungsstation hätte und jeweils einen Kindergarten, in dem Kinder der Markthändlerinnen betreut werden und spielen können. Mit den Umfragen kann ich mich aktiv an der Entwicklung meiner Stadt beteiligen – das ist ein gutes Gefühl.“

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Donnerstag, 16. November 2017

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