Wasserversorgung in Jordanien mit Wassertanks
Gesellschaftlicher Zusammenhalt

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Flüchtlingshilfe weltweit

Die KfW unterstützt Flüchtlinge und Gemeinden, die sie aufnehmen. Mit den Maßnahmen werden Fluchtursachen weltweit bekämpft. Rund 1,65 Milliarden Euro fließen in 75 internationale Hilfsprojekte. Sieben Beispiele.

Bessere Wasserversorgung in Äthiopien

Äthiopien ist eines der Länder Afrikas, die am meisten Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit leben dort über 840.000 Flüchtlinge. Viele stammen aus dem Nachbarland Südsudan, das von schweren Kämpfen erschüttert wird. Die meisten Flüchtlinge kommen zunächst ins Bundesland Gambella, eine der ärmsten Regionen Äthiopiens.

Seit Anfang 2017 wurden hier rund 40.000 Neuankömmlinge registriert, so dass nun mehr als 364.000 südsudanesische Flüchtlinge – vor allem Frauen und Kinder – in dem Bundesstaat Schutz gesucht haben. Für die Menschen ist nicht genügend sauberes Wasser vorhanden. Durchfall und weitere Erkrankungen wie Cholera sind daher weit verbreitet.

Eine Frau füllt Wasser in Äthiopien ab
Rares Gut

Um die Flüchtlinge in Äthiopien mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, braucht das Land Unterstützung.

Die KfW Entwicklungsbank finanziert im Auftrag der Bundesregierung Maßnahmen, um Krankheiten zu reduzieren, die durch verschmutztes Wasser ausgelöst werden. Die Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung der Flüchtlinge und der aufnehmenden Gemeinden werden verbessert.

Empfänger und Projektträger der Mittel ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Insgesamt 6,5 Mio. EUR stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für dieses Vorhaben mit einer Laufzeit von drei Jahren bereit.

Die verschiedenen Wasserversorgungsmaßnahmen sollen rund 35.000 Menschen aus den umliegenden Gemeinden und 70.000 Flüchtlingen im neuen Flüchtlingslager Nguenyyiel zu Gute kommen. Außerdem werden alle Flüchtlinge in den Camps sowie die Einwohner angrenzender Gemeinden von den Hygieneaufklärungsmaßnahmen sowie einer verbesserten Sanitärversorgung profitieren, insgesamt etwa. 275.000 Personen Menschen.

Wasser, Solarleuchten und Marktstände in Südsudan

Viele Südsudanesen leiden unter extremer Armut. Das gilt besonders auf dem Land. Große Teile der Bevölkerung sind unterernährt, die Mütter- und Kindersterblichkeit gehört zu den höchsten der Welt. Der anhaltende Konflikt und die Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen verschlimmern die Ernährungskrise weiter. Die Situation der mehr als zwei Millionen Binnenvertriebenen ist dabei besonders prekär.

Wassermangel in Südsudan
Wasserversorgung

Um Bewohnern und Fllüchtlingen in Südsudan Zugang zu Wasser zu ermöglichen, wurden unter anderem Regenauffangbecken errichtet.

Im Auftrag der Bundesregierung finanziert die KfW mit 7,35 Millionen Euro seit Anfang 2015 eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, um die Situation der Flüchtlinge aufnehmenden Gemeinden und Rückkehrer im Südsudan zu verbessern. Die Mittel stammen aus der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Aufgrund der andauernden Konfliktsituation im Südsudan ist die Kooperation mit staatlichen Stellen derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb kooperiert die KfW für die Umsetzung des Projekts vor Ort mit der französischen Nichtregierungsorganisation Agence d‘Aideàla Coopération Technique et au Développement (ACTED).

Das Vorhaben ist auf strukturbildende Maßnahmen ausgerichtet, die schnelle Wirkungen entfalten. Bisher wurden in den Flüchtlingscamps Gendrassa und Doro drei Regenauffangbecken gebaut, um Vieh mit Wasser versorgen zu können, 60 Solarleuchten an Wasserversorgungsstellen installiert und drei Abfallverwertungsanlagen errichtet.

Ein neues Trainings- und Ausbildungszentrum wurde errichtet. 70 neu gebaute Marktstände stärken die wirtschaftliche Infrastruktur in der Stadt Awerial, die besonders viele Binnenflüchtlinge beherbergt. Baum- und Pflanzenschulen wurden gegründet, um gegen die fortschreitende Abholzung und Bodendegradierung vorzugehen.

Inzwischen sind über 90 Prozent der Einzelmaßnahmen erfolgreich beendet und die Verantwortung an Gemeinden und lokale Behörden übertragen. Etwa 170.000 Menschen profitieren von den Maßnahmen, die das friedliche Zusammenleben stärken und eine Basis für Entwicklung legen.

Sauberes Wasser für Jordanien

AFD

Die Agence Française de Développement (AFD) ist die französische Entwicklungsbank und ein wichtiger Partner der KfW in der Finanziellen Zusammenarbeit. Die gemeinsam von AFD und KfW finanzierten Entwicklungsvorhaben belaufen sich inzwischen auf rund eine Milliarde Euro. Beide Banken gehören zum Netzwerk der Entwicklungsbanken IDFC.

