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Meldung vom 01.07.2015 / KfW

25 Jahre Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion: Was wurde eigentlich aus dem DDR-Geld?

Heute vor genau 25 Jahren – am 1. Juli 1990 – hielt die D-Mark Einzug in die Konten und Geldbeutel der DDR-Bürger. Noch vor der politischen Einheit beider deutscher Staaten am 3. Oktober 1990 und nach mehr als 40 Jahren endete damit die geteilte deutsch-deutsche Währungsgeschichte.

Das Papiergeld der DDR sollte diesen Tag jedoch noch 12 Jahre überleben, eingemauert unter Tage in einem Stollensystem bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Erst im Jahr 2002 wurde es durch die KfW endgültig entsorgt. Die Förderbank war bei der Währungsumstellung selbst nicht involviert, wurde aber 1994 nach der Fusion der Staatsbank Berlin auf die KfW deren Rechtsnachfolgerin und damit Eigentümerin der Scheine.

DDR-Papiergeld aus dem Stollen von Halberstadt in Sachsen-Anhalt (Quelle: Marc Zirlewagen/KfW)

Für die Entsorgung der nicht mehr als Zahlungsmittel gültigen Bargeldbestände der DDR zeichnete 1990 nach der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion die Zentral- und Notenbank der DDR – die Staatsbank – verantwortlich. Das Münzgeld wurde zur Metallgewinnung eingeschmolzen und an die Industrie verkauft. Die Banknoten, insgesamt 3.000 Tonnen, wurden in unterirdische Stollen eingelagert, um dort zu verrotten. Dieses Prinzip hatte die DDR-Staatsbank bereits zuvor erfolgreich angewandt.

Bis zum Jahr 2001 ergaben sich bei regelmäßigen Kontrollen der KfW vor Ort in Halberstadt keine Zweifel an einer sicheren Einlagerungssituation. Im Juli 2001 wurde ein Einbruch im Stollen entdeckt und erstmals wurde klar: Entgegen der Annahme der Staatsbank war das DDR-Papiergeld nur teilweise verrottet. Aus Sicherheitsgründen und nach Prüfung mehrerer möglicher Verfahren entschloss sich die KfW, die Geldscheine endgültig zu vernichten.

Mit Radladern wird das DDR-Papiergeld aus den insgesamt 300 Meter langen Stollen befördert. (Quelle: Marc Zirlewagen/KfW)

Ende März 2002 begann die KfW vor Ort in der Untertageanlage Halberstadt mit der Entsorgung des DDR-Geldes. Nach dem vollständigen Aufbruch der Stollenabschlusswände wurde das mit Sand und Kies vermischte Geld per Radlader aus den insgesamt 300 Meter langen Stollen befördert. Unter Tage wurden dann in einem Trommelsieb die Scheine von Sand und Kies gereinigt und in Container à 33 Kubikmeter Fassungsvermögen gefüllt. Insgesamt 298 LKWs wurden zur Müllverbrennungsanlage BKB Buschhaus überführt. Dort wurde das Geld mit Hausmüll vermischt und verbrannt.

"Wir wollten den Mythos eines vergrabenen Schatzes zerstören", begründet KfW-Sicherheitschef Gerd Kugler, der die Aktion plante und durchführte, den Schritt. Nach Auslagerung und Verbrennung des Geldes gibt es seit Ende Juni 2002 keinen Anziehungspunkt mehr, der Menschen zu einem illegalen und gefährlichen Eindringen in die Untertageanlage bei Halberstadt reizen könnte.

DDR-Papiergeld wird mit Hausmüll vermischt verbrannt (Quelle: Marc Zirlewagen/KfW)

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