Jordanien hat allein nach offiziellen Angaben 670.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Es wird geschätzt, dass es mehr als eine Million sind – dabei liegt die eigene Bevölkerungszahl bei nur etwa 6,5 Millionen.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass Jordanien zu den wasserärmsten Ländern der Welt gehört. Im Auftrag des BMZ unterstützt die KfW das Land bei der Trinkwasserversorgung und beim Bau von Wasser- und Abwasserleitungen sowie von Kläranlagen.

Wassertank in Jordanien wird mit frischem Trinkwasser befüllt
Wasser in die Wüste

1,5 Millionen Menschen zusätzlich mit Wasser versorgen – dabei braucht Jordanien Hilfe.

Insgesamt 78,5 Millionen Euro hat die KfW in den vergangenen vier Jahren bereits in das Krisen-Wasserprogramm investiert. Jetzt verstärkt sie ihr Engagement noch. Ende Juli 2017 unterzeichnete die KfW mit der jordanischen Regierung Verträge über Zuschüsse in Höhe von 40 Millionen Euro. Zusätzlich sollen Darlehen in gleicher Höhe in die Region fließen.

Weitere 72 Millionen Euro investieren die französische Entwicklungsbank AFD und die Europäische Union in Gemeinden im Norden Jordaniens. In der Provinz Irbid wird so im Rahmen der gemeinsamen europäischen Initiative rund einer Million Menschen geholfen. Darunter sind 200.000 Flüchtlinge aus Syrien.

Frieden sichern im Kongo

Baustelle eines Universitätsgebäudes in Kongo
Soziale Infrastruktur

Im Kongo werden unter anderem Krankenhäuser und Schulen gebaut.

Die Demokratische Republik Kongo ist ein fragiler Staat. Jahrzehnte kriegerischer Auseinandersetzung und schlechter Regierungsführung haben die staatliche Autorität weitgehend aufgelöst. Knapp drei Millionen Menschen sind Flüchtlinge im eigenen Land.

Im Auftrag der Bundesregierung hat die KfW gemeinsam mit der kongolesischen Regierung schon 2007 einen Friedensfonds aufgelegt. Straßen, Schulen und Krankenhäuser werden instand gesetzt, landwirtschaftliche Flächen wiederhergestellt und Arbeitsplätze geschaffen.

Diese sichtbaren Verbesserungen der Lebensbedingungen fördern ein friedliches Zusammenleben. Bisher haben mehr als 60.000 Menschen direkt und über zwei Millionen Menschen indirekt von den Maßnahmen profitiert.

Bildungsprogramme im Libanon

Syrische Flüchtlingskinder in Libanon
Blick in die Zukunft

Damit sie zur Schule gehen können, unterstützt die KfW Bildungsprojekte im Libanon.

Im Libanon sind etwa 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge offiziell registriert. Die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur vor allem in den grenznahen Bezirken ist jedoch nicht auf so viele zusätzliche Menschen ausgelegt.

Die KfW unterstützt deshalb im Auftrag des BMZ den Schulbesuch von Kindern sowohl aus Syrien als auch aus dem Libanon, um eine verlorene Generation ohne Bildungsabschluss zu verhindern. Viele Schulen sind überfüllt, oft sitzen die Kinder zu dritt oder viert in einer Bank.

Seit 2014 sind 197 Millionen Euro in Bildungsprogramme von UNICEF geflossen. Etwa 430.000 Kinder, 210.000 libanesische und 220.000 syrische, können dadurch regelmäßig in die Schule gehen.

Handwerker weiterbilden im Irak

Die KfW fördert

Welche Projekte zur Flüchtlingshilfe die KfW im In- und Ausland außerdem unterstützt.

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Im Irak fehlt es für den Wiederaufbau des Landes an Know-how und gut ausgebildeten Fachkräften. Das deutsche Familienunternehmen Knauf, Hersteller von Baustoffen auf Gipsbasis, betreibt seit Ende 2015 in Bagdad ein Trainingscenter für Trockenbau. Dort sollen jährlich mindestens 300 irakische Handwerker sowie 200 Architekten und Ingenieure ausgebildet werden.

Dies schafft Zukunftsperspektiven für junge Menschen – ein wesentlicher Faktor bei der Bekämpfung von Fluchtursachen. Die KfW-Tochter DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH – hat das Vorhaben aus Mitteln des develoPPP.de-Programms des BMZ kofinanziert.

Not lindern in Syrien

Quelle
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Dieser Artikel ist erschienen in CHANCEN Frühjahr/Sommer 2016 „Wanderungen“.

Zur Ausgabe

Für die notleidende Bevölkerung in Syrien hat die KfW einen Wiederaufbaufonds geschaffen: den Syria Recovery Trust Fund. Er soll die Grundversorgung der Menschen mit Energie, Wasser, Lebensmitteln, Bildung und Gesundheitsdienstleistungen sichern und so die Lebensperspektiven im eigenen Land verbessern.

Auftraggeber sind 13 Staaten, die in einen Multigeber-Treuhandfonds einzahlen. 135 Millionen Euro wurden bisher bereitgestellt. In den von der gemäßigten Opposition kontrollierten Gebieten werden derzeit 26 Einzelvorhaben gefördert.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Freitag, 1. September 2017

Aktualisiert am: Freitag, 1. September 2017